Müller wackelt: Gibt's einen neuen Elfer-Schützen?

Thomas Müller wird mit dem vergebenen Elfmeter gegen Atlético Madrid zur tragischen Figur. „Es tut richtig weh“, sagt er. Tritt künftig ein anderer zum Elfmeter an?
| Maximilian Koch
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Frustriert: Bayern-Star Thomas Müller gibt sich nach dem Aus gegen Atlético selbst einen großen Teil der Schuld.
dpa Frustriert: Bayern-Star Thomas Müller gibt sich nach dem Aus gegen Atlético selbst einen großen Teil der Schuld.

München - Irgendwann am Tag danach entschloss sich Thomas Müller, wieder Thomas Müller zu sein. „Jetzt müssen wir das gestrige Spiel aber so langsam abhaken“, schrieb der Stürmer des FC Bayern bei Facebook: „Volle Kraft voraus und Attacke auf das Double.“ Zwei Titel gibt es ja immer noch zu gewinnen: Am Samstag können die Bayern mit einem Sieg in Ingolstadt die 26. Meisterschaft perfekt machen; am 21. Mai geht es dann im Pokalfinale gegen Borussia Dortmund.

Aber es war eben dieser dritte Titel, die Champions League, den der FC Bayern besonders gern gewonnen hätte. Und das schmerzte. Besonders Müller, der am Dienstagabend zur tragischen Figur geworden war. „Es tut richtig weh. Der Fußball ist manchmal extrem“, sagte der 26-Jährige. „Aber Fußball ist, wie er ist. Es gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft.“

Die Bayern gewannen ja 2:1 gegen Atlético, aber das reichte nach dem 0:1 im Hinspiel nicht zum Weiterkommen. Atlético war trotz der Niederlage der Sieger, Müller trotz des Sieges ein Verlierer. Weil er sein wichtigstes Duell nicht gewann. In der 34. Minute hätte er die Bayern mit 2:0 in Führung bringen können, es wäre die Vorentscheidung gewesen. Doch Müller scheiterte am starken Jan Oblak im Atlético-Tor.

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Halbhoch war der Strafstoß geschossen, hart, aber zu unplatziert in die linke Ecke. Müller hatte wie immer lange gewartet, um den Torhüter auszugucken. Aber Oblak wartete länger – und brachte Müller damit aus dem Konzept. „Einer muss antreten und Verantwortung übernehmen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge. „Wir sind nicht ausgeschieden wegen des Elfmeters“, meinte Pep Guardiola. Müller die Schuld geben? Das wollte niemand. Doch wenn man den Torjäger später in den Katakomben sah, wie er sprach, leise und mit traurigem Blick, dann wurde klar, dass er sich selbst die Schuld gab. „Wir haben zwei Fehler gemacht“, sagte er. Müller meinte das Abwehrverhalten vor Griezmanns 1:1. Und seinen folgenschweren Fehlschuss.

Lewandowski und Vidal stünden bereit

Warum, fragten sich später viele, warum vergibt Müller in einer solchen Aktion einen Elfmeter? Er, der sich nicht mal im WM-Finale irgendwelche Gedanken macht, geschweige denn Druck spürt. War er beeinflusst von seiner Bankrolle eine Woche zuvor im Hinspiel? War er verunsichert? Wollte er es Guardiola unbedingt beweisen? Wollte er zu viel?

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Vielleicht ein bisschen von allem. Ganz sicher aber auch ein bisschen von dem, was der Schalker Stürmer Klaas-Jan Huntelaar während des Spiels, nach den verschossen Strafstößen von Müller und Fernando Torres twitterte. „Überall Zeugwart“, schrieb der Niederländer samt lachender Smileys. Zeugwart? Huntelaar hatte jüngst von seinem Trainer André Breitenreiter zu hören bekommen, dass selbst der Schalker Zeugwart so gut Elfmeter schießen könne wie er. Hintergrund: Huntelaar hat in der Bundesliga schon sieben Elfer verballert.

So schlecht ist Müllers Bilanz zwar nicht, der Weltmeister hat für Bayern in 26 von 32 Fällen vom Punkt verwandelt. Doch in dieser Saison patzt er auffällig oft: viermal schon bei elf Versuchen. Zeit für einen Wechsel? Arturo Vidal und Robert Lewandowski stünden bereit. Und für die Erfüllung des Double-Traums würde wohl auch Teamplayer Müller mit sich reden lassen.

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