Nach dem Musiala-Drama: So geht es beim Bayern-Star weiter

Als Jamal Musiala das Spielfeld in Heidenheim nach seinem zweiten Zusammenbruch innerhalb von vier Tagen selbstständig verlassen und mit den Ärzten Richtung Kabine joggen konnte, gab es großen Applaus von den Rängen.
Die Fans sangen seinen Namen, immer wieder. Es war ein Moment der Erleichterung - und für Max Eberl auch ein Zeichen von Menschlichkeit.
Musialas öffentliche Erklärung
"Im Fußball ist es so, wenn da etwas passiert, was jeder augenscheinlich sieht, ob es jetzt damals der Zusammenbruch von Christian Eriksen war oder jetzt bei Jamal, dass dann alle verstehen, dass Fußball die schönste Nebensache der Welt ist und es um was ganz anderes geht. Das ist ein gutes Zeichen. Das gibt mir ein gutes Gefühl, dass wir als Gesellschaft zusammenstehen, wenn so etwas passiert."

Und doch war es zweifellos so, dass der FC Bayern die Voith-Arena in Heidenheim am Dienstagabend mit keinem guten Gefühl verließ. "Wir wussten Bescheid, wir wissen Bescheid", sagte Eberl zu Musialas Erkrankung, die der 23-Jährige wenig später via Instagram öffentlich machte. "Es wurden bei mir temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt, welche auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind", hieß es auf Musialas Profil: "Diese können zu den zuletzt vorgekommenen Momenten führen, wie gegen Leipzig oder auch jetzt in Heidenheim." Das Wichtigste: "Mir geht es gut!"

Unterstützung aus der Fußballwelt für Musiala
Er sei "in bester medizinischer Behandlung", ergänzte Musiala, es bestehe "kein darüber hinausgehendes gesundheitliches Risiko" und er sei "auf einem guten Weg". Aus der Fußballwelt gab es sofort viel Unterstützung für Musiala. "Bleib stark", kommentierte etwa Lothar Matthäus.
Thomas Müller schrieb: "Keine Sorge, Jamal, wir sind an deiner Seite." Manuel Neuer und Dayot Upamecano reagierten wie viele andere mit Herz-Emojis.
Doch was heißt das jetzt eigentlich genau? Wie geht es mit Musiala weiter? Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen zum Musiala-Drama.
Was ist eine neurologische Dysfunktion? Dabei handelt es sich um eine gestörte Funktion des Nervensystems. Musiala schrieb davon, dass die Absencen "aktuell Teil meines Alltags" seien. Diese Aussetzer oder Abwesenheiten sind eine Form epileptischer Anfälle und treten nach Angaben der amerikanischen Epilepsy Foundation besonders häufig bei Kindern im Alter von vier bis 14 Jahren auf, können aber auch bei Erwachsenen vorkommen. Während einer typischen Absence sind die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit vorübergehend beeinträchtigt. Betroffene reagieren in der Regel nicht oder kaum auf ihre Umgebung und auf Ansprache.

Sobald eine typische Absence vorüber ist, kann eine betroffene Person ihre vorherige Tätigkeit schon nach kurzer Zeit wieder fortsetzen. Daneben gibt es sogenannte atypische Absencen, die länger dauern und bei denen Beginn und Ende weniger abrupt sein können. Auch automatische Bewegungen, etwa von Fingern, Händen oder Mund, können auftreten. Wie stark die Dysfunktion bei Musiala ausgeprägt ist, wissen nur die behandelnden Ärzte.
FC Bayern plant weiter mit Musiala
Seit wann leidet Musiala unter der Krankheit? Auch das ist unklar. Bei der Klub-WM im Juli 2025 zog sich der Bayern-Star einen Wadenbeinbruch und eine schwere Sprunggelenksluxation zu. Seitdem kam er nicht mehr richtig in Form. Schon von April 2025 an hatte Musiala wegen eines Muskelbündelrisses lange pausieren müssen. Zu dieser Zeit verursachte Musiala auch einen Autounfall.
Spielt Musiala jetzt ganz normal weiter? Das ist offenbar der Plan. Aus dem Verein hieß es am Mittwoch, dass Musiala seine Karriere auf hohem Niveau fortsetzen könne. Am Samstag tritt Bayern im Supercup bei Borussia Dortmund an. In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob Musiala dann im Kader steht.