Franck Ribéry, der Lichtblick des FC Bayern

269 Tage Leidenszeit hat Franck Ribéry hinter sich. Bei seiner Rückkehr gegen Borussia Mönchengladbach trifft er sofort. Was er zu seinem Fitnesszustand sagt.
| Patrick Strasser
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Trifft bei seinem Comeback gleich zum 1:3: Franck Ribéry
firo/Augenklick Trifft bei seinem Comeback gleich zum 1:3: Franck Ribéry

Mönchengladbach - Ein 1:3-Anschlusstreffer des FC Bayern ist ohnehin schon ein Ereignis, das in den Seltenheitswert einer Sonnenfinsternis einzuordnen ist. Und dann freuten sich die Bayern auch noch über den Treffer in der 81. Minute zum 1:3 bei Borussia Mönchengladbach. Aber nur, weil es „le Monsieur“ war, Franck Ribéry.

Nach knapp neunmonatiger Verletzungspause und exakt 269 Tagen Leidenszeit hatte der Franzose ab der 75. Minute sein Comeback gefeiert. Sehr gut für mich, sehr schön“, sagte Ribéry, „ich bin zurück. Das ist gut.“

Es war der einzige Lichtblick dieses 1:3 der Bayern in Gladbach, der ersten Saisonpleite der Münchner. Nach nur zwei Trainingseinheiten hatte Trainer Pep Guardiola den 32-Jährigen überraschend mit nach Mönchengladbach genommen. „Franck war sehr gut drauf, dem Fuß geht’s gut. Die Mediziner haben das Okay gegeben und so konnte er noch ein paar Minuten Spielzeit bekommen“, berichtete Sportvorstand Matthias Sammer und fügte hinzu: „Dass er dann noch das Tor macht, war natürlich die Krönung.“ Die Krönung auf eine deftige Pleite, auf die erste Saisonniederlage, die erste nach 56 Hinrundenpartien – Ansichtssache.

 

„Ich bin noch nicht bei 100 Prozent"

 

„Ich bin traurig, weil wir nicht gewonnen haben“, sagte Ribéry ehrlich und rückte die Gefühlswelt der Bayern in ein anderes Licht. Doch dass seine tief in ihm drin eine ganz andere war – völlig verständlich. Sein 105. Treffer im 300. Pflichtspiel bedeutete dem Franzosen viel. Am 11. März hatte Ribéry sein letztes Spiel für den FC Bayern bestritten. Bei jenem 7:0 gegen Donezk in der Champions League bekam er einen Tritt aufs rechte Sprunggelenk und musste ausgewechselt werden. In der Folge stoppte ihn eine Knochenhautentzündung für fast neun Monate, die Sommervorbereitung verpasste er komplett, weil der Fuß ruhig gestellt werden musste.

Verbissen, hin und wieder frustriert, kämpfte er um den Anschluss, während die im Juli eingekauften Flügelspieler Douglas Costa und Kingsley Coman die Fans begeisterten. In Gladbach nun endete seine Leidenszeit. Franck ist retour. „Ich habe nicht gedacht, dass ich nach nur zwei Mal Training so schnell zurückkehren kann“, sagte Ribéry. Seine Werte in den etwas mehr als 15 Minuten Spielzeit: 23 Ballkontakte, 15 Pässe, zwei Flanken, zwei Schüsse, ein Tor. Die Mitspieler staunten über so viel Elan und Esprit nach dem Trainingscomeback am Mittwoch. „Er hat einen sehr, sehr guten Einstand gehabt. Wir sind alle froh, dass er wieder zurück ist“, meinte Kapitän Philipp Lahm. Trainer Pep Guardiola war „zufrieden für Franck. Das war vor allem wichtig für ihn. Neun Monate sind eine lange Periode. Er hat gleich wieder mit seiner Aggressivität gespielt.“

Und sein Fitnesszustand? „Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, brauche noch Training und Rhythmus. Ich habe eine lange Pause hinter mir, brauche einfach Zeit. Wir versuchen nun, alle noch bis zur Winterpause verbleibenden Spiele zu gewinnen.“ Dann mit Ribéry im Kader. Der Anfang ist gemacht. Der einzige Wermutstropfen: Erstmals überhaupt verlor Bayern ein Bundesligaspiel, wenn Ribéry traf. Perdu.

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