Nach Hoeneß und Rummenigge: Eberl warnt in Berater-Debatte

Aktuell wird viel über Berater im Profifußball gesprochen. Bayern-Sportvorstand Max Eberl warnt vor einem "Kentern" des gemeinsamen Bootes. Er sagt aber auch, was die Vereine selbst in der Hand haben.
von  dpa
Max Eberl freut sich auf das Spitzenspiel, aber nicht immer über Beraterzahlungen. (Archivbild)
Max Eberl freut sich auf das Spitzenspiel, aber nicht immer über Beraterzahlungen. (Archivbild) © Jan Woitas/dpa

In der durch Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge intensivierten Debatte über Berater im Profi-Fußball hat Bayern-Sportvorstand Max Eberl an alle Beteiligten appelliert. "Wir müssen uns alle bewusst sein, wir haben nur dieses eine Boot und das eine Boot sollten wir nicht zum Kentern bringen", sagte Eberl.

"Dann rudert keiner mehr von uns"

"Wir sitzen natürlich alle in diesem Boot des Fußballs und dieses Boot hat nur eine gewisse Anzahl an Paddeln", sagte der 52-Jährige. "Wenn ich das Paddel jetzt mal mit finanziellen Möglichkeiten nehme und wenn irgendwann keine Paddel mehr da sind, dann rudert keiner mehr von uns."

Die Ausgaben für Berater der Clubs stiegen laut FIFA in den vergangenen Jahren deutlich. Rund um die Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano beim FC Bayern hatte Ehrenpräsident Hoeneß eine härtere Gangart angekündigt. "Wir werden es uns nicht mehr gefallen lassen, dass Berater allein bestimmen, wie es läuft", hatte er gesagt. Der frühere Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer äußerte den Wunsch, Berater abzuschaffen. Der langjährige Münchner Vorstandschef Rummenigge hält "Reformen" und ein anderes Miteinander für notwendig. 

Eberl: Pauschale Ablehnung nicht zielführend

Dass Profis sich im komplexen Geschäft Beratung holen würden, sei "nicht verwerflich", sondern richtig, sagte Eberl am Tag vor dem Bundesliga-Spitzenspiel am Samstag (18.30 Uhr) bei Borussia Dortmund. Die pauschale Ablehnung von Beratern sei nicht zielführend. 

Eberl wies darauf hin, wie schwierig es sei, Regelungen für alle zu finden. Er selbst oder auch Rummenigge seien in "zig Kommissionen" gewesen. Aber man habe wegen der "unterschiedlichsten Interessenlagen" keine einheitlichen Regelungen gefunden.

"Natürlich wird Geld bezahlt, wenn man einen Spieler haben möchte. Als Verein hast du immer die Kraft zu sagen: Okay, ich will es nicht oder ich will es doch, ich bin bereit, das zu investieren. Diese Entscheidungslage haben wir immer als Verantwortliche. Aber mittlerweile gehört der Berater zum Markt dazu wie Ablösesummen gegenüber anderen Vereinen", sagte Eberl.

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