Hartelijk welkom, Herr van Gaal

Heute startet die „Operation Oranje“ an der Säbener Straße. Was den neuen Coach Louis van Gaal beim FC Bayern erwartet.
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Schon mal ins Wiesn-Outfit montiert: Louis van Gaal.
Fotomontage: Rauchensteiner/Augenklick Schon mal ins Wiesn-Outfit montiert: Louis van Gaal.

Heute startet die „Operation Oranje“ an der Säbener Straße. Was den neuen Coach Louis van Gaal beim FC Bayern erwartet.

MÜNCHEN Come on, Boys – rief Jürgen Klinsmann. Smile! Und sie lachten in Richtung Kamera-Objektive. Klinsmann und die Crew, seine Assistenten Theslof, Norman, Martins, Wilhelmi und Schmidtlein. Der Trainingsauftakt an der Säbener Straße am 30. Juni 2008 – eine Fehleinschätzung, eine sportliche Enttäuschung, eine Entlassung, eine Renaissance mit Saisonmindestziel-Rettertrainer Jupp Heynckes und eine Sommerpause her. Kurz: Eine Ewigkeit, exakt 367 Tage lang.

Ab Mittwoch startet das Unternehmen Operation „Oranje“. Der Holländer Louis van Gaal hat seinen ersten Arbeitstag, Treffpunkt für die Spieler ist ab 10 Uhr, in der Kabine folgt des Trainers erste Ansprache. Hartelijk welkom, Mijnheer van Gaal!

Ab sofort soll nicht jeder Spieler jeden Tag besser gemacht werden, sondern der Fußball. Nicht Tag für Tag, aber Spiel für Spiel. ABC-Übungen im Training, Präzisionsfußball, klare Ansprache, offene Worte – dafür steht van Gaal. Bald auch für Erfolge und Titel? Sportdirektor Christian Nerlinger, der Manager Uli Hoeneß entlasten und eng mit van Gaal zusammenarbeiten wird: „Unser Anspruch muss es sein, eine Handschrift des Trainers auf dem Platz zu sehen.“ Und am Ende der Saison Pokale in der Vitrine.

Am Mittwoch wird van Gaal mit seinen Landsleuten Andries Jonker (Co-Trainer), Jos van Dijk (Trainingssteuerung) und Max Reckers (Video-Analyst) für die Fotografen posen – plus Kult-Co Hermann Gerland und Torwarttrainer Walter Junghans. Sie alle haben sechs große Probleme zu lösen:

Die Überbesetzung: 27 Mann sind zu viel. Für einen „vernünftigen Trainingsbetrieb“ sei der Kader zu groß, sagte Nerlinger. Auf der Streichliste stehen Tim Borowski, Andreas Ottl, Christian Lell, José Sosa und Breno. Der gekränkte Lucio und der glücklose Toni („Ich bleibe dem FC Bayern treu“) dagegen werden den Konkurrenzkampf wohl aufnehmen.

Die Konkurrenz im Sturm: Zum wiedergenesen Klose und Toni kommen 30-Millionen-Euro-Mann Mario Gomez plus der Kroate Ivica Olic. Nur zwei können spielen – ein Pulverfass der Eitelkeiten und Enttäuschungen?

Die Ribéry-Launen: Bekennt sich der Franzose endlich und endgültig – zumindest für diese Saison – zum FC Bayern? Van Gaal duldet keine Starallüren, Ribéry soll sein wichtigster Mann werden. Eine knifflige Aufgabe.

Die Lucio-Tränen: Der Kapitän des brasilianischen Confed-Cup-Siegers war tief gekränkt als er hörte, bei Bayern plane man nicht mehr mit ihm. Nun hat er Urlaub – danach muss ihn van Gaal wieder hinbekommen.

Der Kampf um die „1“: Der FC Schalke gibt U21-Europameister Manuel Neuer nicht her, nun sollen sich Michael Rensing, einst designierter Kahn-Nachfolger und Klinsmann-Liebling Jörg Butt im Tor duellieren.

Die Kapitänsfrage: Mark van Bommel machte seinen Job gut. Doch kann van Gaal auf einen Landsmann setzen, der auf seiner Position Konkurrenz von Star-Einkauf Anatolij Timoschtschuk bekommt, womöglich ab und an auf der Bank sitzt? Da böte sich Philipp Lahm als neuer Kapitän an. Viel zu tun für van Gaal.

Patrick Strasser

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