FC-Bayern-Stürmer Thomas Müller: Der Enthemmte

Bayern-Stürmer Müller beendet beim Supercup-Sieg gegen Borussia Dortmund seine Sommer-Torflaute. Er sagt: „Tore sind immer gut für mich. Sie geben mir Ruhe vor nervigen Fragen – und machen Spaß.“
| J. Buhl, M. Kerber
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Thomas Müller beendet im Supercup seine Durststrecke.
imago Thomas Müller beendet im Supercup seine Durststrecke.

München - Es müllert wieder. In allen Lebenslagen. Der Treffer zum 2:0-Endstand beim Triumph der Bayern im Supercup gegen Dauerrivale Borussia Dortmund war für Thomas Müller ein Befreiungsschlag.

Wer seinen exaltierten Jubel danach gesehen hat, als seine Teamkollegen den Endlich-wieder-müllernden kaum halten konnten, als er seine Freude (gepaart mit Frust) in den Dortmunder Himmel brüllte, der wusste, wie wichtig dieses Tor für den Instinktfußballer Müller war.

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Denn einer wie er kann eigentlich nicht erklären, warum er immer richtig steht, er ist ein Bauch-, kein Kopffußballer. Und gerade bei diesen Kickern wiegt der Misserfolg oft noch schwerer, denn sie leben von etwas, was eben nicht erklärbar, nicht wissenschaftlich abhandelbar, nicht empirisch messbar ist. Der Erfolg ist wieder da, dahoam beim Müller.

"Ich habe mich zu 90 Prozent gefreut"

Seine notorische EM-Ladehemmung? Vergessen, abgehakt! „Ich habe mich zu 90 Prozent darüber gefreut, dass ich den Supercup entschieden habe“, sagte er auf die Frage, ob der Treffer auch eine persönliche Befreiung gewesen sei. In bester Müller-Manier hatte er eine Kopfballvorlage von Mats Hummels nach einer Ecke am schnellsten antizipiert. Der Raumdeuter deutete mal wieder richtig, wähnte die Gefahrenzone im Fünfmeter-Raum und schlich sich genau dort hin. Der Rest war ein Leichtes: Per Drehschuss ging es dann rein ins Glück. Typisch Müller eben.

Der 26-Jährige genoss es sichtlich, sich als Torschütze ausgelassen von seinen Mitspielern feiern zu lassen. Kein Wunder, denn darauf, ein solcher zu sein, hatte er seit dem Spiel gegen Gladbach am 30. April warten müssen. Dazwischen lagen zehn Pflichtspiele und die verschossenen Elfmeter gegen Atlético Madrid im Champions-League-Halbfinale und im EM-Viertelfinale gegen Italien. „Bei Thomas hat bei der EM etwas gefehlt“, sagt Ex-Bayern-Stürmer Giovane Elber der AZ: „Jedem Spieler passiert mal so etwas.“

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Alles Vergangenheit. Nach seinem Supercup-Treffer war Müller schon wieder ganz in seinem Element. „Tore sind immer gut für mich. Sie geben mir Ruhe vor nervigen Fragen und machen Spaß“, sagte er. Elber glaubt, dass Müller seinen Torlos-Frust jetzt endgültig hinter sich gelassen hat: „Die neue Saison beginnt, da geht es von vorne los. Er muss jetzt einfach nur nach vorne schauen.“

"Es ist schön beim BVB zu gewinnen"

Dabei dürfte Müller der Blick zurück durchaus gefallen. Denn bevor er zum Sommerpechvogel wurde, hatte er schließlich die beste Saison seiner Karriere gespielt. In der Bundesliga stellte er mit insgesamt 32 Pflichtspieltoren und 20 Liga-Treffern persönliche Rekorde auf. Auch in der Champions League erzielte er acht zum Teil sehr wichtige Tore. Gegen eine ähnliche Ausbeute hätte Müller in der neuen Spielzeit sicher nichts einzuwenden.

Den Anfang dafür hat er nun gleich im ersten Pflichtspiel gemacht. „Es ist ein schönes Erlebnis, beim BVB zu gewinnen. Das schönste, was es für uns Bayern im deutschen Fußball gibt“, sagte er nach der Partie gut gelaunt.

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Nach drei Niederlagen in Folge haben Müller und die Bayern den Supercup nun zum ersten Mal seit drei Jahren wieder gewonnen. Zum bislang letzten Mal gelang den Münchnern das im Sommer 2012. Wie damals soll es bei diesem Titelchen freilich nicht bleiben. 2012 endete die Saison mit dem Triple-Triumph.

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