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FC Bayern: Ohne Katar-Exit wird Hainer wohl nicht zu halten sein

Bayern-Reporter Patrick Strasser über Herbert Hainers unsouveränen Auftritt beim JHV-Fiasko.
| Patrick Strasser
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Denkwürdige Jahreshauptversammlungen hat es beim FC Bayern schon immer gegeben, meist waren sie tränenreich und rührselig – etwa 2016 bei der Rückkehr und Wiederwahl zum Präsidenten des zwischenzeitlich inhaftierten Steuersünders Uli Hoeneß. Oder 2007 als es um die hohen Eintrittspreise und die maue Atmosphäre in der neuen Allianz Arena geht und zur Mitgliederbeschimpfung kommt: "Eure Scheiß-Stimmung, da seid ihr doch dafür verantwortlich – und nicht wir!" Absender Uli Hoeneß, natürlich.

Am Donnerstagabend eskalierte die Jahreshauptversammlung rund um das delikate Thema des Sponsorings durch den wegen der Menschenrechtssituation umstrittenen Wüstenstaat Katar, vor allem wegen der mangelhaften Kommunikation mit der Basis darüber. Und, weil es Hoeneß, Bauch und Seele des Vereins ohne Amt, als entsetzter Augenzeuge vorzog, zu schweigen.

Herbert Hainer: genervt, abfällig, von oben herab

Hoeneß-Nachfolger Herbert Hainer, einst als Vorstandsvorsitzender des Weltkonzers "Adidas AG" gänzlich anders temperierte Veranstaltungen dieser Art gewöhnt, verlor in der aufgeladenen Atmosphäre die Souveränität. Auch wenn nur knapp 800 der über 290.000 Mitglieder weltweit in die Halle gekommen waren – das ist Basisdemokratie. Die Bosse unterschätzten den Volkszorn und die wütende Fanszene, man ließ den Antrag eines Mitglieds, über die Zuwendungen durch Qatar Airways abstimmen zu lassen, mit Verweis auf eine Entscheidung des Landgerichts nicht zu.

Der negative Höhepunkt, der Hainer bei allem Verständnis für die Gereiztheit aufgrund all der Zwischenrufe und Beschimpfungen aus dem Auditorium, lange anhaften wird: Er untersagte eine angemeldete Wortmeldung – genervt, abfällig, von oben herab. Aktuell ist Hainers turnusgemäß anstehende Wiederwahl 2022 aufgrund der Haltung der aktiven, engagierten Fanszene zum Thema Katar kaum vorstellbar. Außer man verkündet rechtzeitig eine Nicht-Fortsetzung des 2023 auslaufenden Sponsoring-Deals.

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Beim Verlassen der Halle traf ein Mitglied den Punkt, in dem er raunte: "Für Euer Scheiß-Katar-Sponsoring, da seid ihr doch dafür verantwortlich - und nicht wir!"

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