FC Bayern: München erhält Zuschlag für Champions-League-Finale 2022

Zehn Jahre nach dem "Finale dahoam" steigt das Endspiel der Champions League erneut in der Heimat des FC Bayern.
| Matthias Kerber
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Kollektive Trauer: Die Bayern-Stars hadern mit dem Schicksal, nachdem sie im eigenen Stadion das Finale gegen Chelsea verloren haben.
Peter Kneffel/dpa 3 Kollektive Trauer: Die Bayern-Stars hadern mit dem Schicksal, nachdem sie im eigenen Stadion das Finale gegen Chelsea verloren haben.
"Es ist einer dieser Abende, wo man sagt, ich wäre besser daheim geblieben, hätte das nicht erlebt", sagte Karl-Heinz Rummenigge auf der Bankettrede.
GES/Augenklick 3 "Es ist einer dieser Abende, wo man sagt, ich wäre besser daheim geblieben, hätte das nicht erlebt", sagte Karl-Heinz Rummenigge auf der Bankettrede.
Chelseas Didier Drogba mit dem Champions-League-Pokal.
GES/Augenklick 3 Chelseas Didier Drogba mit dem Champions-League-Pokal.

München - Sie tagten. Und tagten. Und tagten. Und irgendwann waren die Hohen Herren des Uefa-Exekutivkomitees bei der Sitzung in Ljubljana auch glatt zu einer Entscheidung gekommen. Um 19.46 Uhr – fast drei Stunden später als geplant – war es offiziell: München ist erneut Austragungsort eines Champions-League-Finales!

"Wir freuen uns sehr darüber, dass wir nach 2012 auch im Jahr 2022 das Finale in unserer Allianz Arena ausrichten dürfen", sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Alle Wege führen also nach München.

Kollektive Trauer: Die Bayern-Stars hadern mit dem Schicksal, nachdem sie im eigenen Stadion das Finale gegen Chelsea verloren haben.
Kollektive Trauer: Die Bayern-Stars hadern mit dem Schicksal, nachdem sie im eigenen Stadion das Finale gegen Chelsea verloren haben. © Peter Kneffel/dpa

Champions League: Finale 2021 in St. Petersburg

2022, genau eine Dekade nach dem denkwürdigen Finale dahoam in der Allianz Arena und 50 Jahre nach den Olympischen Spielen, wird dort wieder der Fußball-König Europas gekürt. Insgesamt findet damit das Königsklassen-Endspiel zum bereits vierten Mal in München statt. 1993 gewann Olympique Marseille gegen den AC Mailand mit 1:0, 1997 siegte dann Borussia Dortmund gegen Juventus Turin (3:1). Das Endspiel 2021, für das sich München auch beworben hat, wird in St. Petersburg ausgetragen, das Finale 2023 dann in London.

Endspiele in München und London, da kommen bei den Bayern natürlich Erinnerungen hoch. Gute und schlechte. Besonders an den 19. Mai 2012 in der Allianz Arena.

Finale dahoam 2012: Alles war angerichtet...

Beim Finale dahoam wurde das kollektive Schmerzempfinden der Bayern-Spieler, -Bosse und -Fans überstrapaziert. Das Team von Trainer Jupp Heynckes hatte sich den großen Traum erfüllt, hatte die Königlichen von Real Madrid im Halbfinale ausgeschaltet und war in das Finale im eigenen Stadion eingezogen.

Dort dominierten die Bayern den FC Chelsea nach Belieben. In der 83. Minute wurde die Überlegenheit endlich in ein Tor umgemünzt, Thomas Müller sorgte für das 1:0! Es war angerichtet, die perfekte Inszenierung steuerte dem Höhepunkt, der Krönungszeremonie in der eigenen Arena, entgegen.

"Es ist einer dieser Abende, wo man sagt, ich wäre besser daheim geblieben, hätte das nicht erlebt", sagte Karl-Heinz Rummenigge auf der Bankettrede.
"Es ist einer dieser Abende, wo man sagt, ich wäre besser daheim geblieben, hätte das nicht erlebt", sagte Karl-Heinz Rummenigge auf der Bankettrede. © GES/Augenklick

Finale dahoam 2012: Drogba macht das Bayern-Drama perfekt

Doch der Fußball-Gott hatte sich ein anderes Ende ausgedacht. In der 88. Minute ließ er Didier Drogba den unverdienten Ausgleich erzielen. Nach 90 Minuten hieß es 1:1, das Torschussverhältnis 27:7, Eckenverhältnis 17:1. Es ging in die Verlängerung. Nach nur drei Minuten Elfer für die Bayern. Arjen Robben nahm sich ein Herz und den Ball – doch er scheiterte an Petr Cech im Tor.

Es ging ins Elferschießen. Engländer und Elferschießen? Großer Jubel, als Juan Mata für Chelsea scheiterte, doch dann verschoss Ivica Olic, und als alle Last, aller Druck auf Bastian Schweinsteiger lastete, traf auch der nicht. Dafür finalisierte Drogba mit seinem Elfer die bayerische Tragödie.

Chelseas Didier Drogba mit dem Champions-League-Pokal.
Chelseas Didier Drogba mit dem Champions-League-Pokal. © GES/Augenklick

Champions League: Bayern-Schmerz wich 2013 dem Jubel

"Es ist einer dieser Abende, wo man sagt, ich wäre besser daheim geblieben, hätte das nicht erlebt", sagte Karl-Heinz Rummenigge auf der Bankettrede. "Diese Trauer, diese Wut wird erst morgen zum Tragen kommen, wenn wir realisieren, welch große Chance wir verpasst haben. Es wäre möglich gewesen, das Finale daheim zu gewinnen. Das tut unglaublich weh."

Nur ein Jahr später wich der Schmerz dem Jubel. Da – mit einem Jahr Verspätung und in der Ferne in London – krönten sich die Bayern zu den Fußball-Königen von Europa. Im Endspiel gegen Dortmund war es Robben, einer der tragischen Figuren des Finales dahoam, vorbehalten, sich in den strahlenden Helden zu verwandeln. In der 89. Minute traf er zum 2:1-Endstand.

"Es ist so unglaublich", sagte Robben, "ich bin so froh, dass wir den Pokal geholt haben. Aber es ist auch so, dass wir den Titel häufiger hätten gewinnen können." Vor allem eben im Finale dahoam, als man so nahe dran war, es eigentlich nur einen Sieger geben konnte, wenn – ja, wenn – der Fußballgott eben nicht nach seinen eigenen Gesetzen agieren würde.

Lesen Sie hier: Lizarazu über Neuzugang -

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