Klopp erfüllt Kimmich-Wunsch nicht: "Ich hatte bis zuletzt gehofft"
Der Kapitän geht von Bord – weil er muss: Joshua Kimmich war nach dem enttäuschenden 0:1 in Augsburg gegen Griechenland anzumerken, dass er gern auch die kommenden beiden Spiele bei der Nationalmannschaft geblieben wäre. Doch Bundestrainer Jürgen Klopp hält an seinem Plan fest – für Kimmich geht es zurück zum FC Bayern.

Enttäuschung nach der Niederlage
"Ich hatte bis zuletzt gehofft, zu bleiben – und wäre natürlich gerne geblieben. Aber ich verstehe, dass der Trainer einfach auch andere Jungs kennenlernen möchte", sagte Kimmich nach der ersten Niederlage im zweiten Nations-League-Spiel. Der 31-Jährige war daran selbst nicht unbeteiligt, er fälschte den Schuss von Dimitris Kourbelis noch entscheidend ab ins eigene Tor.
Klopp wechselt nun nach den ersten beiden Spielen in der Nationenliga seinen Kader fast komplett durch, auch Kimmich erhält wie angekündigt eine Auszeit. "Das war von vornherein so der Plan, dass wir einen großen Kader haben, dass wir einmal durchwechseln. Dementsprechend werde ich von zu Hause die Daumen drücken", sagte Kimmich, der nun sein "Heimspiel" am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF) gegen Serbien in München und das Rückspiel in Griechenland (4. Oktober) verpassen wird.
Ungewisse Pläne für das Serbien-Spiel
Ob Kimmich in der Arena sein wird, ließ er offen. "Ich weiß es noch nicht so genau", sagte er: "Ich fahre erst mal nach Hause, und dann werden wir schauen. Es wird jetzt nicht weit weg gehen, weil die Kinder in die Schule gehen. Dementsprechend werde ich zu Hause sein und am Donnerstag vielleicht zum Spiel kommen."

Vom Auftritt gegen die Griechen war auch Kimmich, der ebenso wie Nebenmann Felix Nmecha defensive Schwächen zeigte, enttäuscht. "Es war jetzt nicht so, dass wir es verlieren müssen. Aber es war nicht so, dass wir einen Sieg verdient gehabt hätten. Dafür ist uns zu wenig eingefallen. Wir haben uns zu wenig Chancen erarbeitet", kritisierte der Spielführer, der unter Klopp wieder im zentralen Mittelfeld spielt. Julian Nagelsmann hatte Kimmich bei der WM als Rechtsverteidiger eingesetzt – ohne Erfolg.
Neuer Ansatz unter Klopp
Trotz des Rückschlags wollte Kimmich den Start unter Klopp nicht zu negativ bewerten. "Es ist offensichtlich, dass wir Dinge ausprobieren, dass wir zueinanderfinden müssen, dass es ein neuer Ansatz ist und wir uns darauf einlassen müssen, das werden wir auch. Wir werden auch besser werden", versprach der Bayern-Profi. Die Stimmung in Klopps erster Trainingswoche als neuem Chefcoach sei "sehr positiv" gewesen, so Kimmich.

Doch damit es so bleibt, braucht die Mannschaft nun dringend einen Sieg gegen Serbien – mit neuem Personal. Vom FC Bayern könnten etwa Aleksandar Pavlović, Tom Bischof und Lennart Karl in die Startelf rücken.
Kimmich aber, der gegen Griechenland sein 116. Länderspiel absolvierte und damit nur noch fünf Partien hinter Bastian Schweinsteiger auf Platz sieben der ewigen DFB-Rangliste liegt, wird fehlen. Es bleibt für ihn dabei: Mit dem DFB ist es seit jetzt zehn Jahren keine Liebesbeziehung.
Kimmichs unerfüllte Titelträume
Legendenstatus wie Schweinsteiger oder die ebenfalls vor ihm platzierten Lothar Matthäus, Miroslav Klose, Thomas Müller, Lukas Podolski und Manuel Neuer, allesamt Weltmeister, wird Kimmich nur dann erreichen, wenn er einen großen Titel gewinnt. Und danach sieht es Ende September 2026 nicht aus.
Kapitän Kimmich könnte ein Unvollendeter bleiben. Selbst dann, wenn er Rekordspieler Matthäus (150 Einsätze) irgendwann überholen sollte.
