Franck Ribéry: So trösten ihn die Bayern-Stars

Europas Fußballer des Jahres geht leer aus bei der Wahl zum Weltmeister. Ribéry wird nur Dritter und flüchtet durch den Hinterausgang. Die Bayern-Kollegen trösten ihn.
| P. Strasser, F. Bogner
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ie Bayern räumen ab: Philipp Lahm, Franck Ribery und Manuel Neuer stehen in der Fifa-Weltelf 2013, Jupp Heynckes (2.v.l.) ist Welttrainer des Jahres.
firo/Augenklick ie Bayern räumen ab: Philipp Lahm, Franck Ribery und Manuel Neuer stehen in der Fifa-Weltelf 2013, Jupp Heynckes (2.v.l.) ist Welttrainer des Jahres.

Zürich - Hinterausgang – und au revoir! Franck Ribéry nahm den Hinterausgang des edlen Züricher Kongresshauses und verschwand tief enttäuscht ins Hotel. Nicht er, sondern Cristiano Ronaldo von Real Madrid hatte die Auszeichnung erhalten. Der rote Teppich war nach der Preisverleihung nicht mehr Ribérys Bühne. Non, merci!

Vorbei zu müssen an allen Reportern und TV-Teams aus aller Welt, das wollte sich der Bayern-Star ersparen und verschwand direkt ins Hotel, ohne die Interviewzone zu passieren.

Dass Ribéry (1127 Punkte) am Ende gar nur Dritter hinter Ronaldo (1365) und sogar noch hinter Lionel Messi vom FC Barcelona (1205), geworden ist – geschenkt. Für den 30-Jährigen, dessen Lebenstraum es war und ist, einmal den Goldenen Ball, diesen Ballon d’Or für den besten Fußballer des Planeten zu gewinnen, hätte nur Platz eins gezählt.

Weltfußballer-Wahl: Der Liveticker zum Nachlesen

Verlieren ist der Fünf-Titel-Abräumer des Jahres 2013 mit dem FC Bayern gar nicht mehr gewohnt.

Messi stufte die Wahl als „gerecht“ ein, Ronaldo freute sich über die Gratulation seines Rivalen. Und so musste sich Ribéry ohne jede Trophäe, aber mit freundlichem Lächeln auf ein Gruppenfoto der Triple-Bayern stellen. Neben Manuel Neuer und Philipp Lahm, die als einzige Bayern-Spieler in die Weltauswahl 2013 berufen wurden. Und mit Jupp Heynckes, dem Triple-Architekten und seit gestern Welttrainer 2013.

Neuer nahm seinen Kumpel Ribéry in den Arm, Heynckes tröstete ihn: „Wir sind alle etwas enttäuscht, auch die anderen Spieler. Franck sicher auch“, sagte er bei „Sky“ und meinte aufmunternd: „Er sollte sich damit trösten, dass er Triple-Sieger geworden ist und Europas Fußballer des Jahres.“ Das war Ende August – von da ab hoffte Ribéry, auch den Titel des Weltfußballers gewinnen zu können.

„Ich glaube, ich habe es 2013 sehr gut gemacht, mit meiner Mannschaft, aber auch individuell“, meinte Ribéry noch am Wochenende, „wir haben alles gewonnen.“

Nun ist alles verloren. Oder doch nur aufgeschoben?

Bayerns Sportvorstand FC Bayern bestritten hatten: „Ich habe ihm schon vor ein paar Tagen den Hinweis gegeben, was er machen soll, wenn er’s nicht wird: das Ding nächstes Jahr holen. Die Ziele bleiben groß.“

Und so rief Sammer dem unterlegenen Ribéry zu: „Dann halt nächstes Jahr, Franck!“

Was für die Bayern – bei einer Triple-Verteidigung – zu hoffen wäre, aber nicht unbedingt für die WM in Brasilien. Denn im Jahr des größten aller Turniere gewinnt die Weltfußballer-Wahl meist ein WM-Sieger. Frankreich?

„Wir sind stolz auf Franck Ribéry“, sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge in Zürich, „er hat in der Mannschaftssportart Fußball alle wichtigen Meisterschaften und Pokale gewonnen, die es im Jahr 2013 national, in Europa und weltweit zu holen gab.“ Was also nicht reichte.

„Eine Meisterschaft und eine Champions League sind ehrlichere Titel“, tröstete auch Sammer den Bayern-Franzosen, „dass Ronaldo gewonnen hat, muss man anerkennen. Dennoch ist Ribéry für uns der Beste, das ist doch klar.“

Ob man nun Ribéry in den nächsten Tagen wieder aufrichten wird müssen? Sammer: „Nein, nein, das glaube ich nicht, dass er die braucht! Erstens hat er ja fast alles gewonnen, ist Europas Fußballer des Jahres und in den Top drei der Welt. Er hat noch ein paar gute Jahre vor sich, er kann es immer noch werden.“

Wirklich? So lange Messi und Ronaldo aktiv sind?

Dass die Trainer und Kapitäne aller Fifa-Mitgliedsstaaten mal einen anderen als die Top-Stars der spanischen Primera Division wählen, scheint unwahrscheinlich – glaubt zumindest Uefa-Präsident Michel Platini: „Ich bin sehr enttäuscht für Franck Ribéry. Wird es im nächsten Jahr wieder Ronaldo-Messi, in zwei Jahren Messi-Ronaldo und in drei Jahren Ronaldo-Messi? In den vergangenen 50 Jahren hat der Ballon d'Or dem Erfolg auf dem Platz Rechnung getragen. Er wird nun mehr für die globale Leistung der Spieler vergeben, und das führt zu einem Problem. Auch wenn Ronaldo ein großartiger Sieger ist.“

Ronaldo, der mit seinem Sohn Cristiano Ronaldo jr. auf der Bühne stand und zu Tränen gerührt zunächst keine Worte fand, meinte: „Es ist großartig, ein sehr emotionaler Moment für mich.“

Übrigens: Bester Deutscher wurde Bayerns Philipp Lahm.

 

 

 

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