Hitzlsperger: "Bayern ist nicht mehr wie vor Guardiola"

Im AZ-Interview spricht der Ex-Nationalspieler über das bayerische Derby am Sonntag, die Chancen von Kimmich, seinen Ex-Mitspieler Tasci und das Pep-Engagement bei Manchester City.
| Interview: Patrick Strasser
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Bayern-Trainer Pep Guardiola
dpa Bayern-Trainer Pep Guardiola

München - Am Wochenende trifft der FC Bayern München auf den FC Augsburg. Im AZ-Interview äußert sich der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger unter anderem über seinen Ex-Mitspieler und Neu-Bayern Serdar Tasci.

AZ: Herr Hitzlsperger, am Sonntag steigt das bayerische Derby zwischen dem FC Augsburg und dem FC Bayern. Haben die Augsburger auch mal eine Chance gegen die Bayern, wenn die Meisterschaft noch nicht entschieden ist – also diesmal? Bei den zwei Siegen im Frühjahr 2014 und 2015 waren die Münchner ja schon durch.

THOMAS HITZLSPERGER: Eine Chance gibt es bekanntlich immer. In diesem Fall ist die Chance sicher nicht sehr groß, weil die Bayern Dortmund weiter auf Abstand halten wollen. Das wird sie antreiben.

Den Bayern fehlen weiterhin Jérôme Boateng, Medhi Benatia und Javi Martínez. Hat Joshua Kimmich als neueste Entdeckung von Pep Guardiola wirklich das Zeug zum Innenverteidiger? Wird er Bayerns nächster Nationalspieler?

Ein Durchbruch ist Joshua unbedingt zu gönnen. Aber dazu braucht es mehr als die gewissenhafte Entscheidung von Pep Guardiola. Die Mannschaft muss ihn annehmen, und speziell seine Mitstreiter spielen da eine große Rolle. Dazu kommt noch das Publikum. Dass Joshua selber das Zeug zum Nationalspieler hat, daran zweifele ich nicht.

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Sie haben mit Serdar Tasci in der Nationalelf gespielt – ist er wirklich nur ein Notkauf oder kann der Innenverteidiger Bayern tatsächlich helfen?

Tasci ist ein Mannschaftskamerad, den man nicht vergisst. Er ist für jede Mannschaft ein Plus – auch für Bayern. Vieles hängt aber von seiner Fitness ab. Ich befürchte, dass er in der Champions League den Bayern nicht weiterhelfen kann, für die Bundesliga und den DFB-Pokal kann er aber eine wichtige Stütze sein.

Hat sich Pep Guardiola einen Gefallen damit getan, als er sagte, er sei „multitasking-fähig“, auf die Frage, ob er parallel auch schon gelegentlich mit den Gedanken bei der Kaderplanung für Manchester City sei?

Pep Guardiola wollte die erst mal misstrauischen Bayern wohl einfach nur trösten. Aber es gab eben auch Leute, die unter Multitasking einfach nur kalkulierte Minderleistung verstehen. Er hat aber seine Parallelarbeit nicht an die große Glocke gehängt. Als es dann bekannt wurde, hat er nicht drumherum geredet. Das finden viele Leute sympathisch. Es gibt ja immer wieder „Doppelagenten“, die aber den interessierten Leser für dumm verkaufen.

Ist Manchester City ein Verein, der zu Guardiola passt? Und wenn ja, warum?

Bisher war es immer so, dass Guardiola seinen Verein mindestens genauso prägte wie umgekehrt. Das ist seine Stärke. Auch Bayern ist heute nicht mehr das Bayern der Vor-Guardiola-Zeit. City ist kein Beton-Monument. Beide Seiten werden sich einander annähern.

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Die Bayern stehen vor den großen Duellen mit Juventus Turin im Achtelfinale der Champions League. Könnte diese K.o.-Runde der Knackpunkt der Saison werden, weil die Aufgabe so tough ist?

Es bleibt interessant. Viel mehr kann man heute nicht sagen. Alles andere wäre blasse Spekulation. Das belegen schon die Zahlen aus dem Wettgeschäft. Aber ich selber will mich an Wetten nicht beteiligen.

Zu den Augsburgern: Kann der FCA in der Europa League tatsächlich den FC Liverpool mit Jürgen Klopp rauswerfen?

Kann er, wenn nicht etwas heute Unvorhersehbares passiert. Beide sind relativ stabil – wenn auch Liverpool auf höherem Niveau.

Markus Weinzierl wird als künftiger Trainer von RB Leipzig gehandelt. Wird Weinzierl eines Tages einmal Trainer beim FC Bayern?

Man würde gern wissen, was in den Köpfen des Vorstandes und in den Herzen der Spieler vorgeht. Aber dieses Mal müssen wir warten, bis Hoeneß wieder präsent ist.

Letzte Frage zum FC Ingolstadt: Der FCI spielt als Aufsteiger eine fantastische Saison. Schaffen die Schanzer tatsächlich den Klassenerhalt?

So genau lässt sich das noch nicht sagen, aber Ralph Hasenhüttl hat bisher viele richtige Entscheidungen getroffen. Wenn ich mir ein paar der Konkurrenten anschaue, vor allem drei, vier Mannschaften am Tabellenende, dann würde mich ein Abstieg der Ingolstädter mehr überraschen als ein EM-Titelgewinn Ungarns.

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