Kompany und Kimmich fehlen: Bayern geschwächt ins Duell mit Arsenal

Im Abschlusstraining des FC Bayern vor wichtigen Spielen in der Champions League stehen fast immer die Stars im Mittelpunkt: Wer fehlt? Wer ist gut drauf? Und welcher Spieler wird vielleicht doch noch rechtzeitig fit? Am Dienstagnachmittag war es an der Säbener Straße ein bisschen anders.

Klar: Dass Manuel Neuer nach seiner Fußverletzung wieder mitwirkte und am Mittwoch gegen den FC Arsenal (21 Uhr/DAZN) wohl ins Tor zurückkehrt, hatte durchaus Nachrichtenwert. Ebenso das Fehlen von Joshua Kimmich "aus privaten Gründen", wie die Münchner mitteilten. Kimmichs Einsatz ist offen.
Co-Trainer Danks im Mittelpunkt
Doch die Blicke der Journalisten, die 15 Minuten bei der Einheit zuschauen durften, richteten sich vor allem aufs Trainerteam: Weil sich Vincent Kompany wegen seiner Virusinfektion schonen musste und auch die Pressekonferenz ausließ, rückte Aaron Danks in den Fokus. Der 43-jährige Engländer gab lautstark Kommandos auf dem Platz, vor dem Training scherzte er mit Aleksandar Pavlović. Im Team ist er hoch angesehen.
Gnabry lobt Trainerstab um Danks
"Vom Ablauf ändert sich gar nichts", sagte der frühere Arsenal-Spieler Serge Gnabry, der besonders gerne gegen Klubs aus London trifft, zu Kompanys Abwesenheit: "Aaron Danks und der gesamte Trainerstab machen das top, einen exzellenten Job." Danks selbst meinte im knallblauen Pullover auf dem Podium: "Vincent muss sich ausruhen, das fällt ihm nicht so leicht. Wir werden sehen, ob er morgen bereit ist." Kompany werde so oder so eine Rolle spielen bei der Partie, ergänzte Danks, "ob im Stadion oder von zu Hause. Natürlich vermissen wir Vincent, wir müssen alle ein bisschen mehr machen."

Sollte Kompany nicht fit werden, würde ihn Danks als Boss für einen Tag vertreten. Das hatte der Co-Trainer, den alle nur "Danksy" nennen, bereits im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals bei Paris Saint-Germain Ende April getan, als Kompany nach seiner dritten Gelben Karte gesperrt auf der Tribüne sitzen musste. Damals verlor der FC Bayern 4:5. Ein schlechtes Omen?
Bangen um Kompany
Beim 6:1 am Wochenende gegen RB Leipzig hatte Kompany zwar auf der Bank gesessen, die Anweisungen aber seinem Vertrauten Danks überlassen. Die Pressekonferenz nach dem Spiel absolvierte Max Eberl. "Es geht ihm wirklich nicht gut", berichtete der Sportvorstand. Ob Kompany gegen Arsenal dabei sein könne, wusste Eberl zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Am Dienstag blieb diese Frage offen.

Olise gesperrt – Optionen für die Offensive
Sicher ist: Michael Olise wird den Münchnern nach seiner Gelb-Roten Karte beim 3:3 in Stavanger fehlen - eine erhebliche Schwächung in der Offensive. Für den Franzosen dürfte Gnabry in die Mannschaft rücken. Auf der Zehnerposition bieten sich Lennart Karl oder Ismael Saibari an. Jamal Musiala ist nach seiner Muskelverletzung noch keine Option.

Bayern heiß auf Kracher gegen Arsenal
Trotz der personellen Rückschläge ist Bayern heiß auf den Kracher. "Ein großes Spiel" erwartet Torjäger Harry Kane gegen den Finalisten der Vorsaison: "Wenn man gegen eine der besten Mannschaften Europas spielt, muss man solche Anlässe immer genießen. Wir stellen uns der Herausforderung. Wir spielen hier zu Hause, die Energie, die Fans – es wird sicherlich ein besonderer Abend." Davon ist auszugehen, zumal Bayern noch "eine kleine Rechnung offen" hat, wie Gnabry sagte. Vergangene Saison gab es in London ein 1:3.
Eberl setzt auf Heimvorteil und Revanche
"Diese Erinnerungen wollen wir jetzt in Energie umsetzen", sagte Eberl: "Ich freue mich drauf, wir wollen uns mit den Besten Europas messen. Zu denen gehört Arsenal definitiv. Ihre Statistik zuletzt war Viertelfinale, Halbfinale, Finale - jetzt wollen sie es wahrscheinlich gewinnen." Genauso wie der FC Bayern.