FC Bayerns: Lewandowski und Coutinho - Die neue Zaubermitte

Neuzugang Philippe Coutinho überragt beim 4:0 gegen Köln und schießt sein erstes Tor für die Bayern – dank Robert Lewandowski, der ihm beim Elfer den Vortritt lässt.
| Patrick Strasser
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Ein Herz und eine Fußballerseele: Lewandowski (l.) und Coutinho.
Minkoff/Augenklick Ein Herz und eine Fußballerseele: Lewandowski (l.) und Coutinho.

München - Nach seinem Tor formte Philippe Coutinho mit den Händen ein Herz und warf Küsschen auf die Tribüne. Für seine Frau Ainê, die mit den Kindern die Torpremiere des Familienvaters in der Allianz Arena feiern konnte. Der für eine Saison vom FC Barcelona ausgeliehene Brasilianer erzielte beim 4:0 des FC Bayern gegen den 1. FC Köln das 3:0 per Foulelfmeter.

Coutinhos Tor: Dank und Lob an Lewandowski

Dann drückte der 27-Jährige seinen Mitspieler Robert Lewandowski (31) und bedankte sich innig beim Mittelstürmer: Ein Herz für Lewy. Denn ohne den Bayern-Torjäger, der generös auf die Ausführung des Elfmeters verzichtet hatte, kein Coutinho-Tor bei dessen zweitem Bundesligaspiel von Beginn an. "Das war eine herausragende Geste von Robert, er hätte einen Hattrick erzielen können", bedankte er sich freudestrahlend und zeigte dabei das beeindruckende Weiß seiner Zähne. Coutinho weiter: "Ich habe mein erstes Tor gemacht, bin überglücklich." Die beiden verstehen sich, das sieht man im Training und im Spiel.

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Gesucht und gefunden. "Es ist wichtig für die Zukunft, dass Philippe happy ist und sich wohlfühlt. Ich habe mich gefreut, dass er getroffen hat und das erste Mal in der Torliste steht. Jetzt gehört er richtig zu Bayern München", sagte Lewandowski, neuerdings einer der Integrationsbeauftragten bei Bayern, und fügte hinzu: "Wir müssen uns als Spieler gegenseitig helfen."

Solche Gesten und solche Aussagen machen jeden Trainer glücklich. Der Doppelpacker verzichtet zugunsten des noch torlosen Mitspielers auf einen Dreierpack. "Lewy wird von Philippe noch so oft in Szene gesetzt, von daher fand ich es sehr lobenswert", sagte Niko Kovac.

Ein Herz und eine Fußballerseele: Lewandowski (l.) und Coutinho.
Ein Herz und eine Fußballerseele: Lewandowski (l.) und Coutinho. © Minkoff/Augenklick

Niko Kovac gibt Coutinho Stammplatzgarantie

Der Bayern-Trainer setzte nach der erneuten Coutinho-Show wie schon beim 3:0 am Mittwoch in der Champions League gegen Belgrad zu einer Lobeshymne an: "Philippe macht den Unterschied. Wenn er den Ball annimmt, weiß er ganz genau, was um ihn herum passiert. Er hat eine Ballbehandlung, ein Raumgefühl, das seinesgleichen in der Bundesliga sucht."

Womit Kovac dem Brasilianer eine Stammplatzgarantie gibt. Denn warum sollte er einen seiner besten Fußballer, den Unterschiedausmacher, draußen lassen? Eben. Alles keine guten Aussichten für Thomas Müller, der – wie in der Königsklasse – wieder nur Joker war. Diesmal aber immerhin etwas mehr als 20 Minuten auf dem Platz stand. Dass Coutinho und Müller einmal gemeinsam kicken, der eine als Zehner, der andere als offensiver Achter, schloss Kovac letzte Woche aus.

Thomas Müller: Joker beim FC Bayern

Müller bleibt die Jokerrolle und die jeweiligen Partien nach einer Länderspiel-Pause, wenn Coutinho nach seinen Einsätzen für die brasilianische Nationalelf um die halbe Welt fliegt und erst am Donnerstag wieder ins Training an der Säbener Straße einsteigen kann – Jetlag inklusive.

Für Müller bereits zum Vormerken: Am 19. Oktober beim FC Augsburg könnte er, im März durch Bundestrainer Joachim Löw aus der Nationalelf verabschiedet, wieder von Beginn an auflaufen.

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Niko Kovac: Neues System wegen Philippe Coutinho

Um Coutinho ins Spiel zu integrieren, hat Kovac sein System adaptiert, spielt nun mit zwei Sechsern (der eine davon offensiver) und einem klaren Spielmacher. Dadurch ist Bayern flexibler und weniger ausrechenbar als noch in der vergangenen Saison, weil man nicht mehr stur auf das Flügelspiel setzt. Man hat ja jetzt die neue (Zauber-)Mitte. Dank Coutinho – der Mann mit dem 360-Grad-Radar. Der mit seiner Umgebung tanzt.

Coutinhos Auftritt gegen Köln in Zahlen: zwölf Torschussbeteiligungen bei 75 Ballkontakten, dazu die erstaunlich gute Quote von 62 Prozent gewonnenen Zweikämpfen. Neben dem Elfmetertor gibt es für das Zuspiel auf Ivan Perisic vor dessen 4:0 einen Assist-Punkt, außerdem leitete er das 1:0 von Lewandowski mit einem Hackentrick auf Passgeber Kimmich ein. Hacke, Spitze – Zaubermitte.

Lesen Sie hier: Torwart-Zoff - Kimmich widerspricht Hoeneß

Lesen Sie hier: Warum Coutinho und Müller nicht zusammen spielen dürfen

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