Löw lobt Bayern-„Bomber“ Gomez

Bei fünf Treffern Vorsprung auf den Freiburger Papiss Cissé ist Mario Gomez die Torjäger-Kanone kaum noch zu nehmen. „Er hat nie resigniert“, lobt Bundestrainer Löw.
| dpa
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Mario Gomez steht kurz vor der persönlichen Krönung. Bei fünf Treffern Vorsprung auf den Freiburger Papiss Cissé ist ihm die Torjäger-Kanone kaum noch zu nehmen. „Er hat nie resigniert“, lobt Bundestrainer Löw. Im Nationalteam ist jedoch Klose der „Bomber“.

München – Der FC Bayern hat wieder einen „Bomber“. Mario Gomez steht nach seinem fünften Saison-Dreierpack bei der Münchner 8:1-Gala gegen Absteiger FC St. Pauli mit 27 Treffern kurz vor dem ersten Gewinn der Torjäger-Kanone in der Fußball-Bundesliga. Fünf Treffer wird Verfolger Papiss Demba Cissé vom SC Freiburg beim Saisonfinale am Samstag gegen Bayer Leverkusen nicht aufholen.

„Es ist schön, wenn ich Torschützenkönig werde“, sagte Gomez, der den persönlichen Triumph ausgerechnet im Heimspiel gegen seinen Ex-Club VfB Stuttgart perfekt machen könnte. Von dem war er vor zwei Jahren für 30 Millionen Euro zum Rekordmeister gewechselt. Und Gomez wird darauf bauen können, dass ihm die Teamkollegen wieder die Bälle auflegen werden: „Die ganze Mannschaft unterstützt mich, dass ich die Kanone hole.“ Der wohl ewige 40-Tore-Rekord von Bayern-„Bomber“ Gerd Müller aus der Saison 1971/72 wird trotzdem unangetastet bleiben.

„Seine Quote ist sensationell, kann sich absolut sehen lassen“, lobte Franz Beckenbauer. Auch Joachim Löw würde sich „freuen“, wenn Gomez den Titel holt. „Die Chancen sind ja sehr gut“, erklärte der Bundestrainer, der die Leistung des Nationalstürmers in dieser Spielzeit hoch einschätzt: „Dass er bisher 27 Treffer erzielt hat, spricht nicht nur für seine Torjäger-Qualitäten, sondern auch für sein Durchsetzungsvermögen und sein Selbstbewusstsein. Er hat nie resigniert, obwohl er zunächst nicht erste Wahl war bei den Bayern.“

In der Tat: Zu Saisonbeginn hätte keiner damit gerechnet, dass am Ende Gomez der Torjäger Nummer eins der Liga sein würde. Er startete unter Louis van Gaal bei Bayern als Stürmer Nummer drei hinter Ivica Olic und Miroslav Klose. Gomez war unzufrieden, wollte sogar zum FC Liverpool fliehen. Die Bayern-Bosse entschieden sich jedoch kurz vor Ablauf der Transferfrist gegen eine Ausleihe nach England – zu ihrem und zu Gomez' Glück. „Es war richtig, dass Mario geblieben ist“, sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge rückblickend.

„Durch harte Trainingsarbeit hat er sich dann einen Stammplatz gesichert und gezeigt, wie wichtig er für den Verein ist“, lobt Löw. Am 8. Spieltag platzte beim 3:0 gegen Hannover 96 der Knoten: Gomez erzielte alle drei Tore, am Samstag gegen St. Pauli gelang ihm das 100. Tor im 181. Bundesligaspiel. „Eine tolle Quote“, so Rummenigge.

Gomez hat sich in München durchgebissen, nachdem Ex-Trainer van Gaal lange nicht auf ihn stand. Der athletische Angreifer hat eine Wandlung vollzogen, sich spielerisch weiterentwickelt. Als Gomez aus Stuttgart kam, sei er „nur ein Torjäger“ gewesen, erläuterte Bayerns Interimscoach Andries Jonker zuletzt. Jetzt sei er auch „ballfest“ geworden. „Er ist ein richtig guter Stürmer auf Spitzenniveau geworden“, erklärte Jonker. Gomez nähert sich der Weltspitze. In der Champions League traf er auch achtmal, nur Weltfußballer Lionel Messi vom FC Barcelona (11 Tore) war noch erfolgreicher.

Jetzt müsste Gomez nur noch der große Durchbruch in der DFB-Auswahl gelingen. Darauf wartet auch Löw, der ihn am Donnerstag für die letzten Länderspiele der Saison gegen Uruguay, Österreich und Aserbaidschan nominieren wird. „Natürlich spielt er auch bei den Zukunftsplanungen der Nationalmannschaft eine wichtige Rolle“, sagte der Bundestrainer vorab über Gomez.

Allerdings sind die Rollen im DFB-Trikot vertauscht: Hier ist sein Vereinskollege Miroslav Klose die Nummer eins im Angriff. Klose schoss in fünf EM-Qualifikationsspielen acht Tore, Ersatzmann Gomez kam gerade einmal auf einen Treffer. Der Deutschland-„Bomber“ heißt nicht Gomez, sondern Klose, den mit 61 Länderspieltoren nur noch sieben Treffer vom Allzeit-Rekord Gerd Müllers (68) trennen.

 

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