Hoeneß will Bosingwa: "Ein sehr interessanter Mann"

Die Bayern planen mit Philipp Lahm auf der linken Seite. Für rechts soll der Portugiese Jose Bosingwa vom FC Chelsea kommen. Der gefällt Manager Uli Hoeneß.
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Ein Blauer für die Bayern: Chelseas Rechtsverteidiger José Bosingwa ist nach wie vor im Visier der Bayern.
Bongarts/Getty Images Ein Blauer für die Bayern: Chelseas Rechtsverteidiger José Bosingwa ist nach wie vor im Visier der Bayern.

MÜNCHEN - Die Bayern planen mit Philipp Lahm auf der linken Seite. Für rechts soll der Portugiese Jose Bosingwa vom FC Chelsea kommen. Der gefällt Manager Uli Hoeneß.

Der FC Bayern der Saison 2008/2009 wies so einige Baustellen auf. Eine der markantesten war die des Außenverteidigers. Jeweils die Seite, auf der Philipp Lahm gerade nicht spielte. Seine Gegenüber hießen: Lell, Oddo und am Ende sogar Lucio. Besetzungen, mit denen im internationalen Geschäft kein Blumentopf und schon gar kein Silberpokal zu holen war. Drei Wochen nach Saisonende sind diese bedenklichen Lücken so gut wie geschlossen.

Neben dem bereits verkündeten Wechsel von Edson Braafheid (von Twente Enschede) und dem nur noch an vergleichsweise marginal differierenden Ablösevorstellungen hängenden Wechsel von Danijel Pranjic (SC Heerenveen) für die linke Seite, ist nun wohl auch ein erstklassiger Mann für rechts gefunden: Jose Bosingwa (26), Stammkraft beim FC Chelsea und in Portugals Nationalteam.

Von Chelsea zu Bayern: Warum sollte Bosingwa das tun? Die Antwort liegt bei einem Mann, der einst wegen versuchten Klodeckel-Diebstahls vorübergehend verhaftet und zu 80 Pfund Strafe verdonnert wurde: Glen Johnson, ebenfalls Rechtsverteidiger und Wunschspieler des neuen Chelsea-Trainers Carlo Ancelotti. Vor zwei Jahren wurde Johnson mit dem Kollegen Ben May vom FC Millwall von einem Ladendetektiv erwischt, als er einen Toilettensitz in einen billigeren Preiskarton tat. Schon von 2003 bis 2006 spielte Johnson bei Chelsea, wurde an Portsmouth ausgeliehen, kam zurück, spielte unter Mourinho kaum, wechselte zu Portsmouth, schaffte es in die Nationalelf und nun erneut zurück zu Chelsea.

Das gefährdet Bosingwas Stammplatz und reibt den Portugiesen in die Arme von Uli Hoeneß. Der Bayern-Manager sagt sagt zur AZ über Bosingwa: „Auf jeden Fall ein sehr interessanter Mann, deshalb interessieren wir uns auch für ihn.“ Die Ablöse für den hochgelobten Champions-League-Sieger von 2004, dessen Vertrag bei Chelsea noch zwei Jahre läuft, bewegt sich wohl in der Preisklasse zwölf Millionen Euro. Als Bosingwa nach 2008 vom FC Porto kam, überwies Chelsea-Chef Roman Abramowitsch noch 20 Millionen Euro.

Doch die fetten Jahre bei den Blues scheinen vorüber zu sein. Zwar wurden Ancelotti ein paar neue Spieler versprochen (Pato vom AC Mailand gilt als Kandidat). Doch müssten im Gegenzug auch ein paar Kräfte abgegeben werden: Für Kicker wie Deco, Carvalho, Kalou, Belletti und Ivanovic ist künftig wohl kein Platz mehr. Geschäftsführer Peter Kenyon musste einräumen, dass aus der für 2010 geplanten finanziellen Unabhängigkeit von Abramowitsch wohl nichts wird.

Das ist gut für die Festgeld-Bayern. Dort gilt nun: Außen vor! Mit den offensiv starken Bosingwa auf rechts und Lahm auf links wäre die Baustelle Außenverteidigung vorzüglich behoben; ein Aufrücken des technisch starken Linksfußes Braafheid in die Innenverteidigung ist durchaus eine Option für Trainer Louis van Gaal. Eine, die weder den zuletzt mäßig überzeugenden Herren Lucio und Demichelis behagen wird, von Daniel van Buyten ganz zu schweigen.

Der neue FC Bayern nimmt allmählich Form an. Eine vielversprechende Form. tbc/rf

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