Mutter Lahm: "Total souverän - auch beim Windeln wechseln"

Philipp Lahm macht am Freitag gegen Österreich sein 100. Länderspiel. Hier spricht seine Mutter Daniela über Familie, Nachwuchs Julian, Rituale – und Fußball.
| Patrick Strasser
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Im Gerner Büro mit Sohn Philipp: Mama Lahm arbeitet als Jugendleiterin der FT Gern. Foto: sampics/Augenklick
sampics/Augenklick Im Gerner Büro mit Sohn Philipp: Mama Lahm arbeitet als Jugendleiterin der FT Gern. Foto: sampics/Augenklick

AZ: Frau Lahm, ein rundes Jubiläum steht an. Ihr Sohn Philipp wird am Freitag in der WM-Qualifikation gegen Österreich sein 100. Länderspiel für die Nationalmannschaft bestreiten.

DANIELA LAHM: Wissen Sie was? Witzig ist, dass ich das aus der Zeitung erfahren habe. Mit ihm habe ich darüber zuletzt gar nicht gesprochen, weil er es gar nicht erwähnt hat. Wenn wir uns unterhalten, dann über die Familie. Aber ich weiß, wie er denkt: Mann, wie schnell ist doch die Zeit vergangen...

Sein erstes Länderspiel absolvierte Philipp Lahm ist aus dem damaligen Kader heute noch dabei.

Tja, aber ich kann Ihnen versichern: Als Mutter bin ich heute genau so stolz auf ihn wie damals beim Debüt. Natürlich sind wir am Freitag in der Allianz Arena, wir bekommen wie immer vier Karten – hoffe ich doch! Der Philipp wird das schon schaukeln, aber mehr bekommt auch der Nationalelf-Kapitän nicht. Wer geht, ist noch nicht abschließend geklärt. Mein Mann und ich, Philipps Frau Claudia wollte auch – mal schauen, wie wir das regeln.

Telefonieren Sie denn mit Ihrem Sohn vor Spielen wie am Freitag?

Am Spieltag nicht, da schreiben wir uns immer eine SMS, immer dasselbe. Kurz und knapp: „Alles Gute!“ Er antwortet: „Merci!“ Das war’s. Wenn Philipp mal bei uns zu Hause ist, sprechen wir kaum über Fußball, das ist kein Thema. Viel mehr über seine Schwester Melanie und die Familie. So hat er daheim seine heile Welt, das hilft ihm beim Entspannen.

Sie sind gebürtige Münchnerin, das Duell gegen Österreich dürfte also auch für die Familie Lahm etwas Besonderes sein?

Aber sicher! Gegen Österreich muss man einfach gewinnen, keine Frage. Ich sage immer: Lasst die Österreicher beim Skifahren erfolgreich sein, das können sie eh besser, und uns beim Fußball!

Seit August 2012 ist Ihr Sohn Papa, da kam Sohnemann Julian zur Welt.

Das war das schönste überhaupt! Schöner als das Triple. Julian wächst und gedeiht, ist gesund, alle sind glücklich. Und ich glaube, das gehört zusammen: Nur wenn in der Familie alles stimmt, kann man wie Philipp supergut Fußball spielen.

Wie macht sich denn Philipp als Papa?

Total souverän macht er das, alles bestens – auch beim Windeln wechseln. Für eine Mutter ist das kurios zu sehen, weil der Sohn immer der kleine Sohn ist. Dabei ist er ja ein erwachsener Mann, das sieht man als Mutter oft nicht.

Erst Vater, dann Triplesieger, nun 100 Länderspiele. Was folgt in Philipps Karriere?

Jetzt will er natürlich die WM 2014 in Brasilien gewinnen, ist doch klar. Wir hatten es uns alle so sehr gewünscht, dass es mit dem Champions-League-Titel klappt, der Druck wurde ja immer größer. Man wird nicht jünger, auch Philipp nicht. Wegen mir muss er gar nichts gewinnen, aber für ihn freue ich mich.

Sie hatten ja im Mai auch einen Titel.

(lacht) Ja, richtig. Ich hab’ allen Leuten gesagt, sie sollen mich nicht mehr Kapitänsmama, sondern Triplesiegermama nennen – das hat nur zwei Tage geklappt. Aber als Mutter freut man sich doch mit jedem Kind gleich, das ist doch selbstverständlich.

Ihre Tochter Melanie arbeitet bei der Polizei, ist zuständige Jugendbeamtin für den Bezirk Neuhausen.

Das ist sehr praktisch für unseren Verein, die FT Gern. Die Kinder wissen, dass sie sich bei uns im Viertel absolut nichts erlauben können. Denn sonst bekommen sie es hier im Verein mit mir zu tun und außerhalb mit Melanie (lacht). Auch auf deren Tochter, die jetzt schon zwei Jahre alt ist, bin ich genauso stolz wie auf Julian. Die Familie geht immer vor. Als Eltern will man vor allem, dass die eigenen Kinder glücklich sind.

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