Klopp: Was läuft da mit den Bayern?

Die Fans verabschieden den Dortmunder Coach Jürgen Klopp. Der kann sich eine Zukunft in München vorstellen. Bayerns Bosse flirten zurück
| Patrick Strasser
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Geht da was zwischen Jürgen Klopp und dem FC Bayern?
firo/Sportphoto Geht da was zwischen Jürgen Klopp und dem FC Bayern?

München - Jürgen Klopp zog die Kappe, sein Markenzeichen, tief ins Gesicht. Der Trainer wollte nicht, dass man seine feuchten Augen sieht. Die BVB-Fans hatten dem scheidenden Coach einen emotionalen, überwältigenden Abschied vom „Signal-Iduna-Park“ beschert, „Danke, Jürgen!“ hieß es auf einer übergroßen Choreographie. Nach sieben Jahren und drei großen Titeln (Meister 2011, Double 2012) verlässt der 47-Jährige, der sich zum Abschied auf sein Herz klopfte, Dortmund. „Es war einfach wunderschön und nicht leicht, da ein Kerl zu bleiben.“

Am Samstag steht für Klopp und den BVB das DFB-Pokalfinale in Berlin gegen den VfL Wolfsburg an – und dann? Nichts ist fix, nichts ist unmöglich für Klopp, eine der nun begehrtesten Figuren auf dem europäischen Trainermarkt. Real Madrid? Da scheint Rafael Benitez der Favorit auf die Nachfolge von Carlo Ancelotti. Und die Premier League? Für die englischen Buchmacher ist ein Engagement von Klopp auf der Insel wahrscheinlich. Wer wettet, dass Klopp seinen nächsten Job beim FC Liverpool (dort wird Brendan Rodgers entlassen) antritt, bekommt für vier Euro Einsatz nur fünf raus. Und die Bundesliga? Alle Top-Trainerposten sind vergeben, die Nachfolge von Schalkes entlassenen Roberto di Matteo ist für Klopp aufgrund der Ruhr-Rivalität wohl ausgeschlossen.

Und Bayern, na ja, keine Chance. Wirklich? Am Wochenende hat es eine interessante Annäherung gegeben, mit zarten Flirts von beiden Seiten. Was sich so anhörte: „Ich denke auch, dass wir Jürgen Klopp irgendwann mal beim FC Bayern sehen werden“, sagte Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer und dachte weiter laut nach: „Vielleicht legt er auch jetzt ein Jahr Pause ein. Der Zeitpunkt wäre vielleicht, wenn Guardiola irgendwann mal den Verein verlassen sollte.

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Aber es muss passen.“ Also bingo? Warum nicht 2016? Wenn der Bayern-Trainer seinen Vertrag über 2016 hinaus nicht verlängern möchte. Die Entscheidung soll im Sommer fallen. Ob die Bayern-Bosse Klopp schon mal vorsorglich Signale senden, zeitnah nicht zu schnell einen neuen Job anzunehmen? Dazu würde passen, dass Klopp nun, laut „Bild“, angeblich mindestens ein halbes Jahr pausieren will, bevor er wieder ins Trainergeschäft einsteigen möchte.

Auf eine theoretische Zukunft in München angesprochen, sagte Klopp am Wochenende: „Ja klar, wieso soll ich mir das nicht vorstellen können? Direkt wird es schwierig, aber das wissen sie in München auch.“ So, so. Vor der Meisterfeier auf dem Rathaus-Balkon reagierte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge auf die Aussage des scheidenden BVB-Trainers so: „Schön, dass Klopp ein kleines Faible für den FC Bayern hat.“

Ironie? Ein Späßchen – oder mehr? Für Rummenigge hat eine Vertragsverlängerung mit Guardiola Priorität. „Wir sind sehr glücklich und zufrieden mit ihm. Er hat in zwei Jahren fünf Titel geholt, das hat vor ihm auch noch keiner geschafft.“ Bei der Party im Postpalast hatte Rummenigge den Arm auf Peps Schulter gelegt und gelobt: „Das, was unser Trainer mit seinem Team dieses Jahr nach dem Gewinn der WM geleistet hat, ist großartig. Vielen Dank dafür, lieber Pep!“ Alle Umschmeichelungen helfen nichts, wenn Guardiola einen anderen Lebensplan hat und für sich beschließen wird, dass drei Jahre Bayern genug sind.

Also doch Klopp? Denn die Alternativen schwinden im Fall der Fälle eines Pep-Rückzugs 2016. Joachim Löw, der Bundestrainer? Würde im Anschluss an die EM 2016 nicht direkt übernehmen. Roger Schmidt hat gerade in Leverkusen verlängert, Lucien Favre ist in Gladbach gesetzt, der Augsburger Markus Weinzierl noch zu grün für einen Verein wie Bayern. Was ist, wenn Real Madrid doch ernst macht? Ob er schon Spanisch lerne, wurde Klopp gefragt und antwortete: „Una cerveza por favor (Spanisch für „Ein Bier bitte“, d. Red.) Damit kommt man auf Mallorca schon mal ganz schön weit. Ich kann nahezu jeden deutschen Dialekt, also kann ich auch Spanisch lernen – wenn ich muss.“ Muss er ja vielleicht gar nicht...

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