FC Bayern: Traum-Comeback für Musiala – Neuer erreicht Beckenbauer-Meilenstein
Es lief gerade die 87. Minute in der Leipziger Red Bull Arena, da hatte die Leidenszeit für Jamal Musiala endgültig ein Ende: 196 Tage nach seiner Horror-Verletzung im Halbfinale der Klub-WM gegen Paris Saint-Germain stand der 22-Jährige erstmals wieder in einem Pflichtspiel für den FC Bayern auf dem Platz. Ein emotionaler, erlösender Moment. Für den Nationalspieler und seine Mannschaft.
"Sehr schön, dass Jamal wieder da ist nach so einer langen Zeit", sagte Serge Gnabry, der für den offensiven Mittelfeldspieler den Platz frei machen musste, bei Sky: "Man liebt es natürlich, durchzuspielen. Aber heute bin ich gerne runtergegangen."
Zustimmung gab es von Teamkollege Aleksandar Pavlovic. "Wir haben ihn jeden Tag gesehen, wie er ackert, wie er kämpft, dass er schnell wieder zurück ist", sagte der Mittelfeldspieler anerkennend: "Er ist ein überragender Weltklassespieler. Wir freuen uns jetzt, dass er wieder da ist und dass wir wieder mit ihm zocken können."
Eine Minute nach der Einwechslung: Musiala bereitet Olise-Treffer vor
Welchen Impact Musiala für das Bayern-Spiel haben kann, zeigte sich bereits unmittelbar nach dessen Einwechslung. Der 22-Jährige war gerade einmal eine Minute auf dem Platz, da legte er im Strafraum nach Vorlage von Luis Díaz ab auf den freistehenden Michael Olise, der den Ball eiskalt in den Maschen unterbrachte. Es war der Treffer zum 5:1. Ein Ergebnis, nach dem es lange nicht ausgesehen hatte.
Zunächst einmal zeigten die Münchner eine der schwächsten Halbzeiten der aktuellen Saison und mussten einem verdienten 0:1-Rückstand hinterherlaufen. Vor 47.800 Zuschauern im ausverkauften Leipziger Stadion hatte Romulo (20. Minute) eine der zahlreichen Leipziger Chancen zur Führung genutzt – und es sah nach einer siegreichen Revanche für die mit 0:6 höchste Pleite in der Leipziger Bundesliga-Geschichte aus dem Hinspiel aus. Doch dann kam alles anders, eingeleitet von Gnabrys Treffer (50.). Kane (67.) sorgte dann für die Führung, ehe Jonathan Tah (83.), Aleksandar Pavlovic (85.) und Michael Olise (88.) die Demontage des Verfolgers perfekt machten.
Neuer zieht nach Pflichtspielen mit Beckenbauer gleich
"Die haben uns richtig Probleme gemacht in der ersten Halbzeit", sagte Trainer Vincent Kompany beim Sender Sky über die Leipziger: "Aber zweite Halbzeit: Mein Gott." Seine Spieler seien dann alleine sechs Kilometer mehr gelaufen als der Gegner. Perfekt sei es trotzdem nicht gewesen, befand der Bayern-Coach: "Es war pure, pure Alte-Schule-Mentalität: Laufen, kämpfen, grätschen."
Kapitän Manuel Neuer, der zuvor noch nie gegen Leipzig verloren hatte, bestritt sein 584. Pflichtspiel für die Bayern, zog damit mit Franz Beckenbauer gleich und zeigte einige großartige Paraden. "Man kann ihn nicht genug loben", kommentierte Kompany das Torwart-Gesamtpaket Neuer.
Durch den Sieg blieben die Bayern auch im 18. Bundesligaspiel in dieser Saison ungeschlagen. Weiter geht es am kommenden Mittwoch in der Champions League mit einem Heimspiel gegen Union Saint-Gilloise.
