Gomez zum Abschied: "Mich könnt ihr auf Kabel1 sehen"

Mario Gomez verabschiedet sich mit einem flotten Spruch von seinen Kollegen beim FC Bayern. Nicht der erste Torjäger, der durch die Hintertür geht.
| Patrick Strasser, Florian Bogner
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Florenz/Riva del Garda - Das hat es in Florenz lange nicht gegeben! Als am Montagnachmittag die Nachricht durchsickerte, dass Bayern-Beau Mario Gomez kommt, rannten Tifosi mit Fahnen auf die Straßen.

Für Florenz ist es der prominenteste Sommer-Import. "Das, was bis vor wenigen Wochen nur ein Traum zu sein schien, ist Wirklichkeit geworden", schrieb die "Tuttosport". Und die "Gazetta dello Sport" meinte: "Mit Gomez kann der AC Florenz jetzt träumen."

Am Donnerstag soll der 27-Jährige vor 20000 Fans im Stadion von Florenz vorgestellt werden. Die neuen Kollegen von Gomez (bekannteste Spieler der Truppe von Trainer Vincenzo Montella: Giuseppe Rossi, Alberto Aquilani, der Ex-Hoffenheimer Marvin Compper und Stefan Jovetic, der allerdings noch veräußert werden soll) reisen ab 16. Juli zum 24-Tage-Camp (!) nach Moena, Val di Fassa/Trentino.

Das Wichtigste ist für Gomez das Gefühl, wirklich gebraucht zu werden. "Sie haben einen neuen Stürmer gesucht", sagte der 27-Jährige. In diesem Satz drückte sich seine ganze Sehnsucht nach Zuneigung plus Stammplatzgarantie in der Vor-WM-Saison aus. "Es war sein Wunsch. Er wollte wohin, wo er Stürmer Nummer eins und immer gesetzt ist", sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge zum Abschied.

Als sich Gomez von den Mitspielern verabschiedete, lobte er den FC Bayern: "Ihr seid ein geiler Klub, jetzt habt ihr einen super Trainer", um mit sympathischer Selbstironie hinzuzufügen: "Und mich könnt ihr nächstes Jahr bei Kabel1 sehen." Auf dem Sender, bisher weniger als Fußballkanal bekannt, läuft die Europa League, für die sich der AC Florenz als Vierter der vergangenen Serie-A-Saison qualifiziert hat. Ein würdiges Ciao, aber ohne großen Bahnhof, ohne Blumen.

Früher sind schon andere Stürmer, die bei Bayern nicht mehr erwünscht waren, über Nacht geflüchtet. Luca Toni nach Rom, Roy Makaay zu Rotterdam, Giovane Elber nach Lyon. Die AZ erinnert daran, wie einst verdiente Torjäger verabschiedet wurden. Ex – und hopp!

Luca Toni (58 Tore in 88 Spielen): Äußerte sich erst dieser Tage schwärmerisch über sein Monaco di Baviera. "Man kann sagen, dass München mit die schönste Zeit in meiner Karriere war", sagte der Italiener, der mit Miroslav Klose ab 2007 zunächst ein geniales Sturmduo ("Ische liebe Doppelpack") gebildet hatte, drei Jahre später aber an Louis van Gaal scheiterte. Erst machte der ihn beim Frühstück rund, zog in am Schlawittchen hoch. Legendär dann, wie der Holländer in der Kabine die Unterhose runter zog und seine, nunja, Juwelen zeigte. Toni: "Er wollte klar machen, dass er jeden auswechseln kann, egal wie er heißt. Weil er Eier hat." Toni, 36, spielt jetzt bei Aufsteiger Hellas Verona.

Roy Makaay (102 Tore in 178 Spielen): Furchteinflößende Torquote von 2003 bis 2007. "Der hat aus drei Chancen vier Tore gemacht", erinnert sich Bastian Schweinsteiger. Weil Bayern 2007 aber nur Vierter wurde, wurden Klose und Toni geholt – und Makaay ging. Immerhin gab’s einen Abschied mit Blumenstrauß.

Giovane Elber (138 Tore in 265 Spielen): Er war Publikumsliebling, der Party-Elber, verzauberte von 1997 bis 2003 das Olympiastadion – und musste als Torschützenkönig Makaay weichen. "Das wollte mir nicht in den Kopf. Aber wer heute gut ist, ist übermorgen vielleicht schon unbrauchbar und muss weg", sagt Elber heute. Er floh nach Lyon, schoss später in der Champions League in München aber das 2:1-Siegtor.

 

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