FCB gegen Schalke 04: Was Trainer Niko Kovac beim FC Bayern alles richtig macht

Bislang macht Trainer Niko Kovac alles richtig – auf dem Rasen ist er ungeschlagen, abseits moderiert er die Star-Truppe. Die AZ erklärt, wie der neue Coach des FC Bayern an der Säbener Straße alle happy macht.
| Patrick Strasser
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Perfekter Start: In sechs Spielen mit dem FC Bayern gelangen Niko Kovac sechs Siege.
Imago/ Perfekter Start: In sechs Spielen mit dem FC Bayern gelangen Niko Kovac sechs Siege.

München - Am Sonntag wird Niko Kovac anzapfen. Seine Quellen. Zwar hat der Bayern-Trainer am Freitag kein offizielles Wiesn-Verbot für seine Stars ausgesprochen, sagte aber über einen möglichen Oktoberfest-Besuch am Sonntag: "Wird ein bisschen eng." Der gebürtige Berliner fügte hinzu: "Die fünfte Jahreszeit werden wir sicher irgendwann in den nächsten Wochen genießen." Der Bayern-Tross wird wohl am letzten Wiesn-Sonntag, nach dem Heimspiel gegen Gladbach (6. Oktober), durchstarten – danach ist eh wieder Länderspiel-Pause.

Aktuell genießt Kovac seine Unbesiegbarkeit. Nicht mal ein Unentschieden musste der 46-Jährige in seinen ersten sechs Pflichtspielen ertragen. Es läuft. Das sieht man ihm an. Kovac strahlt, seine innere Ruhe schreit danach, herausgefordert zu werden. Er gibt sich smart, korrekt. Als er um 12.01 Uhr den Pressekonferenz-Raum betritt, schaut er auf die Uhr und sagt "Entschuldigung!" Kovac meint das ernst. Etikette ist ihm wichtig. Disziplin lebt er vor.

Schenkt Niko Kovac Leon Goretzka das Vertrauen

Angreifbar kann er sich nur mit Niederlagen machen. Dieses Risiko hat er vermindert, weil seine neue Mannschaft nach den knapp drei Monaten seiner Amtszeit stabiler und defensiv gefestigt agiert. Den Ball zu erobern ist ihm wichtiger, als ihn zu haben. Denn: "Wenn ich den Ball nicht habe, kann ich nicht kreativ sein." Ursache und Wirkung. "Wir sind glücklich, dass wir so gut gestartet sind", sagt Kovac. Fehlerlos.

So lange laufen die Verträge der Bayern-Spieler

Auch im Umgang mit seinem Weltauswahl-Kader hat sich Kovac keine atmosphärischen Patzer erlaubt, bisher alles richtig gemacht. Kopfmensch Kovac plant alles oben, entscheidet dann weiter unten: "Ich höre momentan ganz gut auf meinen Bauch und die Bäuche meiner Trainer-Kollegen." So gut, dass keiner seiner Spieler bisher ein Magengeschwür bekommt, weil er sich unterrepräsentiert fühlt im steten Hin und Her des Rotationspendels.

Welche Spieler bekommen am Samstag (18.30 Uhr auf Sky und im AZ-Liveticker) beim FC Schalke, dem Null-Punkte-Vizemeister nach drei Spielen, den Zuschlag für die Startelf? Kovac wird wieder einige Spieler, etwa den Ex-Schalker Leon Goretzka, beglücken. Er schenkt Vertrauen. Startelf-Einsätze machen happy. Kovac ist: der Glücklichmacher.

Für Renato Sanches

Nach der Wiederauferstehung in Lissabon samt Tor zum 2:0 herzte Kovac den Portugiesen, kniff ihm jovial ans Ohr. Die beiden haben einen Draht zueinander. Da macht es auch nichts, dass Sanches auf Schalke wieder draußen ist. "Renato wird in den nächsten Wochen regelmäßig spielen wie die anderen auch", betont Kovac und hebt ihn damit auf eine Stufe mit den arrivierten Mittelfeld-Recken wie Thiago, der wieder für Martínez beginnen dürfte.

Für Thomas Müller

Klaglos akzeptierte er seine Pause in Lissabon, am Ende schenkte ihm Kovac mit der späten Einwechslung das Jubiläum 100. Champions-League-Spiel. Auf Schalke beginnt Müller wieder, der nun als rechter Achter eine feste Position hat. Das macht ihn nach der Flop-WM wieder flott.

Für die Altstars Franck Ribéry und Arjen Robben

Laut Arjen Robben (34) mache es Kovac "auch menschlich gut". Weil der Trainer jedem Spieler erklärt, wenn er eine Pause bekommt. Da muckt selbst Franck Ribéry (35) nicht mehr auf.

Für Jérôme Boateng

Einzig Kovac ist der Grund, warum der Innenverteidiger nicht zu PSG gewechselt ist. Im persönlichen Gespräch hat ihn der Trainer überzeugt und stark geredet.

Für Robert Lewandowski

Der Mittelstürmer hat keine Fluchtgedanken mehr, Real Madrid spukt nicht mehr in seinem Kopf herum. Weil Kovac ihm vertraut, ihm das Gefühl zurückgab, er sei mega-wichtig.

Lewandowski ist auch so ein Stimmungsspieler, den man "streicheln" muss. Wusste schon Ottmar Hitzfeld. Eines von Kovacs Trainer-Vorbildern.

Im Video: So krempelt Kovac die Bayern um

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