Gefährliches Knistern: Was Flick am Alaba-Zoff extrem nervt

Der öffentlich ausgetragene Vertragsstreit um Bayerns Abwehrstar David Alaba nervt Trainer Hansi Flick gewaltig. "Alles andere als glücklich", sagt er. Intern gibt es nun Gesprächsbedarf.
von  Maximilian Koch
Hansi Flick hat erneut um einen Verbleib von David Alaba beim FC Bayern geworben.
Hansi Flick hat erneut um einen Verbleib von David Alaba beim FC Bayern geworben. © Robert Michael/dpa

München - Den Mittwoch gab Hansi Flick seinen Stars nach der intensiven Regenschlacht von Salzburg frei. Die Mannschaft müsse sich mal "erholen", sagte der Bayern-Trainer: "Ab Donnerstag bereiten wir uns dann auf Dortmund vor." Die Verschnaufpause hatte Flick aber wohl auch selbst nötig. Das zeigten die Minuten im Anschluss an den 6:2-Erfolg am dritten Spieltag in der Champions League.

Hansi Flick: Ärger um Abwehrchef Alaba 

Flick ist extrem genervt vom Vertragsärger um seinen Abwehrchef David Alaba – und nicht zuletzt davon, wie einige Entscheidungsträger der Münchner öffentlich damit umgehen. "Ich sage nichts mehr dazu. Mir ist es wichtig, dass wir Ruhe haben. Wir haben am Samstag ein schweres Spiel", erklärte Flick bei Sky. Alles andere als der Klassiker sei unwichtig: "Sie können mir noch fünf Fragen stellen, da werde ich immer das Gleiche sagen."

Bereits vor Anpfiff der Partie hatte der Coach die Strategie seiner Vorgesetzten deutlich kritisiert. Er sei "alles andere als glücklich, dass wir uns mit diesem Thema in einer Woche mit zwei so schweren Spielen befassen müssen". Doch die Bayern-Bosse sehen das offenbar anders.

Bayern-Bosse beschäftigen sich mit Alabas Abschied

Nach Präsident Herbert Hainer, der bereits am Sonntag im BR vorgeprescht war und in Richtung der Alaba-Seite angekündigt hatte, das Vertragsangebot "komplett vom Tisch zu nehmen", setzte Sportvorstand Hasan Salihamidzic noch einen drauf. Brazzo stellte einen Alaba-Abschied im Sommer als quasi beschlossene Sache dar. "Es heißt ja: Sag niemals nie. Aber ich weiß jetzt nicht mehr, wie wir noch zusammenfinden sollen", sagte Salihamidzic bei Sky: "Wir haben ein Angebot vorgelegt. Das wurde abgelehnt. Jetzt müssen wir uns natürlich auch damit beschäftigen, dass uns David verlassen wird."

Das klang ziemlich endgültig, könnte aber auch ein weiteres Manöver gewesen sein, um den Österreicher unter Druck zu setzen. Denn: Ein Alaba-Wechsel würde Bayern zweifellos hart treffen. Wenn ein solcher Topspieler den Verein im kommenden Sommer nach Vertragsablauf ablösefrei verlassen könne, sei dies "ein absoluter Super-GAU", ergänzte Salihamidzic.

Rummenigge über Alaba: "Wunderbarer Mensch und Top-Spieler"

Auch Karl-Heinz Rummenigge weiß das genau. Bayerns Vorstandschef ist aktuell als Vermittler gefragt. "Ich glaube, wir ticken hier alle im Verein gleich: Wir möchten alle, dass David bleibt", sagte Rummenigge der "Sport Bild" und fügte an: "Er ist ein wunderbarer Mensch und Top-Spieler."

Alaba müsse "nun für sich eine Entscheidung fällen". Man habe sich vor zwei Wochen mit Alabas Vater George und Berater Pini Zahavi getroffen. "Das Gespräch war okay, auch atmosphärisch. Man muss aber auch sagen: Wir drehen uns seit Monaten im Kreis", so Rummenigge weiter: "Und irgendwann müssen wir die Planung für die neue Saison angehen, müssen wir wissen: Wird David beim FC Bayern bleiben oder nicht?"

Vertragsärger sei "ein Thema" in der Bayern-Mannschaft

Für Flick ist dies ebenfalls eine wichtige Info. Er würde Alaba am liebsten noch viele Jahre behalten. Dass noch immer kein Ergebnis in den Verhandlungen erzielt wurde, stört ihn. Zumal auch in der Mannschaft über die Posse geredet wird. Natürlich sei das "ein Thema" und für Alaba "keine einfache Situation", räumte Jérôme Boateng ein. Thomas Müller wies darauf hin, "dass David auf dem Platz seinen Mann steht und sich nicht beeinflussen lässt".

Müller hatte übrigens noch eine interessante These parat. Es sei doch schön, "dass sich ein bisschen was rührt bei uns und wenn es knistert", sagte er. Die Geschichten über den "FC Hollywood" habe er schließlich "früher auch gerne gelesen".

Flick tickt da anders. Der Coach hätte es lieber, wenn interne Angelegenheiten auch intern geregelt würden. Damit aus dem gefährlichen Knistern nicht noch ein ganz großer Brand wird.

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