Hotel, Flughafen: So hat der FC Bayern gefeiert

Finale dahoam! Wie die Helden von Madrid am Flughafen empfangen wurden, wie sie mit den Fans und den Bossen beim Bankett feierten. Die Spieler baden im Glück.
| Patrick Strasser
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Finale dahoam! Wie die Helden von Madrid am Flughafen empfangen wurden, wie sie mit den Fans und den Bossen beim Bankett feierten. Die Spieler baden im Glück.

München/Madrid - Ohne Pokal, ohne Medaillen feiert es sich nicht so richtig. Daher mussten die Bayern-Stars nach ihrem Halbfinal-Triumph im Elfmeterschießen bei Real Madrid das Erreichen der Champions League mit zwei profanen Sachen feiern: einem weißen T-Shirt mit der Aufschrift in Rot „Final 2012 dahoam“ und einem Lebkuchenherz. Der echte Pott, Kindheitsraum aller Fußballer, soll dann am 19. Mai in der Allianz Arena - Haupttribüne Mittelrang - aus den Händen von Uefa-Präsident Michel Platini in Empfang genommen werden.

Um 13.45 Uhr empfingen rund 200 Flughafenangestellte den Bayern-Tross auf dem Rollfeld mit großen Lettern „Finale“ und einem roten Teppich. Zurückgekommen und angekommen. Der Kapitän der Lufthansa-Maschine ließ aus dem Cockpit eine Bayern-Fahne wehen. Eine einmalige Geschichte ist dieses achte Europacup-Finale im wichtigsten Wettbewerb des Kontinents für den FC Bayern. Mit der Rückkehr aus Madrid landetet man gleich am Zielort, am Sehnsuchtspunkt der gesamten Saison.

„Danke, aber wir haben doch noch nichts gewonnen“, meinte Toni Kroos zu einem Fan, der ihn beglückwünschte. Am Gepäckband herrschte Ausnahmezustand unter den Foto- und Autogrammerhaschern. Nur die Beatles hatten einst einen triumphaleren Empfang.

Gerade einmal etwas mehr als 14 Stunden waren seit der Gefühlsexplosion von Madrid vergangen. Als Bastian Schweinsteiger den letzten Elfmeter gegen Iker Casillas verwandelte, gab es kein Halten. Und: Die Helden wollten zeigen, was sie haben. Weg mit dem Trikot. Für den Einzug ins Champions-League-Finale gibt’s keinen Pokal, also stellten die Spieler sich selbst zur Schau. Oberkörper frei! Waschbrett-Bauch olé! Neben Schweinsteiger schmiss sich auch Gomez oben ohne in die Jubel-Traube.

Die Spieler badeten im Glück, Adrenalinduschen ersetzten das Weißbier-Ritual. Dafür soll nach den beiden Endspielen Gelegenheit sein. Erst in Berlin beim DFB-Pokal-Finale am 12. Mai gegen Meister Borussia Dortmund und eine Woche später in München gegen den FC Chelsea.

Die 4000 Bayern-Fans waren unter dem Dach des Bernabeú untergebracht – was in Sachen Akustik ein Plus war, Siegesdevotionalien konnten so nicht bei den Anhängern landen. Die Fans forderten Manuel Neuer zur „Humba“, schließlich gab Schweinsteiger den Vorsänger.

Erst um ein Uhr war man im Mannschaftshotel „The Westin Palace“ unweit des Prado angekommen, die Sponsoren und Vip-Gäste empfingen die müden Helden mit Ovationen. Bei seiner immer wieder von Beifallsstürmen unterbrochenen Rede lieh sich Karl-Heinz Rummenigge einen Spruch von Walt Disney. „Alle Träume können wahr werden, wenn wir nur den Mut haben, ihnen zu folgen“, zitierte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender die Film-Legende. Doch die Party kam schwer in Gang. Die Spieler verschwanden recht schnell auf den Zimmern. Es war ihnen freigestellt, in der Stadt noch Party zu machen, doch die meisten waren zu ermattet. Auch die Vips standen noch sehr unter dem Eindruck des dramatischen Spiels. Zeit für echte Ausgelassenheit ist erst am 19. Mai. Die Zigarren hatten die Bosse zu später Stunde an ihrem Tisch freilich trotzdem herausgeholt. Franz Beckenbauer und seine Frau Heidi genossen die Rauchzeichen der Sieger, pafften beide kräftig mit.

Nur der Tiger war besonders gut drauf. Hermann Gerland, der Assistenzcoach und seit früheren Bochumer Tagen mit dem eigenwilligen Spitznamen ausgestattet, tanzte mit einem Zigarren-Stumpen in der Hand und einem Glas Whiskey-Cola. Gestern wird er nicht wie sonst um 7 Uhr in der Früh der erste beim Frühstück gewesen sein.

Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß beschworen erneut den Geist der großen Bayern-Familie, man begrüßte Ex-Spieler Martin Demichelis im Saal, der jetzt beim FC Malaga kickt und extra zum Spiel nach Madrid geflogen war.

Manche Spieler kehrten von ihren Zimmern zu später Stunde wieder zurück in den Bankettsaal – kaum einer konnte schlafen. Am Samstag sollen sie übrigens wieder Fußball spielen, die Helden von Madrid. Der Gegner VfB Stuttgart dürfte sich freuen.

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