FC Bayern: Warum Ribéry nicht mehr Ribéry ist

Vor dem Bundesliga-Kracher gegen den BVB schwächelt der einstige Bayern-Garant Franck Ribéry bedenklich. Die AZ analysiert das Formtief des Franzosen und zeigt, seit wann es bereits anhält.
| Mayls Majurani, Patrick Mayer
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Seit 2007 beim FC Bayern: Franck Ribéry.
Imago/Sven Simon 2 Seit 2007 beim FC Bayern: Franck Ribéry.
Franck Ribery gilt als Familienmensch.
2 Franck Ribery gilt als Familienmensch.

München - Für Bayern-Fans in der Allianz Arena ist dieser französische Chanson höchstes Liedgut: "Ohhhhhh, champs elysées!"

Der Song von Künstler Joe Dassin ertönt immer dann, wenn einer ihrer Liebsten getroffen hat, wenn er auf dem Platz gezaubert und die Münchner Anhänger verzaubert hat. Franck Ribéry ist längst nicht mehr nur ein Spieler des FC Bayern, er ist für viele Fans deutschlandweit der Inbegriff des Rekordmeisters. So lange spielt der heute 35-Jährige schon in München, seit 2007, um genau zu sein.

Ribéry will noch lange weitermachen

Aufhören, das kommt für ihn nicht infrage. Vor dieser Saison sagte der Franzose im Trainingslager am Tegernsee, dass er noch Jahre lang auf höchstem Niveau spielen will - Monate später ist die Realität eine andere. Ribéry schwächelt, wie vielleicht noch nie beim FC Bayern.

Seit 2007 beim FC Bayern: Franck Ribéry.
Seit 2007 beim FC Bayern: Franck Ribéry. © Imago/Sven Simon

Letztes Beispiel seiner Schwächeperiode: das 2:0 in der Champions League gegen die allenfalls auf internationalem Niveau zweitklassigen Griechen von AEK Athen. Die von ihm erwartete Leistung konnte er nicht zeigen, mal wieder nicht, bekam stattdessen für einen inspirationslosen und lahmen Auftritt die AZ-Note 5. Die AZ analysiert das Formtief des Bayern-Stars - und zeigt anhand von Social-Media-Reaktionen, dass auch er längst nicht mehr unantastbar ist:

Ribéry nicht gut - aber besser als Robben

Die Spielstatistik gegen AEK schien in Ordnung zu sein. Von 37 Pässen kamen 35 beim eigenen Mitspieler an. Es bedarf jedoch eines genauen Blickes.

Zur Einordnung: In der kompletten Champions-League-Saison überragen Ribérys Statistiken zwar etwa jene von Arjen Robben. Obwohl der ehemalige französische Nationalspieler 24 Minuten weniger als sein Kollege auf dem Feld stand, hatte er mehr Ballkontakte (150, Robben: 143) und eine bessere Zweikampf-Quote (40%, Robben: 23%) sowie eine insgesamt bessere Passquote (82%, Robben: 75%). Auch den jungen Serge Gnabry kann der Routinier in Sachen Passquote überbieten (Gnabry: 80%).

Doch beim genaueren Betrachten wird klar: Ribéry ist nicht mehr der alte Ribéry. Saisonübergreifend spielte der Franzose 961 Minuten und kam dabei auf nur eine einzige Torvorlage, keinen einzigen eigenen Treffer und nur auf 15 Torschussvorlagen. Gegen AEK Athen hatte Ribéry ferner nur 49 Ballkontakte, dafür keinen einzigen Schuss und keine einzige Schussvorlage zu verzeichnen.

Zudem gewann er laut "Kicker"-Datenbank überschaubare 38 Prozent seiner Zweikämpfe. Mehr noch: Seit Wochen wird kritisiert, dass der Außenstürmer Zweikämpfen auffällig gerne aus dem Weg gehe. Um Kräfte zu sparen?

Franck Ribery gilt als Familienmensch.
Franck Ribery gilt als Familienmensch.

Ribéry schwächelt seit letzter Saison

Gegen den SC Freiburg kam der Außenstürmer in der Bundesliga indes ebenfalls nur auf einen Torschuss und zwei Schussvorlagen - er ist harmlos wie nie. Ein Vergleich: Noch Im ersten Jahr unter Pep Guardiola (2013/14) kam Ribéry wettbewerbsübergreifend auf 16 Tore und 15 Vorlagen. Unter Carlo Ancelotti brachte er es in der Saison 2016/17 zwar nur auf sechs Tore, aber immerhin auf 18 Vorlagen. Doch: Diesen Ribéry gibt es offenbar nicht mehr.

Schon in der vergangenen Spielzeit schaffte der Franzose nur jeweils sechs Tore und Vorlagen in insgesamt 34 Spielen. Nochmal: Dieses Jahr ist es eine einzige Vorlage in 14 Einsätzen. Nochmal: Tore - Fehlanzeige! Das ist freilich zu wenig für einen Offensivspieler des FC Bayern.

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