Mbappé, Vinícius, Kane: Die Duelle, die über Bayerns Halbfinale entscheiden

Der FC Bayern will im Rückspiel gegen Real Madrid seinen 2:1-Sieg aus dem ersten Aufeinandertreffen vergolden. Die AZ zeigt, auf welche Duelle es besonders ankommt.
von  Patrick Strasser
Das Duell zwischen Josip Stanisic und Vinicius wird am Mittwochabend eines der entscheidenden.
Das Duell zwischen Josip Stanisic und Vinicius wird am Mittwochabend eines der entscheidenden. © IMAGO/Cesar Cebolla / PRESSINPHOTO

Das 2:1 im Hinspiel war: schön – und gut. Vor allem wichtig, was die Arithmetik betrifft. Nun würde es dem FC Bayern reichen, das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwoch gegen Real Madrid (21 Uhr, DAZN) zu Hause nicht zu verlieren.

Was ein Hinspielerfolg aber auch immer mit sich bringt: Mahnungen und Warnungen von allen Seiten. Von Trainer Vincent Kompany, klar. Von den Bossen, ob intern oder extern. Man sei "noch nicht durch", betonte Sportvorstand Max Eberl. Schließlich habe Real "uns auch hier in München schon oft genug geärgert", meinte Karl-Heinz Rummenigge, immer noch Mitglied im Aufsichtsrat. Ein 2:1 und viel: Aber, Aber ...

Dabei wartet auf alle Fans wohl erneut eine große Show, ein weiteres Königsklassen-Fest mit mitreißendem Fußball zweier Weltauswahl-Teams. Schon im Bernabéu-Stadion hielt der "Clásico Europeo" wie die Spanier das Duell nennen, was er verspricht. Was die Münchner dabei nicht gebrauchen können: Spannung, Nervenkitzel, dass sie ums Weiterkommen zittern müssen. Gewinnen die Bayern die Schlüsselduelle auf dem Platz, erreichen sie zum 22. Mal (achtmal im Europapokal der Landesmeister, bis dato 13 Mal in der Champions League) das Halbfinale.

Upamecano als Mbappé-Schreck

Upamecano gegen Mbappé: Reals Stürmerstar Kylian Mbappé (27), mit 14 Treffern aktuell Führender der Torschützenliste der Königsklasse, konnte im Hinspiel keinen Stich machen gegen die Bayern. Was vor allem auch an der bärenstarken Innenverteidigung um Jonathan Tah und Dayot Upamecano (27) lag. Trainer Kompany lässt zwar Eins-gegen-Eins über den gesamten Platz spielen, doch je nach Stellungsspiel übergeben die Spieler ihre jeweiligen Gegenspieler. Meist legte jedoch dessen Landsmann Upamecano den pfeilschnellen Real-Angreifer an der Kette, der seine Tricks und Bewegungen bestens aus dem gemeinsamen Training bei der französischen Nationalmannschaft kennt. Fais-le encore! Mach's noch einmal, Dayot! Aber Vorsicht! Wie auch bei Konrad Laimer würde eine weitere Gelbe Karte zu einer Sperre fürs mögliche Halbfinal-Hinspiel bei Paris Saint-Germain oder dem FC Liverpool (2:0 im Hinspiel für Titelverteidiger PSG) führen.

Auf Bayerns Dayot Upamecano kommt mit Kylian Mbappé auch im Rückspiel eine schwere Aufgabe zu.
Auf Bayerns Dayot Upamecano kommt mit Kylian Mbappé auch im Rückspiel eine schwere Aufgabe zu. © IMAGO/Tomas Garrido

Stanisic gegen Vinicius Junior: Wenn der brasilianische Linksaußen, 2024 zum Fifa-Weltfußballer des Jahres gewählt, ins Meckern und Motzen kommt, hat ihm einer die Laune verhagelt: Meist der Schiedsrichter oder eben sein Gegenspieler, der ihn nervt. Im Hinspiel konnte Bayerns Eigengewächs Josip Stanisic (26) als Rechtsverteidiger dank seines Stellungsspiels und seiner Zweikampfhärte im Eins-gegen-Eins mit Vinícius Junior (25) überzeugen. Stani, leg' den Bling-Bling-Liebhaber (Marktwert 150 Millionen Euro) nochmal an die Kette!

Olise verzückt das Bernabéu

Olise gegen Carreras: Im Hinspiel war dies ein ganz und gar ungleiches Duell. Der auf dem absoluten Topniveau relativ unerfahrene Álvaro Carreras (23), vor der Saison von Benfica Lissabon zu Real gewechselt, sah meist nur die Rücklichter von Bayerns Rechtsaußen Michael Olise. Der Franzose machte mit seinem Gegenspieler auch auf engstem Raum, was er wollte – mehrmals ging ein Raunen durchs Bernabéu. Den 24-jährigen Zauberfuß hätten die Königlichen gerne. Selbst für 200 Millionen Euro Ablöse würde man Olise nicht verkaufen, so Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Allez, allez, Olise!

Michael Olise bereitete Reals Álvaro Carreras im Hinspiel massive Probleme.
Michael Olise bereitete Reals Álvaro Carreras im Hinspiel massive Probleme. © IMAGO/Cesar Cebolla / PRESSINPHOTO

Kane gegen Rüdiger: Mit elf Treffern liegt Bayerns Mittelstürmer Harry Kane (32) auf Rang zwei der Bestenliste in Europas Prestige-Wettbewerb. Im Hinspiel traf er trotz Handicap (zuvor am Knöchel verletzt). Beim FC St. Pauli (5:0) wurde der Brite geschont, damit er im bestmöglichen Zustand sein 50. Saisontor in allen Wettbewerben (bisher 41 Einsätze) erzielen kann. Ob es Antonio Rüdiger (33) gelingt, der in der Nationalelf seinen Stammplatz in der Innenverteidigung an Tah und BVB-Profi Nico Schlotterbeck verloren hat, Kane zu bremsen? Go for it, Harry!

Neuer als letzte Bastion

Sollte Real mit Vinícius Junior, Mbappé oder den immer torgefährlichen Federico Valverde sowie Jude Bellingham mal durchkommen, hat Bayern einen jungen Hüpfer im Tor: Den (laut Geburtsurkunde) 40-jährigen Manuel Neuer, im Hinspiel im Bernabéu in einen Jungbrunnen gefallen und Endstation für fast alle Real-Versuche. Folgt "La Bestia Neuer", die Zweite?

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