Große Siege, schmerzhafte Pleiten: Neuers bittersüße Erinnerungen an Real Madrid

Am Dienstagabend läuft Manuel Neuer zum womöglich letzten Mal im legendären Bernabéu auf. An die Heimstätte von Real Madrid hat der Kapitän des FC Bayern gemischte Erinnerungen.
Patrick Strasser |
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2012 hatte Neuer im Elfmeterschießen bei Real Madrid eine seiner größten Sternstunden.
2012 hatte Neuer im Elfmeterschießen bei Real Madrid eine seiner größten Sternstunden. © imago

Es ist sein Ritual: Immer, wenn Manuel Neuer vor dem Anpfiff einer Halbzeit an seine Arbeitsstätte Strafraum läuft, macht er genau dasselbe: Der Keeper begrüßt erst einen Pfosten des Tores mit einem liebevollen Tätscheln, nach ein paar Sidesteps den anderen. Schließlich pascht der 1,93m-Riese mit beiden Händen noch gegen die Latte. Hallo, ihr lieben Pfosten, ich bin's, der Manu. Und servus, Latte! Auf ein gutes Spiel!

Am Dienstagabend wird der Torwart des FC Bayern zum wahrscheinlich letzten Mal die vier Pfosten samt der dazugehörigen Latte des legendären "Bernabéu" begrüßen. Das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Real Madrid könnte der letzte Auftritt des mittlerweile 40-jährigen Weltmeisters von 2014 und fünfmaligen Welttorhüters in einer der bedeutendsten und furchteinflößendsten Arenen der Welt sein.

Noch hat Neuer seine Entscheidung, ob er nach Saisonende seine große Karriere nach 15 Jahren beim FC Bayern beendet, nicht verkündet. Die Anzeichen jedoch mehren sich über die vergangenen Wochen und Monate, dass er tatsächlich Adiós sagt Ende Mai und seinen Vertrag nicht noch einmal um eine weitere Saison verlängert.

Als Neuer Real im Elfmeterschießen zum Verzweifeln brachte

Furchteinflößend waren Neuers Pranken – für die Königlichen. Das Elfmeterschießen zum Finaleinzug 2012 war sein größter Coup, daneben erlebte Neuer auch bittere Stunden im Norden von Madrid, dem im Viertel Chamartín gelegenen Bernabéu. Eine AZ-Erinnerung:

Halbfinal-Rückspiel 2012: Im ersten Jahr nach seinem Wechsel vom FC Schalke glücken dem jungen Neuer (damals 26) Heldentaten als er nach einem 1:2 nach Verlängerung (Hinspiel in München 2:1) im Elfmeterschießen die Versuche von Cristiano Ronaldo sowie Kaká pariert und den Gewaltschuss von Sergio Ramos über die Latte schaut. Bastian Schweinsteiger versenkt den letzten Elfer, das "Finale dahoam" wird unter Chefcoach Jupp Heynckes Wirklichkeit. Und dann zum Albtraum.

Halbfinal-Hinspiel 2014: In der ersten Saison unter Cheftrainer Pep Guardiola unterliegen die Bayern im Bernabéu mit 0:1 – nur ein Gegentreffer für Neuer, ein zu korrigierendes Ergebnis fürs Rückspiel. Doch eine Woche darauf gehen die Münchner in der Allianz Arena baden, verlieren gegen Real nach je zwei Toren von Cristiano Ronaldo und Sergio Ramos mit 0:4. Der höchst verärgerte Neuer muss vier Gegentreffer verdauen. Taktik-Aficionado Guardiola nimmt die Pleite, bis dato Bayern höchste Heimniederlage in der Königsklasse, auf seine Kappe.

Zuletzt gab es für Bayern in Madrid bittere Pleiten

Viertelfinal-Rückspiel 2017: Unter Carlo Ancelotti, zuvor und später erneut Trainer bei Real, müssen die Bayern nach dem 1:2 im Hinspiel in München die Partie in Madrid drehen. Krumme Dinger dreht eher Schiedsrichter Viktor Kassai, der erst Arturo Vidal mit einer zweifelhaften Gelb-Roten Karte vom Platz stellt und in der Verlängerung zwei Treffer von Ronaldo, erzielt jeweils aus einer Abseitsposition heraus, gibt – am Ende siegt Real mit 4:2, Bayern ist raus. Neuer zieht sich während der Verlängerung eine Fraktur im linken Fuß zu, hält aber durch. Ein Jahr darauf patzte Sven Ulreich, der langjährige Stellvertreter und Freund von Neuer, an Ort und Stelle im Halbfinal-Rückspiel 2018 (2:2) folgenschwer. Der Platzhirsch kurierte einen Wadenbeinbruch aus.

Halbfinal-Rückspiel 2024: Mit einem 2:2 im Gepäck aus dem ersten Duell reisen die Bayern unter Trainer Thomas Tuchel zum Rückspiel. Nach dem Führungstreffer von Alphonso Davies sieht es bis zur 88. Minute nach dem Finaleinzug aus. Dann kann Neuer einen Schuss von Vinicius Júnior lediglich nach vorne abklatschen, Real-Stürmer Joselu schiebt ein – 1:1. Verlängerung? In der Nachspielzeit erhöht erneut Joselu auf 2:1, das Ende aller Endspielträume für Neuer & Co.

Ob er sich diesmal ein Erinnerungsstück mitnimmt? "Von den Champions League-Finals 2013 und 2020 habe ich Teile der Tornetze mitgenommen", erzählte Neuer jüngst, "die lagern aktuell noch ordentlich verstaut zusammen mit den getauschten Trikots bei mir zu Hause."

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