FC Bayern München: Vier Grüne, warum Bayern RB Leipzig aussticht

Eine Woche vor dem Topspiel gegen RB Leipzig nähert sich Bayern seiner Bestform – wohl auch dank Rückkehrer Hoeneß. Die AZ nennt die Gründe, warum der Meister seinen Herausforderer aussticht.
von  Maximilian Koch
Vier Gründe, warum der FC Bayern an Weihnachten vor RB Leipzig steht: Mats Hummels, Uli Hoeneß, Jérôme Boateng und Thomas Müller (v.l.).
Vier Gründe, warum der FC Bayern an Weihnachten vor RB Leipzig steht: Mats Hummels, Uli Hoeneß, Jérôme Boateng und Thomas Müller (v.l.). © AZ-Fotomontage

München - Es gibt einen Mann, der den Bundesliga-Gipfel in einer Woche wohl am meisten herbeisehnt. Dieser Mann wird keine kurzen Hosen tragen, wenn am 21. Dezember um 20 Uhr die Partie zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig in der Allianz Arena beginnt. Uli Hoeneß wird dann auf seinem Ehrentribünenplatz sitzen.

Den rot-weißen Schal um den Hals – und angespannt wie immer – wird er auf das warten, was er bereits öffentlich eingefordert hat. Man müsse Leipzig „wegputzen“, stellte Bayerns Präsident in der „Bild“ klar. Damit ist offensichtlich, welche Bedeutung dieses Duell für die Bayern hat.

Der Zeitpunkt spricht klar für das Team von Carlo Ancelotti, das vier Spiele in Folge gewonnen hat, darunter das überzeugende 5:0 am Samstag gegen Wolfsburg. Leipzig hingegen lernte beim 0:1 in Ingolstadt erstmals das Gefühl einer Bundesliga-Niederlage kennen und muss nun am Wochenende gegen den Tabellendritten Hertha BSC spielen.

Während die Bayern bei Schlusslicht Darmstadt 98 antreten. Vorteil Bayern – nicht nur wegen des Spielplans.

Müller trifft wieder: Thomas, der Arsenal-Schreck

Die AZ erklärt die vier Königs-Trümpfe des Meisters vor dem Liga-Gipfel.

Thomas Müller: 999 Minuten hatte der Angreifer in der Bundesliga nicht mehr getroffen, dann die Erlösung gegen Wolfsburg: sein erster Treffer in dieser Saison. „Ich habe das Tor gejagt. Mich hat das aber nicht verrückt gemacht“, sagte der Weltmeister anschließend. Klar, der Treffer wirkte befreiend – genauso wie Ancelottis Systemumstellung: Müller darf wieder im 4-2-3-1 hinter Robert Lewandowski spielen, kommt wieder öfter in den Strafraum. Die Folge: drei Torbeteiligungen in zwei Partien.

Jérôme Boateng: Am Montag legte der Abwehrboss eine Extraschicht mit seinem Weltmeister-Kollegen Mats Hummels ein, am Dienstag nahm er komplett am Mannschaftstraining teil. Boateng steht vor der Rückkehr ins Team – endlich. Seit der EM hatte ihn seine schwere Muskelverletzung beeinträchtigt, zuletzt kamen noch Schulterprobleme hinzu. Boateng drängt auf einen guten Jahresabschluss – erst recht nach der harschen Kritik von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der jüngst wegen Boatengs Aktivitäten abseits des Platzes gepoltert hatte. Der Streit ist beigelegt, doch nach einem Startelf-Einsatz gegen RB Leipzig könnte Boateng sicher um einiges entspannter Weihnachten feiern.

Traum-Wochenende: Ja ist denn scho' Weihnachten?

Mats Hummels: Auch Boatengs Innenverteidiger-Kollege fehlte gegen Wolfsburg. Inzwischen hat er sich von seinem Magen-Darm-Infekt erholt, am Dienstag trainierte er wieder. Hummels ist nach vier Spielzeiten ohne großen Vereins-Titel der hungrigste aller Bayern-Stars. Gegen Leipzig dürfte er in der Startelf stehen – und mit Boateng das beste Abwehrduo der Liga bilden.

Der Hoeneß-Faktor

Uli Hoeneß: „Mit ihm haben wir dreimal gewonnen“, sagte Ancelotti vor dem 5:0 gegen Wolfsburg. Inzwischen ist bekanntlich noch ein Erfolg hinzugekommen. Seit Hoeneß am 25. November auf der Jahreshauptversammlung der Bayern wieder zum Präsidenten gewählt wurde, hat sein Klub keinen Punkt mehr abgegeben. Zufall – oder doch der Hoeneß-Faktor?

Fakt ist: Bayerns Macher sucht den engen Kontakt zur Mannschaft, kommt nach dem Spiel in die Kabine. Er füllt die vakante Rolle des Sportdirektors einfach selbst aus. „Damit die Spieler spüren, dass ich wieder da bin“, wie er dem „Kicker“ sagte. Und das scheint die Bayern-Stars offenbar zu motivieren.

Mit Ancelotti gab es zuletzt ein privates Treffen. „Ich weiß, dass ich mit dem Klub immer sprechen kann, auch über Taktik“, sagte der Italiener. Er und Hoeneß harmonieren. „Wir müssen gegen Leipzig gewinnen“, forderte der Präsident mit Blick auf das Topspiel schon: „Ich bin überzeugt davon, dass wir Meister werden.“ Es wäre keine Überraschung. Die Bayern haben genügend Trümpfe. Maximilian Koch