Goldener Schuh: Lewandowski droht die nächste Enttäuschung

Robert Lewandowski spielt die Saison seines Lebens. Für den Goldenen Schuh wird es wahrscheinlich dennoch nicht reichen. Das liegt einerseits an seinem gescheiterten Nachfolger – und am unfairen System.
| Johannes Schnabl
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34 Tore in der Bundesliga: Bayerns Tormaschine Robert Lewandowski.
Matthias Hangst/dpa 2 34 Tore in der Bundesliga: Bayerns Tormaschine Robert Lewandowski.
34 Tore in der Serie A: Ciro Immobile von Lazio Rom.
Jonathan Moscrop/dpa 2 34 Tore in der Serie A: Ciro Immobile von Lazio Rom.

München - Noch nie dürfte sich Robert Lewandowski so sehr für die Serie A interessiert haben wie in diesen Tagen. Nicht, dass der Stürmerstar des FC Bayern gerne in die Topliga Italiens wechseln würde – zumindest hatte er zuletzt keine derartigen Gedanken geäußert. Und auch der Meisterschaftskampf ist seit dem Wochenende schon pro Juventus Turin entschieden. Nur gibt es dort gerade zwei Stürmer, die ihm eine recht begehrte Trophäe streitig machen wollen: Den Goldenen Schuh, den Titel des besten Torjägers Europas.

Überragende 34 Treffer in 31 Bundesliga-Spielen hat Lewandowski in dieser Saison erzielt. "Robert Lewandowski spielt eine fantastische Saison. Er spielt vielleicht die beste Saison seiner Karriere", lobte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge seinen Super-Stürmer. Lange Zeit führte der Pole auch das Ranking der europäischen Torjäger an. Bis zuletzt – da trumpfte nämlich ein alter Bekannter aus der Bundesliga mächtig auf: Lazio Roms Ciro Immobile.

Immobile zieht mit Lewandowski gleich

Viermal traf der Ex-Dortmunder in den vergangenen beiden Liga-Spielen. Gegen Hellas Verona (5:1) schnürte Immobile sogar einen Dreierpack und steht nun ebenfalls bei 34 Liga-Toren. Damit brachte der Stürmer Lazio wieder zurück in die Spur, nachdem die Römer nach der Coronapause von Platz zwei auf vier durchgereicht wurden. "Super-Immobile beflügelt Lazio. Er glänzt mit seinen Torjäger-Fähigkeiten, er nutzt die günstigen Situationen zu seinem Vorteil. Lazio ohne Immobile würde komplett zusammenbrechen", jubelte der "Corriere dello Sport".

Die schlechte Nachricht für Lewandowski: Die Serie-A-Saison dauert noch zwei Spieltage. Lazio empfängt am Mittwoch den Tabellenvorletzten Brescia Calcio. Gut möglich, dass Immobile dann schon am Bayern-Star vorbeizieht.

Die nächste Enttäuschung für Lewandowski?

Es wäre die nächste kleine Enttäuschung für Lewandowski. Zuvor hatte bereits die französische Zeitschrift "France Football" angekündigt, in diesem Jahr auf die berühmte Ballon- d’Or-Verleihung für den weltbesten Fußballer zu verzichten. Lewy hatte sich da große Chancen ausgerechnet. Ob es da noch etwas hilft, dass Rummenigge versprochen hat, sich noch für die Wahl einzusetzen?

Und dann macht ihm ausgerechnet Immobile die nächste Einzel-Auszeichnung streitig? Ausgerechnet der Stürmer, der den Polen nach seinem Abgang aus Dortmund im Jahr 2014 ersetzen sollte und dabei keinen Fuß auf Bundesliga-Boden brachte? Während Lewy fortan bei den Bayern alles kurz und klein schoss, erzielte der vom FC Turin gekommene Italiener damals nur mickrige drei Liga-Törchen für die Borussen. "Ich hätte mehr geben können und mir tat es leid, wie wir am Ende auseinandergegangen sind", sagte Immobile einmal im "Kicker" über seine Dortmunder Zeit. Seit seiner Rückkehr nach Italien trifft er aber besser denn je.

34 Tore in der Serie A: Ciro Immobile von Lazio Rom.
34 Tore in der Serie A: Ciro Immobile von Lazio Rom. © Jonathan Moscrop/dpa

Doch auch Immobile sollte sich in Acht nehmen. Denn in der Serie A schielt noch ein weiterer Stürmer auf den Goldenen Schuh. Natürlich ist Cristiano Ronaldo gemeint. Der Juve-Angreifer könnte die Einzelauszeichnung sogar schon zum fünften Mal gewinnen. Derzeit liegt der Portugiese mit 31 Treffern noch drei Tore hinter Immobile und Lewandowski. Weitere Kandidaten gibt es nicht mehr, da die anderen europäischen Topligen wie in England oder Spanien bereits beendet sind und die Toptorjäger in den anderen Ländern weit abgeschlagen sind.

Bundesliga im Nachteil

So muss Lewy tatenlos nach Italien blicken. Nur wenn Immobile nicht mehr treffen sollte, klappt es noch mit dem Titel, da Lewandowski weniger Einsatzminuten für seine Tore brauchte. Sollte es am Ende nicht klappen, muss er sich nicht grämen. Denn die Bundesliga hat im Gegensatz zur Serie A vier Spieltage weniger. Darauf nimmt die Wertung aber keine Rücksicht. Um Lewys Traum-Quote von 1,09 Toren pro Liga-Spiel noch zu überbieten, müssten Immobile und Ronaldo aber noch satte sechs beziehungsweise sogar sieben Mal treffen. Lewandowski dürfte also immerhin der europäische Quotenkönig werden, ein kleiner Erfolg. Auch wenn es dafür keine Trophäe gibt.

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