FC Bayern München: So glänzt Neuzugang Sebastian Rudy in der Nationalelf

So bescheiden und unaufgeregt wie sich der 27-Jährige gibt, musste man fürchten, dass er sich noch für sein Traumtor entschuldigt. Bayern-Neuzugang Sebastian Rudy trifft und glänzt in der DFB-Elf.  
| Patrick Strasser
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Sebastian Rudy (r.) hier im Duell mit Nordirlands Steven Davis.
Brian Lawless/PA Wire/dpa Sebastian Rudy (r.) hier im Duell mit Nordirlands Steven Davis.

Belfast/München - Im November 1985 war die Welt noch eine ganz andere. WM-Qualifikationsspiele waren keine durchgestylten Events, und so froren beim Duell der deutschen Nationalelf mit dem Team der damaligen Tschechoslowakei (2:2) am 17. November 1985 gerade einmal 22.000 Zuschauer im Münchner Olympiastadion.

Warum das hier erwähnt wird? Weil Andreas Brehme, in der Saison vor seinem Wechsel vom 1. FC Kaiserslautern zum FC Bayern, in jener Partie das 1:0 erzielte – in der ersten Minute. Ein Schnellschuss.

Wie der Knaller aus 25 Metern von Sebastian Rudy am Donnerstagabend in Belfast, der nach exakt 78 Sekunden im Tor der Nordiren einschlug. Ein "flying start", wie die Briten sagen. Rudy erzielte also den schnellsten Treffer in einem WM-Qualifikationsspiel seit dem Brehme-Tor.

"Der Ball kam von Jo (Kimmich, d.Red.) zu mir, ich habe einfach draufgehauen, instinktiv. Ein bisschen Glück ist immer dabei", schilderte Rudy seinen Premieren-Treffer im 22. Länderspiel. So bescheiden und unaufgeregt wie sich der 27-Jährige gibt, musste man fürchten, dass er sich noch für dieses Traumtor entschuldigt. (Den Spielbericht zu Nordirland gegen Deutschland gibt's hier.)

WM-Aufgebot: Rudy dürfte gesetzt sein

Die Lobeshymnen für den Mittelfeldspieler, der in Belfast Toni Kroos perfekt assistierte, übernahmen seine Mitspieler: "Ein ganz toller Spieler, super Technik, gutes Auge für den Mitspieler und gute Schusstechnik, wie wir ja gesehen haben", meinte Jérôme Boateng und Mats Hummels brachte es auf den Punkt: "Ein super Fußballer." Der Sonntagsschuss am Donnerstag wäre bei ihm "gar nicht so Zufall", erklärte Thomas Müller und zählte Beinahe-Treffer im Bayern-Trikot gegen Mainz und Schalke auf. "Das war nun sein dritter Versuch – und da erwarte ich dann auch, dass irgendwann mal so einer reingeht." Sprach’s und zwinkerte.

Hat Rudy, im Sommer ablösefrei aus Hoffenheim nach München gekommen (Sandro Wagner: "Dass er nicht mehr bei uns ist, tut uns weh. Da ist viel Qualität verloren gegangen"), tatsächlich eine Chance auf einen Platz im WM-Kader? Trotz Weltmeister Sami Khedira, diesmal wegen einer Blessur nicht im Kader? Er dürfte gesetzt sein. Rudy konkurriert mit den zuletzt oft und lange verletzten Ilkay Gündogan und Julian Weigl. Dagegen hat Emre Can schlechte Karten. Rudy rules!

Lesen Sie auch: Deutschland droht Hammer-Gruppe bei der WM-Auslosung

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