FC Bayern: Rummenigge warnt, kritisiert - und macht eine mutige Ansage

Bayerns Vorstandsboss hält den Transfermarkt für "ungesund", die Umbruchs-Diskussion für falsch – und er sagt: "Der FC Bayern wird den Fokus auf die Champions League wieder deutlich schärfen".
| Maximilian Koch
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Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.
Minkoff/Augenklick Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

München - Für Karl-Heinz Rummenigge beginnt jeder Urlaub auf seiner Lieblingsinsel Sylt mit einer Qual. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern schaut sich immer und immer wieder dieses schreckliche Champions-League-Finale von 2012 an, das die Münchner trotz grotesker Überlegenheit gegen den FC Chelsea verloren. Warum tut sich Rummenigge das nur an?

"Ich entdecke immer wieder neue Details, zudem hilft es mir, Bodenhaftung zu behalten", erklärt der Bayern-Macher im Klub-Magazin "51" und blickt zurück: "Diese Niederlage tat unglaublich weh. Ich werde nie vergessen, wie ich nach dem Spiel an einer Tram voller Fans vorbeigefahren bin, die vom Public Viewing im Olympiastadion kamen. Ein Trauerzug. Da habe ich mir gedacht: Irgendwie müssen wir das drehen, so wie 1999 und 2001, damit die, die heute trauern, wieder jubeln können."

Ein Jahr später holte Bayern dann das Triple – vielleicht kann Rummenigge auch deshalb die Bilder vom Finale dahoam einigermaßen ertragen. Über was der Vorstandsboss im Bayern-Magazin sonst noch spricht und wovor er warnt: Die AZ fasst seine besten Aussagen zusammen.

Rummenigge über...

...die Champions-League-Chancen des FC Bayern: "Die Premier League ist die Messlatte für uns alle. Trotzdem sage ich schon jetzt, dass nächstes Jahr nicht wieder vier englische Mannschaften die europäischen Finals unter sich ausmachen werden. Auch der FC Bayern wird den Fokus auf die Champions League wieder deutlich schärfen. Die Meisterschaft ist der wichtigste Titel, aber der schwerste ist die Champions League. Und schwere Aufgaben reizen mich. Das Aus im Achtelfinale ärgert mich noch immer, das war eindeutig zu früh. Mein großer Traum ist, dass wir vor meinem Abschied noch einmal die Champions League gewinnen."

...den Transfermarkt: "Der Markt hat eine ungesunde Größe angenommen. Diese Summen wecken riesige Erwartungshaltungen. Es ist fast unmenschlich, das zu erfüllen (...) Leider ist für viele Fußball ein Geschäft. Aber Fußball darf kein Menschenhandel sein. Es ist nicht der Stil des FC Bayern, aus einem Spieler ein Geschäft zu machen. Philosophie ist so viel wert, wie die Personen, die dahinterstehen. Wir können hier nicht immer über Werte sprechen und dann so ein Ding abziehen. Diesen "Luxus" leistet sich der FC Bayern: Anders zu sein als viele andere. Menschlicher, ehrlicher. Die meisten Spieler zahlen das zurück."

...den Umbruch bei Bayern: "Wir hätten uns gegen diese Umbruch-Diskussion mehr wehren müssen. Unser Kader hat einen guten Mix. Einen Umbruch kann man nicht nur mit 18-, 19-, 20-Jährigen auf dem Platz schaffen. Und man darf ihn auch nicht in einem Schritt machen, denn dann lädst du den Jungen zu viel Verantwortung auf. Unser Mix war der Vorteil, den wir in der Schlussphase der Saison gegenüber Dortmund hatten. Da hat sich die Erfahrung gewisser Spieler wieder mal in Titeln ausgezahlt."

...den Anstieg der TV-Gelder: "Im laufenden Vertrag haben wir eine jährliche Steigerung. Im vierten und letzten Jahr beträgt die Summe 1,25 Milliarden Euro. Es wäre ein Erfolg, wenn wir beim neuen Paket mit diesen 1,25 Milliarden starten. Den großen Schub gibt es erst, wenn Konzerne aus den USA oder Asien einsteigen. Aber ich kann nicht sagen, wann das sein wird."

"Ich möchte mich gerne durchs große Tor verabschieden"

...seinen Bayern-Abschied im Jahr 2021: "Ich finde wichtig, dass man bereit ist, etwas in die Hände von Jüngeren zu geben. Das wird jetzt mit Oliver Kahn passieren. Ich habe mich nie für unentbehrlich gehalten (...) Ich möchte mich gerne durchs große Tor verabschieden. Gekommen bin ich durchs kleine, fast reingeschlichen habe ich mich damals, so ehrfürchtig war ich. Ich werde dem FC Bayern immer dankbar sein, dass er mir diesen Posten anvertraut hat. Und irgendwo werde ich auch wieder ehrfürchtig gehen. Weil es einfach ein Verein ist, der mir als junger Bursche genauso imponiert hat wie heute."

FC Bayern: Die Vertragslaufzeiten der Spieler

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