Javi Martinez: Er ist Bayerns Sturm-Chamäleon

Er macht seit 2012 lediglich 53 Bundesliga-Spiele, ein Kreuzbandriss warf ihn aus der Bahn. Doch nun ist Mr. Wichtig endlich wieder zurück: Bayern-Star Javier Martinez erzielte gegen Schalke nach 813 Tagen wieder ein Tor.
| Patrick Strasser
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Der erste Torschrei nach 813 Tagen, das Ende einer langen Leidenszeit: Javier Martinez jubelt gemeinsam mit David Alaba über seinen Treffer zum 2:1 für den FC Bayern im Spiel gegen Schalke 04.
firo/augenklick Der erste Torschrei nach 813 Tagen, das Ende einer langen Leidenszeit: Javier Martinez jubelt gemeinsam mit David Alaba über seinen Treffer zum 2:1 für den FC Bayern im Spiel gegen Schalke 04.

Gelsenkirchen, München - Lediglich hinten aufräumen? Das war ihnen zu langweilig. Die Reha-Innenverteidigung des FC Bayern wollte in der zweiten Halbzeit der Partie beim FC Schalke selbst Fakten schaffen. Erst rannte Medhi Benatia, zum ersten Mal seit August in der Startelf, in den gegnerischen Strafraum, seinen Kopfball setzte er über das Tor. Nach 69 Minuten versenkte Javi Martínez, der ewige Leidensgenosse, die Kugel zum 2:1 in bester Horst-Hrubesch-Manier. Flanke Robben, Kopfball Martínez – drin.

Der Absender war bekannt, der Adressat eher überraschend. „Ich weiß auch nicht, was er da vorn gemacht hat, warum er da war“, rätselte der Holländer und lachte. „Er ist einfach reingelaufen und war frei. Und er macht das Ding gut rein. Vielleicht ist das ja seine neue Position.“

 

Erinnerung an den Last-Minute-Treffer gegen Chelsea

 

Martínez kann Mittelstürmer. Schon mehrmals, wenn es eng wurde und die Kameraden der Offensivabteilung nichts Zählbares zustande gebracht hatten, schickte Trainer Pep Guardiola den Basken ins Angriffszentrum. In lebhafter Erinnerung aller Bayern-Fans ist immer noch der Last-Verlängerungs-Minute-Ausgleichstreffer zum 2:2 im Uefa-Supercup 2013 gegen den FC Chelsea, mit dem der Baske das – später siegreiche – Elfmeterschießen erzwang.

Lesen Sie hier: Alaba verletzt sich gegen Schalke - die Diagnose

Schlappe 813 Tage ist das nun schon her. „Hinter ihm liegt eine schwere Zeit mit Verletzungen, das Tor war sicher etwas Besonderes für ihn“, sagte Robben und sprach ein überraschendes Lob aus: „Im Champions-League-Finale war er damals der beste Mann auf dem Platz.“ Wenige Wochen vor dem Supercup, Ende Mai 2013 gegen den BVB (2:1). Sein bislang letztes Bundesligator hatte Martínez eine Woche vor dem Wembley-Triumph erzielt, beim 4:3 in Mönchengladbach am letzten Spieltag jener Saison.

 

Der teuerste Bayern-Einkauf der Geschichte

 

Nach seinem Treffer auf Schalke wusste Martínez selbst nicht wohin mit seiner Emotion, rüttelte und riss am Trikot. Der trotz Götze, Vidal oder Costa immer noch teuerste Einkauf der Bayern aller Zeiten (40 Millionen Euro Ablöse) machte seit 2012 lediglich 53 Bundesliga-Spiele, ein Kreuzbandriss und die Reha warfen ihn aus der Bahn. Doch nun ist Mr. Wichtig endlich wieder zurück. „Er ist so wichtig für uns“, sagte Guardiola kürzlich, „mit seinem Herz, seiner Leidenschaft. Er ist ein super Mensch, ein super Typ. Er ist der geborene Teamplayer.“

Und ein Chamäleon. Ein (mittel-)stürmender Innenverteidiger.

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