Leipzig - Bayern: Das große Aufreger-Allerlei mit Urs Meier

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl beklagt sich über die Leistung des Schiedsrichters Zwayer im Spiel gegen Bayern – zu Recht? "Leipzig wurde benachteiligt", sagt der frühere Top-Schiri Urs Meier der AZ.
| Maximilian Koch
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Einer der großen Aufreger: Leipzigs Naby Keita sieht die gelb-rote Karte.
dpa Einer der großen Aufreger: Leipzigs Naby Keita sieht die gelb-rote Karte.

Leipzig - Für den Leipziger Trainer war die Sache klar – auch wenn er das Wort "Bayern-Bonus" nicht offen aussprechen wollte. "Unterm Strich waren 22 Akteure sehr gut auf dem Platz heute, einer konnte das Niveau nicht so ganz halten", sagte Ralph Hasenhüttl nach der dramatischen Pokalpleite Richtung Schiedsrichter Felix Zwayer: "Dieses Messen mit zweierlei Maß ist für mich nur ganz schwer zu verkraften."

Lag Hasenhüttl mit dieser Einschätzung richtig? Wurde RB gegen Bayern benachteiligt? Die AZ analysiert die Aufregerszenen des Spiels.

Die Elfmeter-Diskussion: Strafstoß – ja oder nein? Nach Arturo Vidals klarem Foul an Emil Forsberg in der 34. Minute gibt Schiedsrichter Zwayer zunächst Elfmeter, korrigiert die Entscheidung aber anschließend wieder – "weil der Linienrichter es aus 40 Metern besser sieht. Tut mir leid. Das ist ganz, ganz schwer zu akzeptieren, was da in einem Schiedsrichter vorgeht", sagt Hasenhüttl.

Auch Schiri-Legende Urs Meier kann Zwayers Entscheidung nicht nachvollziehen. "Ich bin überrascht, dass er da mit seinem Assistenten sprechen muss. Zwayer steht gut, es ist seine Aufgabe, die Szene zu bewerten", sagt der Schweizer der AZ. Meiers Fazit: Fehlentscheidung! "Für mich findet die Aktion mindestens auf der Strafraumlinie statt. Es hätte Elfmeter für Leipzig geben müssen."

Wirbel um Rangnicks Handy-Ausraster

Der Rangnick-Ausraster: Das Vidal-Foul ist Auslöser für eine verrückte Szene in der Halbzeitpause. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick will Schiri Zwayer auf seinen Fehler aufmerksam machen, ihm das Foul auf seinem Handy noch mal zeigen. Völlig daneben – findet vor allem Mats Hummels. "Das geht natürlich nicht", sagt der Bayern-Verteidiger, der Rangnick noch auf dem Spielfeld stoppt: "Ich habe Herrn Rangnick gesagt, dass er das nicht nötig hat und dass es unsportlich ist. Es war relativ sachlich von meiner Seite aus."

Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge meint recht milde: "Ich würde keinem empfehlen, zum Schiedsrichter zu gehen, weil es keinen Sinn hat. Ich verstehe die Emotionen, aber es bringt nichts." Der DFB-Kontrollausschuss hat gestern ein Ermittlungsverfahren gegen Rangnick eingeleitet.

Der Keita-Platzverweis: Nach einer Gelb-Roten Karte gegen Mittelfeldspieler Naby Keita müssen die Leipziger ab der 54. Minute in Unterzahl spielen. "Naby bekommt fürs erste Foul Gelb, davor wurde er dutzende Male gefoult", sagt Hasenhüttl: "Da fehlt mir ein bisschen die Gleichbehandlung. Die zweite Gelbe Karte war mit ein wenig Fingerspitzengefühl nicht zu geben." Zwayer wertet Keitas Zupfen am Trikot von Robert Lewandowski als taktisches Foul. Korrekt?

"Regeltechnisch ist der Platzverweis okay", sagt Urs Meier. "Auf der anderen Seite muss man aber auch den Spielcharakter berücksichtigen. Es war ein Pokalfight, ein sehr intensives Spiel. Da muss man nicht wegen eines solchen Zupfens Gelb-Rot geben, das war nicht zwingend." Aus Meiers Sicht habe Zwayer keine klare Linie gefunden. "Bei den Bayern hat er das Halten am Gegenspieler in einigen Szenen nicht sanktioniert. Insgesamt hat der Maßstab bei seinen Bewertungen nicht gestimmt."

Der Poulsen-Strafstoß: In der 68. Minute gibt es dann doch noch Elfmeter für RB, nach einem minimalen Rempler von Jérôme Boateng ("Ein Witz!") an Leipzig-Stürmer Yussuf Poulsen. "Das war die Königin der Konzessionsentscheidungen", erklärt Hummels. Urs Meier schmunzelt, gibt Hummels Recht. "Das war kein Elfer. Ich sage immer wieder, dass man die eine Fehlentscheidung nicht mit einer anderen wiedergutmachen kann."

Die Gesamtbewertung des früheren Top-Schiris: "Mit dem Elfmeter in der ersten Halbzeit und mit elf gegen elf wäre es ein anderes Spiel gewesen. Leipzig wurde benachteiligt."

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