Musialas schwieriger Weg zurück: Minuten sammeln für die WM

Bayern-Star Jamal Musiala kann bei seinem ersten längeren Auftritt gegen Augsburg nicht überzeugen, die fehlende Spielpraxis ist ihm anzumerken. "Die Integration ist nicht einfach", sagt Max Eberl.
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Noch keine entscheidenden Akzente beim 1:2 gegen Augsburg: Jamal Musiala.
Noch keine entscheidenden Akzente beim 1:2 gegen Augsburg: Jamal Musiala. © IMAGO/Ulrich Wagner

Am Montag gab es die nächste positive Nachricht aus dem Lazarett des FC Bayern: Nach der Trainings-Rückkehr von Abwehrchef Dayot Upamecano tags zuvor absolvierte auch Josip Stanisic eine individuelle Einheit, rund zwei Wochen nach seiner Kapselbandverletzung im rechten Sprunggelenk war schon wieder der Ball dabei. Damit könnte Stanisic womöglich schon am Samstag im Auswärtsspiel beim Hamburger SV in den Kader zurückkehren, spätestens dann am 8. Februar im Heimspiel gegen Hoffenheim. Bei Upamecano hoffen die Münchner, dass er nach seinem Infekt schon mit zur Champions-League-Partie bei der PSV Eindhoven am Mittwoch (21 Uhr/DAZN) reist.

Wieder im Training: Dayot Upamecano.
Wieder im Training: Dayot Upamecano. © IMAGO/Philippe Ruiz

Trainer Vincent Kompany hat also wieder mehr Optionen im Kader - und das ist auch nötig. Beim 1:2 am Samstag gegen den FC Augsburg wurde deutlich, dass die Mannschaft in den vergangenen Monaten viel Kraft gelassen hat. Der Kader stößt an Grenzen, wenn - wie jetzt - mehrere Stammspieler ausfallen. Und wenn von der Ersatzbank nicht ordentlich nachgelegt werden kann.

Musialas Rückkehr nach 196 Tagen

Gegen den FCA war etwa den langzeitverletzten Jamal Musiala und Alphonso Davies anzumerken, dass ihnen noch einiges fehlt bis zur Bestform. Was vollkommen verständlich ist. Musiala wurde in der 61. Minute für Lennart Karl eingewechselt, er konnte aber wie der Youngster zuvor keine offensiven Akzente setzen (beide AZ-Note 5). Musiala war zwar bemüht, lief aber oft in seine Gegenspieler rein. In der Schlussphase wirkte er körperlich erschöpft.

Musiala und Joshua Kimmich (r.) werden gegen Augsburg von Trainer Vincent Kompany (l.) eingewechselt.
Musiala und Joshua Kimmich (r.) werden gegen Augsburg von Trainer Vincent Kompany (l.) eingewechselt. © IMAGO/Revierfoto

"Die Integration in einem laufenden Wettbewerb, in dem das Niveau so eng ist, ist nicht einfach", sagte Sportvorstand Max Eberl über Musiala. "Aber er hat jetzt die halbe Stunde bekommen, macht seine nächsten Schritte." Um dann im Idealfall im März/April auf seinem Topniveau zu sein. "Er soll Minuten und Momente sammeln", ergänzte Eberl: "Er hatte zwei, drei Möglichkeiten am Strafraum. Aber da sieht man, wenn man ein Dreivierteljahr raus ist, dass die Leichtigkeit fehlt, die Entscheidung zu fällen. Aber jede Minute tut ihm gut."

Auch Davies braucht noch Zeit

Minuten sammeln für die heiße Phase der Saison und für die WM im Sommer - das ist Musialas Devise. Im deutschen Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann ist er als Fixpunkt in der Offensive eingeplant. Dafür braucht Musiala Rhythmus, Erfolgserlebnisse und die volle körperliche Fitness. Ob es in den kommenden Wochen bergauf geht?

Probleme als Rechtsverteidiger: Alphonso Davies (r.).
Probleme als Rechtsverteidiger: Alphonso Davies (r.). © IMAGO/Revierfoto

Zuletzt beim 5:1 in Leipzig ließ Musialas Comeback nach 196 Tagen Pause noch auf Großes hoffen. Der 22-Jährige, der sich bei der Klub-WM im Juli einen Wadenbeinbruch und Sprunggelenksluxation zugezogen hatte, bereitete kurz nach seiner Einwechslung gleich ein Tor von Michael Olise vor. Anschließend feierte er ausgelassen mit seinen Teamkollegen auf dem Rasen. Doch es wird dauern, ehe Musiala diese Glanzmomente wieder konstant abruft.

Gleiches gilt für Kumpel Davies. Der Kanadier lief gegen Augsburg mangels Alternativen als Rechtsverteidiger auf, auch ihm fehlten noch Energie und Timing. Musiala und Davies sollen nun mit weiteren Einsätzen an ihr Top-Level herangeführt werden - damit Bayern tatsächlich von drei Titeln träumen darf.

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