Hausgemachte FC-Bayern-Probleme: Was nun, Mijnheer van Gaal?

Nur acht Punkte aus sechs Spielen, da wirkt auch Louis van Gaal ratlos. Dabei sind seine Probleme hausgemacht – einige hätte der Trainer durchaus vorhersehen können. Die AZ nennt die Baustellen:
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Hat er sich verzockt? Bayern-Coach van Gaal zeigte sich in Basel selbstkritisch.
firo/Augenklick Hat er sich verzockt? Bayern-Coach van Gaal zeigte sich in Basel selbstkritisch.

Nur acht Punkte aus sechs Spielen, da wirkt auch Louis van Gaal ratlos. Dabei sind seine Probleme hausgemacht – einige hätte der Trainer durchaus vorhersehen können. Die AZ nennt die Baustellen:

MÜNCHEN Es läuft nicht gut für Louis van Gaal. Nach sechs Spielen abgeschlagen im Tabellen-Nirgendwo, die Stürmer treffen nicht, die WM-Helden wirken müde, und die Ausnahmekönner Robben und Ribéry werden noch lange fehlen. „Der FC Bayern darf nicht in sechs Spielen acht Punkte holen. Das ist viel zu wenig. Der Vorstand hat recht, das kann ich nicht leugnen“, gab sich der Bayern-Coach problembewusst.

Dabei stärkt Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge dem Trainer den Rücken: „Er macht tagtäglich einen Super-Job. An der Vertragsverhandlung hat das Spiel nichts geändert. Ich mache so etwas nicht an einem Spiel oder einer Niederlage fest. Es geht um die Mannschaft, nicht um den Trainer. Die Mannschaft ist aufgefordert, eine andere Gangart einzulegen."

Dennoch: Das 1:2 gegen Mainz zeigte, dass sich der Holländer so einige Baustellen selbst eingebrockt hat. Van Gaal wirkt ratlos. Was nun, Minjheer?

Die Taktik

Am Freitag war sich Louis van Gaal noch sicher: Mainz wird in der Allianz Arena so auftreten wie fast alle anderen Gäste-Teams auch: defensiv, alle Mann hinten rein. Nach dem frühen Offensivzauber der Herren Allagui, Szalai und Holtby sah das schon um 15.45 Uhr ganz anders aus. „Der FC Bayern hatte große Schwierigkeiten mit dem Pressing nach vorne“, gab van Gaal zu, „das haben wir gewusst, aber da müssen wir trotzdem durchkommen.“ Kamen sie aber nicht. Weil die Mainzer Dauerläufer den Bayern Bastian Schweinsteiger und Mark van Bommel so wenig Zeit für die Ballverarbeitung ließen, was diese in ein Fehlpassfestival schickte.

Die Kaderplanung

Bis auf Heimkehrer Toni Kroos stieß keine Verstärkung zum Kader - auf Wunsch van Gaals, der schlanke Kader bevorzugt und am liebsten außer Jose Ernesto Sosa auch noch Andreas Ottl, Edson Braafheid & Co. Richtung Transferliste verabschiedet hätte. Wenn sich nun zwei, drei Spieler verletzen und längst Rausrotierte eingewechselt werden, fällt das Niveau drastisch. Anders als bei Mainz, das selbst nach Siegen die halbe Elf umbaut.

Das Kreativ-Dilemma

Weder Klose noch Müller funktionierten als verkappte Zehner hinter der einzigen Spitze. Toni Kroos darf dort nicht spielen, mühte sich am linken Flügel. Finaler Ausdruck der Hilflosigkeit: die fast vier Meter hohe Doppelbrechstange Gomez/van Buyten.

Die Motivation

Nach der Partie sprachen alle von Wille, Leidenschaft sowie von Einsatz- und Laufbereitschaft – und meinten dabei die Mainzer. Vor dem zweiten Gegentreffer zirkulierte der Ball in den Mainzer Reihen, ohne das die teilnahmslosen Bayern sich in einen Zweikampf begaben. Miroslav Klose sagte: „Bei Mainz passt im Moment alles, da läuft es. Das kann man von uns absolut nicht behaupten."

Thomas Becker

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