Kampf gegen Rassismus: Jerome Boateng nimmt Kollegen in die Pflicht

Jérôme Boateng vom FC Bayern plädiert auf eine stärke Positionierung von Profisportlern im Kampf gegen Rassismus, Teamkollege Joshua Kimmich pflichtet ihm bei.
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Jérôme Boateng wechselte 2011 von Manchester City zum FC Bayern.
Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa Jérôme Boateng wechselte 2011 von Manchester City zum FC Bayern.

München - Rio-Weltmeister Jérôme Boateng wünscht sich im Kampf gegen Rassismus noch eine stärkere Positionierung prominenter Persönlichkeiten.

"Unsere Stimmen werden gehört, wir haben eine Plattform und Reichweite", sagte der Fußball-Profi von Bayern München der Deutschen Welle. "Nicht jeder weiße Sportler, der sich jetzt nicht äußert, ist Rassist. Das ist klar. Wenn ich Videos von Demos sehe, sehe ich Menschen aller Hautfarben. Aber natürlich ist es wünschenswert, dass sie ihre Bekanntheit auch für dieses Thema einsetzen. Viele machen das, aber ich denke, da ist noch viel Luft nach oben", ergänzte Boateng.

Boateng plant Integrationsprojekte

Zudem finde er es wichtig, so der 31-Jährige, "dass sich das alles nicht nur auf Social Media abspielt. Aktionen wie der 'Black Out Tuesday' sind schön und gut, aber es gilt, wirklich anzupacken und etwas zu tun, sei es in Form von Arbeit mit Kindern oder anderen Integrationsprojekten. Da kann jeder helfen".

Er selbst werde sich "in naher Zukunft in diesem Bereich" engagieren. In Deutschland habe er "sehr viele gute Erfahrungen" gemacht. Aber, sagte Boateng, "insgesamt geht es in eine gewisse Richtung, wo ich mir denke, wir waren doch schon weiter". Der Fall George Floyd halte einem "vor Augen, wie weit verbreitet Rassismus gegen Schwarze in Amerika immer noch ist und welche Rolle 'Racial Profiling' in den USA spielt".

Das "Allerwichtigste" für Boateng ist deshalb die Erziehung der Kinder. "Es liegt immer an den Eltern und an dem, was sie ihren Kindern mitgeben. Auch in den Schulen müsse das Thema Rassismus fester Bestandteil des Unterrichts sein. Nur so kommen wir weiter".

Kimmich: Statement als Team geplant

Auch Boatengs Teamkollege Joshua Kimmich nimmt die Profisportler in die Pflicht: "Wir Fußballer, wie es Sancho vorgemacht hat, haben eine enorme Reichweite. Mit Symbolen können wir ein Zeichen für die Gesellschaft setzen", erklärte der Nationalspieler im "Guardian". "Wir leben in einer Welt. Es macht kein Unterschied ob du schwarz oder weiß bist."

Der 25-Jährige kündigte zudem einen möglichen Protest des FC Bayern an. "Wir diskutieren und vielleicht können wir auch etwas tun. Wir dürfen Rassismus keinen Platz geben."

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