Müllern, bis der Uli tobt

Beim 2:1 in Freiburg glänzt Thomas Müller erneut als Torschütze und Vorbereiter. Dass er bald auch für Deutschland ran soll, bringt Hoeneß in Rage.
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Luca Toni (l.) und Bastian Schweinsteiger (r.) gratulieren Thomas Müller zu dessen dritten Saisontreffer.
M.I.S. Luca Toni (l.) und Bastian Schweinsteiger (r.) gratulieren Thomas Müller zu dessen dritten Saisontreffer.

FREIBURG - Beim 2:1 in Freiburg glänzt Thomas Müller erneut als Torschütze und Vorbereiter. Dass er bald auch für Deutschland ran soll, bringt Hoeneß in Rage.

Uli Hoeneß wirkte aufgeräumt, als er aus der Kabine kam. Die Bayern hatten 2:1 gewonnen gegen Freiburg. Ein Spiel, ein Ergebnis, über das man hinterher nicht viel sagen musste. „Wichtig waren heute nur die drei Punkte. Jetzt geht es bis Weihnachten richtig los. Wir müssen jetzt anfangen, eine Serie zu starten“, sagte Hoeneß also. Sachlich, ruhig, unaufgeregt. Mund abwischen, weitermachen.

]Hoeneß wollte schon zum Bus gehen, als er doch noch in Rage geriet. „Hört auf mit dem Mist!“, blaffte er plötzlich die Reporter an, als einer gewagt, ihn nach Thomas Müller zu fragen. Jenem Müller, dem Bundestrainer Joachim Löw gerade eine baldige Einladung zur Nationalmannschaft in Aussicht gestellt hatte.

Reizthema DFB-Team

Müller hatte in Freiburg ordentlich gespielt, so wie eigentlich immer in dieser Saison. Der 20-Jährige hatte den Treffer zum 1:0 erzielt und damit den 315 Minuten währenden Torfluch der Bayern gebrochen. Auch das Eigentor des Freiburgers Du-Ri Cha hatte Müller vorbereitet.

Hoeneß war zufrieden mit Müllers Leistung, das war nicht das Problem. Doch Müller in Verbindung mit der Nationalelf, das ist für Hoeneß ein Reizthema. „Thomas Müller muss sich jetzt auf den FC Bayern konzentrieren und nur auf den FC Bayern“, sagte Hoeneß, „die Nationalmannschaft ist gut genug, auch ohne Müller.“ Der FC Bayern allerdings offenbar nicht, jedenfalls hat sich Müller nicht nur einen Stammplatz erobert, sondern ist seit Wochen auch schon der konstant Beste.

Müllern, bis der Uli tobt. Hoeneß will nicht, dass der Emporkömmling abhebt.

Kaum schießt jemand drei Tore, wird schon nach der Nationalmannschaft gerufen“, ereiferte er sich. Zu seiner Zeit hätte man ein Jahr gut spielen müssen, um mal in die Nähe der Nationalelf zu kommen. Und überhaupt: „Die Bundesliga spielt nur noch die 98. Rolle. Wir sind doch nur noch Zulieferer für die Nationalmannschaften“, meinte Hoeneß, als es später um Martin Demichelis ging. Den Verteidiger, der nach ausgeheilter Sprunggelenksverletzung zuletzt zwar für Argentinien spielte, aber wegen der Reisestrapazen in Freiburg fehlte.

Hoeneß stinkt das. Und bei Müller soll so etwas gar nicht passieren. Müller brauchen sie beim FC Bayern, der 20-Jährige ist in den letzten Wochen und Monaten unverzichtbar geworden. Ob als Rechtsaußen, hängende Spitze oder Spielgestalter – Müller, der Alleskönner und Immerspieler, überzeugte stets. „Wir müssen aufpassen, dass er uns nicht einbricht“, warnte Co-Trainer Hermann Gerland schon. Und Hoeneß ist der Aufpasser.

Filippo Cataldo

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