"Gezittert habe ich nicht": FC Bayern erlebt wilde Achterbahnfahrt beim VfL Osnabrück

Der FC Bayern steht durch ein 4:1 beim VfL Osnabrück in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Sportdirektor Christoph Freund hatte nach dem Rückstand Vertrauen in das Team.
Kilian Kreitmair
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Erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich für den FC Bayern: Harry Kane.
Erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich für den FC Bayern: Harry Kane. © IMAGO

Pflichtaufgabe im Hexenkessel Bremer Brücke erfüllt, Rekord ausgebaut. Der FC Bayern steht nach einer wilden Achterbahnfahrt durch ein 4:1 beim VfL Osnabrück in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Für die Münchner trafen am Mittwochabend Harry Kane (18., 86.), Tom Bischof (23.) und Michael Olise (71.).

Osnabrück spielte in Sondertrikots gegen den FC Bayern

"Das Wichtigste ist, dass man es nicht unterschätzt", gab Trainer Vincent Kompany seinen Mannen mit auf den Weg. Die Hausherren hatten sich für dieses Duell einiges vorgenommen. "Wir gehen all in", meinte VfL-Coach Timo Schultz. Bereits vor dem Spiel versuchte der Underdog, alles auf die eigene Seite zu bringen, was nur ging.

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Sogar auf einen Textil-Trick griff Osnabrück zurück. Die Niedersachsen spielten in Sondertrikots, die an jenes Jersey des letzten Pokalcoups gegen die Bayern erinnerten. 1978 gewann der VfL mit 5:4 im Olympiastadion. Auch die Fans hatten sich für das Spiel gegen den amtierenden Pokalsieger etwas ausgedacht.

Präsentierten eine Achterbahn-Choreo: Die Fans des VfL Osnabrück.
Präsentierten eine Achterbahn-Choreo: Die Fans des VfL Osnabrück. © IMAGO

Fans zündeten schon beim Aufwärmen Pyrotechnik

Bei der Busankunft der Bayern stimmte die Anhängerschaft erste Gesänge an. "Auf geht's Osnabrück, kämpfen und siegen", skandierten sie. Im Stadion wurde beim Aufwärmen dann Pyro gezündet und kurz vor Anpfiff eine Choreo präsentiert. "VfL Osnabrück geht ab wie Achterbahn", stand auf einem Schriftzug. Vor der Westkurve fuhr sogar ein Wagen die aufgebauten Hügel ab. Dafür verlegten die Anhänger sogar Schienen.

Der Verein träumte vom Wunder, glaubte an den Mythos Bremer Brücke. Und hätte die Bayern beinahe aus der Pokalbahn geworfen. Weiterhin ohne Jamal Musiala, der am Mittwochvormittag an der Säbener Straße trainierte, aber dafür mit Neuzugang Ismael Saibari. Der Marokkaner feierte sein Startelfdebüt für die Münchner. Auch Jonas Urbig, Jonathan Tah, Tom Bischof und Josip Stanisic durften beginnen.

Stand erstmals in der Startelf des FC Bayern: Ismael Saibari.
Stand erstmals in der Startelf des FC Bayern: Ismael Saibari. © IMAGO

Laimer und Pavlovic zunächst nur auf der Bank

Dafür saßen Manuel Neuer, Dayot Upamecano, Alphonso Davies, Konrad Laimer und Aleksandar Pavlovic gegen den VfL zunächst nur auf der Bank. Sie sahen, wie sich das geschichtsträchtige Stadion des Zweitligaaufsteigers in der 5. Minute endgültig in einen Vergnügungspark verwandelte.

Nach einem Ballverlust von Tah erkannte Robin Meißner, dass Urbig weit vor dem Tor stand, nagelte den Ball per Volley aus 30 Metern in die Maschen und sorgte für den ultimativen Adrenalinkick auf den Rängen. Der Rekordpokalsieger brauchte ein bisschen, um in die Spur zu kommen, den Kampf anzunehmen.

Zeigte ein gutes Spiel gegen den VfL Osnabrück: Tom Bischof.
Zeigte ein gutes Spiel gegen den VfL Osnabrück: Tom Bischof. © IMAGO

Kane und Bischof drehen die Partie

Auch weil die VfL-Anhänger jeden Ballgewinn der eigenen Mannschaft frenetisch feierten. "Für die Stimmung war es Wahnsinn, aber gezittert habe ich da nicht", meinte Sportdirektor Christoph Freund in der Mixed-Zone: "Ich habe gedacht, es geht noch lange und die Jungs sind gut drauf." Erst Kane ließ die Fans in der 18. Minute zwischenzeitlich verstummen. Der Brite sorgte nach einem Steckpass von Joshua Kimmich hinter die letzte Kette für den Ausgleich.

Wenige Minuten später drehte Bischof die Partie per Abstauber, nachdem Luis Díaz noch an VfL-Schlussmann Jonas Krumrey gescheitert war. "Es war ein wichtiges Tor", meinte Kimmich auf AZ-Nachfrage. Einen Freifahrtsschein für die folgende Spielzeit verteilen wollten die Osnabrücker den Bayern aber nicht. Immer wieder versuchten es die Niedersachsen mit Nadelstichen.

Traf sehenswert zum 3:1 für den FC Bayern: Michael Olise.
Traf sehenswert zum 3:1 für den FC Bayern: Michael Olise. © IMAGO

Krumrey zeigte starke Paraden gegen den FC Bayern

Die größeren Chancen hatten fortan aber die Münchner. Noch vor der Pause hätte Olise für eine klare Kräfteverteilung sorgen können, Krumrey hielt den Außenseiter aber mit einer starken Parade in der Partie. In der zweiten Hälfte mobilisierten die Osnabrücker, angeheizt von einer Pyro-Show, noch einmal alle Kräfte.

Zum Ausgleich reichte es allerdings nicht. Im Gegenteil: Die Bayern übernahmen die Spielkontrolle, erhöhten durch Olise und Kane zum Endstand von 4:1. Damit stehen die Münchner zum 32. Mal in Folge in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Das gelang in der Historie des Wettbewerbs noch keiner anderen Mannschaft.

FC Bayern muss am Samstag nach Gelsenkirchen

Lange erholen können sich die Bayern von der Achterbahnfahrt an der Bremer Brücke aber nicht. Am Samstag (18.30 Uhr) geht es in der Bundesliga weiter. Die Kompany-Elf muss zu Aufsteiger Schalke 04. Eine ähnlich stimmungsvolle Arena wie die Bremer Brücke.

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