Manni Schwabl schwärmt von Karim Adeyemi: "Ich bin stolz auf ihn"

Karim Adeyemi ist eine der großen deutschen Sturm-Hoffnungen. Sein Förderer Manni Schwabl sagt in der AZ: "Bayern kennt ihn ganz genau".
| Maximilian Koch
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Trainer Hansi Flick (l) bespricht sich mit Karim Adeyemi vor dessen Einwechslung.
Trainer Hansi Flick (l) bespricht sich mit Karim Adeyemi vor dessen Einwechslung. © picture alliance/dpa

München/Salzburg - Gerade erst hat Karim Adeyemi einen Champions-League-Rekord eingestellt – und das mit gerade einmal 19 Jahren.

In den ersten beiden Partien dieser Königsklassen-Saison holte der schnelle und trickreiche Angreifer insgesamt vier Elfer heraus, zwei davon verwandelte er selbst, einen verschoss er. Bislang hatte sein Vorbild Arjen Robben die Bestmarke gehalten. Den 2:1-Sieg gegen OSC Lille zuletzt sicherte Adeyemi für seinen Klub RB Salzburg beinahe im Alleingang vom Punkt. Ganz klar: Da ist ein DFB-Jungstar bereit zum Abheben – weil er anders als in seinen Jugendtagen die Bodenhaftung behält.

"Er hat nahezu alles, was ein Stürmer braucht, eine brutale Qualität mit seiner Schnelligkeit", sagte Salzburg-Trainer Matthias Jaissle der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Adeyemi habe sich "super entwickelt" und sei "sehr bodenständig", schwärmte Jaissle: "Dass er großes Potenzial hat, das sieht jeder, das weiß auch jeder. Was er daraus macht, dafür wird seine Einstellung entscheidend sein." Und die hat sich in den vergangenen Jahren entscheidend verbessert.

Schwabl schwärmt: Adeyemi entwickelt sich stetig weiter

Nach zwei Jahren im Nachwuchs des FC Bayern musste Adeyemi die Münchner 2011 einst verlassen, er hatte sich neben dem Platz zu viele disziplinarische Verfehlungen geleistet. Die SpVgg Unterhaching um Präsident Manni Schwabl nahm das Sturmjuwel auf, formte ihn als Spieler und Menschen.

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"Bei Karim ist eine stetig gewachsene sportliche und persönliche Entwicklung zu beobachten", sagt Schwabl der AZ: "Ich bin besonders stolz, dass er auf dem Boden geblieben ist. Um ein Großer zu werden, muss man bescheiden sein." Schwabl hält weiter regelmäßig Kontakt zu Adeyemi und dessen Familie, der Youngster selbst schaut oft in Haching vorbei.

Haching-Boss Manni Schwabl ist der Förderer von DFB-Juwel Karim Adeyemi
Haching-Boss Manni Schwabl ist der Förderer von DFB-Juwel Karim Adeyemi © sampics / Stefan Matzke

"Er vergisst seine Wurzeln nie. Sein bester Spezl macht bei der Spielvereinigung eine Lehre in der Küche, das ist doch eine wunderbare Geschichte", erzählt Schwabl, der Adeyemi als "Mentor und Freund" Tipps gibt: "Seine Entwicklung ist ein Gesamtprojekt von Eltern, Trainern, von Haching und letztendlich auch von mir. Leisten muss er es am Ende aber selbst."

FC Bayern denkt über Rückholaktion von Adeyemi nach

Das tut Adeyemi – und wie. Seit seinem Wechsel zu Salzburg im Jahr 2018 hat er sich so gut entwickelt, dass er in Hansi Flicks Nationalteam auflaufen darf, auch bei den Länderspielen gegen Rumänien (20.45 Uhr) und Nordmazedonien (Montag) gehört er zum Kader. Zuletzt gegen Armenien erzielte er als Joker sein erstes Länderspieltor. "Es ist spannend zu sehen, wie junge Spieler nachrücken, wie schnell sie sich an das hohe Niveau adaptieren", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff – und meinte dabei neben Jamal Musiala (18) und Leverkusens Toptalent Florian Wirtz (18) auch Adeyemi.

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Inzwischen denkt der FC Bayern sogar über eine Rückholaktion nach – anders noch als im Jahr 2018. "Der Manni Schwabl hat damals den Uli Hoeneß kontaktiert und wir waren nicht dazu bereit, so viel für ihn zu bezahlen", erinnert sich Ex-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge: "Der Transfer sollte so um die drei Millionen Euro kosten, das war für einen 16-Jährigen zu dieser Zeit eine sehr stolze Summe."

Heute aber kostet Adeyemi "möglicherweise eine Null hinten mehr", sagt Rummenigge: "Er hat sich jetzt gut entwickelt. Ich habe ihn beim letzten Länderspiel und jetzt auch in der Champions League gesehen. Es ist ein interessanter Spieler. Da muss man mal abwarten, was da passiert."

Adeyemi wechselt 2022 höchstwahrscheinlich zu Top-Klub

Schwabl hält eine Rückkehr zum FC Bayern für denkbar, sagt aber auch: "Es muss insgesamt für beide Seiten Sinn ergeben. Das Wichtigste für Karim ist jetzt, dass er auch künftig regelmäßig auf hohem Niveau spielt. Man darf nicht den übernächsten vor dem nächsten Schritt machen." Vor zwei Jahren habe sich Uli Hoeneß mal bei ihm über Adeyemi erkundigt, erzählt Schwabl, er weiß: "Bayern kennt ihn dank des Scouting-Netzwerks ganz genau. Die wissen, wie er tickt und werden sich sicherlich Gedanken machen, ob es passen könnte oder nicht."

Trotz eines Vertrags bis 2024 wird Adeyemi (Marktwert: 20 Millionen Euro) Salzburg wohl im Sommer 2022 verlassen. Der FC Liverpool, RB Leipzig und Borussia Dortmund sind an ihm dran, die besten Chancen werden aktuell aber einem anderen Klub eingeräumt: dem FC Bayern. 

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