Guardiolas Dank für eine hilfreiche Niederlage

Beim Topspiel gegen Bayer Leverkusen (Sa., 18.30 Uhr im AZ-Liveticker) adelt Pep Guardiola seinen Trainer-Kollegen Roger Schmidt. Dennoch hat der Coach des FC Bayern mit Schmidt noch eine Rechnung offen.
| Patrick Strasser
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Pep Guardiola verlor mit dem FC Bayern gegen Roger Schmidt und RB Salzburg letzte Saison in der Vorbereitung 0:3.
sampics / Augenklick Pep Guardiola verlor mit dem FC Bayern gegen Roger Schmidt und RB Salzburg letzte Saison in der Vorbereitung 0:3.

München - Vielen Dank für die Niederlage. Pep Guardiola bedankte sich am Freitag noch einmal explizit bei Roger Schmidt. Gracias, hat gut getan. Ein 0:3? Eine solch saftige Klatsche? Ja, weil es nur ein Testspiel war. Ein Weckruf. „Die Niederlage in Salzburg hat uns damals wachgerüttelt“, sagte Guardiola über das 0:3 in der Winter-Vorbereitung im Januar diesen Jahres.

Nun trifft der Katalane erstmals wieder auf Schmidt, der seit Juli Bayer Leverkusen trainiert. Und eigentlich müsste das Spiel (Samstag, 18.30 Uhr im AZ-Liveticker) in der Allianz Arena gar nicht angepfiffen werden – was Schmidts Ego betrifft. Denn die Heiligsprechung von Pep erfolgte bereits am Freitag an der Säbener Straße. „Ich freue mich, wieder gegen Roger Schmidt zu spielen. Trainer wie er sind gut für den Fußball. Er will immer nach vorne spielen. Ich bin ein big, big Fan der Spielweise und des Trainers. Sie spielen immer mit seiner Idee.“

Zum Nachlesen: Die Pressekonferenz mit Pep Guardiola

Dennoch: Wer Guardiola kennt, weiß, dass ihn solch eine Pleite – auch wenn es nur ein Test war – verfolgt, über Wochen und Monate wurmt. Schlechte Aussichten für Bayer. Peps Motivation könnte nicht größer sein. Der Mann will, dass seine Mannschaft gefordert wird. „Das ist ein richtiger Gegner für uns“, erklärte Guardiola, „wir können einen großen Schritt nach vorne machen.“ Um die geht es. Laufen, laufen, laufen. Leverkusen werde auch in München „Angriffspressing spielen“, so Guardiola weiter: „Wir haben keine Zeit zu denken. Wir müssen schnelle Entscheidungen treffen.“ Um eine weitere Pleite gegen Schmidt zu vermeiden.

Bayer liegt den Bayern nicht wirklich: Nur vier Siege in den letzten zehn Liga-Partien. Dazu kommt: Leverkusen ist die einzige Mannschaft der Liga neben Dortmund, die in den vergangenen zwei Jahren in München gewonnen hat (im Oktober 2012 mit 2:1). Aktuell trennen die Teams zehn Punkte – und gefühlte Welten. Dennoch warnt Ex-Bayer-Kapitän Lothar Matthäus, bei TV-Sender „Sky“ Experte: „Bayer hat in vielen Spielen begeistert, sie haben Offensivstärke. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie weit vor dem eigenen Strafraum auf die Bayern gehen. Da muss sich deren Defensive umstellen, die zu selten gefordert wird. An einem guten Tag hat Leverkusen die Chance, gegen Bayern etwas zu holen.“

Lesen Sie hier: Völler sieht keine Chance gegen Bayern: „Mittlerweile utopisch“

Alle nehmen Guardiola Arbeit ab. Extra-Motivation? Nicht nötig. Er erwartet ein „top, top Spiel“. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge erwartet „ein Advents-Schmankerl“. Mit Bastian Schweinsteiger (30). Der Vize-Kapitän konnte die spielfreie Woche nutzen, um Trainingsrückstand aufzuholen. Ob der Mittelfeldspieler nach drei Einwechslungen nun reif für die Startelf ist? Pep schüttelte den Kopf, verriet: nichts.

Einzig die Variante vom 1:0 letzten Samstag in Berlin, als Arjen Robben und Franck Ribéry ziemlich mittig agierten, scheint ausgeschlossen. Gegen Leverkusen spielen „beide Außenverteidiger“, sagte Guardiola und lachte. Er war zu Scherzen aufgelegt, sprach von einer „Elferkette“.

Fünf Spiele in 14 Tagen stehen den Bayern nun bevor, vier Mal Bundesliga und das letzte, unbedeutende Match in der Champions-League gegen ZSKA Moskau am Mittwoch. „Wir haben nichts zu verschenken“, sagte Manuel Neuer. Außer Einsatzzeit. Gut möglich, dass Schweinsteiger erst gegen die Russen von Beginn an ran darf. „Er wird seine Spiele bekommen, auch wenn alle fit sind“, sagte Matthäus, „das reguliert sich. Jetzt ist für Bastian das Wichtigste, dass er von Verletzungen verschont bleibt.“ Und Pep von Roger.

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