Gomez gegen Klose: 28:1

Bayerns Fans feiern Torjägerkanonen-Gewinner Mario Gomez mit Ovationen. Zuvor versemmelt Sturmkollege Miroslav Klose. Er darf nun wohl doch bleiben.  
| Patrick Strasser
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Super, Mario! Miroslav Klose gratuliert(l.) seinem Sturmkollegen Mario Gomez zu dessen 28. Saisontreffer, dem Ausgleich gegen Stuttgart
dpa Super, Mario! Miroslav Klose gratuliert(l.) seinem Sturmkollegen Mario Gomez zu dessen 28. Saisontreffer, dem Ausgleich gegen Stuttgart

Bayerns Fans feiern Torjägerkanonen-Gewinner Mario Gomez mit stehenden Ovationen. Zuvor versemmelt SturmkollegeMiroslav Klose aus eineinhalb Metern. Er darf nun wohl doch bleiben.

München - Andries Jonker, der Platz-drei-Retter mit vier Siegen aus fünf Spielen, hatte ein Händchen für den besonderen Moment. Und so musste drei Minuten vor Schluss des 2:1 gegen Stuttgart Danijel Pranjic als Abklatsch-Einwechsler für Mario Gomez herhalten. Trainer Jonker wollte, dass der Torschützenkönig durch das ganz große Tor der Allianz Arena, durch den tosenden Applaus der Bayern-Fans, sich aus seiner erfolgreichsten Saison verabschiedet. 28 Treffer, zur Krönung das 1:1 gegen Stuttgart, 15 Tore in der Rückrunde, die Kanone („ein Kindheitstraum“) für die Vitrine.

Als Gomez sich vom Bankpersonal herzen und feiern ließ, saß dort Miroslav Klose. In sich gekehrt, gedankenverloren. Die 12. Minute hing ihm nicht nur im Spiel nach: Es war grotesk und so bitter, dass einem das (Aus-)Lachen im Halse stecken blieb, als Klose anderthalb Meter vor der Torlinie einen Robben-Pass noch über die Latte daddelte. Mit der Torjägertodsünde: in Rücklage. Man dachte sofort an Frank Mill. Damals hatte der BVB-Stürmer Bayern-Torwart Pfaff im Olympiastadion galant umkurvt und war dann vereinsamt drei Meter vor dem leeren Tor der Anziehungskraft des Pfostens erlegen. Mill hat einen Nachfolger. Mill heißt nun Klose.

Genug der Häme. Denn womöglich war es nach vier Jahren Kloses letztes Spiel – und das im Dress der kommenden Saison. Sein Vertrag läuft aus, der 32-Jährige pokert um einen Zweijahresvertrag, der Verein bietet lediglich eine Verlängerung bis 2012. „Wir sind in Gesprächen“, sagte Klose. Demnächst wird wieder verhandelt. Als Back-up für Gomez wurde schon mal Nils Petersen, der Zweitliga-Torschützenkönig von Energie Cottbus, verpflichtet.


Und der WM-Torschützenkönig von 2006? Klose gilt als Teamplayer und möchte im Jahr vor der EM in seiner Heimat Polen keine (Transfer-)Risiken eingehen, als Interessent kam der FC Sevilla dazu. Tendenz: Klose bleibt bis 2012 zu verringerten Bezügen.

Er will unbedingt diese Saison im Schatten von Mario Gomez vergessen machen, die Liga-Bilanz aus Gomez’ Sicht lautet 28:1. Lediglich einen einzigen Treffer erzielte Klose. Für Nostalgiker: Das 3:1 beim 3:1 am 29. Januar in Bremen.

Auch beim wenig schmeichelhaften 4:3-Sieg der Bayern am Sonntag bei der Kreisauswahl Düren gelang Klose wenig. Nach 75 Minuten kam Gomez für ihn – und markierte prompt den Siegtreffer.

In der Nationalelf-Bilanz allerdings sieht die Sache anders aus: Neun (!) Treffer in sieben Länderspielen dieser Saison für Klose, Gomez traf unter Joachim Löw nur drei Mal (bei fünf Einsätzen). Bald ist wieder DFB-Time, drei Länderspiele ab dem 29. Mai werden Laune und Bilanz von Klose wohl aufbessern – bei Löw ist er gesetzt, da sitzt Gomez draußen.

Unter Jupp Heynckes wird der die Nummer eins im Sturmzentrum sein. Präsident Uli Hoeneß sieht’s eher nüchtern: „Wenn man für einen Spieler mehr als 30 Millionen bezahlt, erwartet man über 20 Tore.“ Und: „Für Mario ist das eine feine Sache, der Verein kann sich dafür nichts kaufen.“ Höchstens das: mit Müller, Rummenigge, Wohlfarth, Elber, Toni und Gomez hat der FC Bayern nun sechs Kanoniere.

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