FC Bayern in Berlin: Fluch und Segen

Der FC Bayern tritt im Pokal-Achtelfinale bei Hertha BSC an – am Ort des Endspiels, dem Olympiastadion in Berlin. In den vergangenen Jahren machten die Münchner hier nicht immer die besten Erfahrungen.  
| Patrick Strasser
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Seit 1985 der Austragungsort des DFB-Pokalfinales: Das Olympiastadion in Berlin, für die Olympischen Sommerspiele 1936 erbaut. Für den FC Bayern war es nicht immer eine Stätte des Erfolges.
dpa (2), firo/Augenklick Seit 1985 der Austragungsort des DFB-Pokalfinales: Das Olympiastadion in Berlin, für die Olympischen Sommerspiele 1936 erbaut. Für den FC Bayern war es nicht immer eine Stätte des Erfolges.

Der FC Bayern tritt im Pokal-Achtelfinale bei Hertha BSC an – am Ort des Endspiels, dem Olympiastadion in Berlin. In den vergangenen Jahren machten die Münchner hier nicht immer die besten Erfahrungen.

München - Pal Dardai, Herthas Coach, glaubt an ein Elfmeterschießen gegen die Bayern im Pokal. Und, Herr Kovac, wie sieht es aus? Schon Elfer trainieren lassen? Der Bayern-Trainer schüttelte vehement den Kopf: "Elfmeterschießen mit der Atmosphäre im Stadion kann man im Training nicht simulieren. Außer man sagt: 'Pro Fehlschuss 50.000 Euro Strafe.'"

Gelächter unter den Reportern. Daher weht der Wind also. Kovac, wieder ernst: "Ich wüsste schon, wer schießen würde. Aber wir wollen nach 90 Minuten weiterkommen. Es wird ein heißer Kampf – hoffentlich mit gutem Ende für uns." Das DFB-Pokal-Achtelfinale der Bayern am Mittwoch bei Hertha BSC (20.45 Uhr, ARD und Sky live sowie im AZ-Liveticker) ist das erste K.o.-Spiel der kommenden Wochen.

Und für Kovac eine emotionale Sache. "Ich bin gebürtiger Berliner und darauf bin ich stolz", sagte er vor der Abreise. "Wir wollen ins Endspiel, das ist unser Traum, weil es wirklich immer ein tolles Erlebnis ist. Da kann ich auch keine Rücksicht auf meinen Heimatklub nehmen." (Hier gibt's die Kovac-PK im Liveticker zum Nachlesen)

 


Der amtierende Pokalsieger: Niko Kovac – als Eintracht-Coach. Foto: dpa

 

Als Niko Kovac den Heynckes-Bayern ein Schnippchen schlug

Bei Hertha BSC droht den Bayern ein so früher K.o. im DFB-Pokal wie seit 2006/07 nicht – damals scheiterte man im Achtelfinale an Alemannia Aachen. Seit 2009/10 standen die Münchner stets mindestens im Halbfinale, erreichten sechs Mal das Finale, triumphierten dabei vier Mal.

Das Berliner Olympiastadion war bis auf drei Ausnahmen seit 1985, seit der Etablierung des Endspiels in der Hauptstadt, der Ort für große Pokalpartys. Die beeindruckende bayerische Final-Bilanz seither lautet: 11:4. Letzter Erfolg: 2016 unter Pep Guardiola, gegen Dortmund – im Elfmeterschießen. 2010 konnte man sogar den Zieldurchlauf in der Meisterschaft feiern, holte unter Coach Louis van Gaal am 33. Spieltag die Schale.

Doch in den letzten Jahren hat sich der Sehnsuchtsort Olympiastadion zur Alptraum-Location entwickelt, ist mehr Fluch als Segen. Niko Kovac höchstselbst war es, der den Bayern beim letzten Finale mit der Frankfurter Eintracht ein Schnippchen schlug und durch das 3:1 im Mai 2018 Coach Jupp Heynckes das allerletzte Pflichtspiel seiner Laufbahn vermurkste. Nichts war's mit einem Abtritt der Trainerlegende samt Pott.

 


Die Mannschaft um James (r.) verliert im September mit 0:2 in Berlin. Foto: firo/Augenklick

 

0:2 in Berlin: Bayerns erste Saisonpleite

Doch ein Kovac garantiert keine Berlin-Erfolge. Im September letzten Jahres unterlag man der Hertha in der Bundesliga mit 0:2, Vedad Ibisevic sowie Ondrej Duda trafen und fügten dem Rekordmeister die erste Saisonpleite zu. Der Anfang der ersten von zwei Herbstkrisen. Der "Berliner" Kovac und seine Bayern "haben nun etwas gutzumachen" wie er sagte – im doppelten Sinne.

"Es wird keine leichte Aufgabe für uns, das Pokalviertelfinale zu erreichen", sagte Jérôme Boateng, der zweite Berliner im Bayern-Kader. Boateng bei "dfb.de": "Die Hertha hat sich hervorragend entwickelt, spielt unter Trainer Dardai einen sehr attraktiven und auch erfolgreichen Fußball. Da ist etwas zusammengewachsen in den letzten Jahren. Wobei der Weg der Hertha noch nicht vorbei ist." Sollte er aus bayerischer Sicht jedoch in diesem Achtelfinale.

Boateng, dessen Eltern in Berlin leben, hat gute Chancen, in seiner Heimatstadt gegen seinen Ex-Klub von Beginn an aufzulaufen. "Es ist ja jetzt nicht das erste Mal, aber für mich immer etwas Besonderes", sagt der Innenverteidiger, der in den ersten drei Rückrundenpartien tatenlos auf der Ersatzbank saß, weil in Bayerns Abwehrzentrum Mats Hummels und Niklas Süle gesetzt sind.

 


Bayerns bislang letzter Pokalerfolg: Mit Trainer Pep Guardiola (M.) gelingt 2016 ein 4:3 im Eltmeterschießen gegen Borussia Dortmund. Foto: firo/Augenklick


Boateng: "Das ist nicht mein Anspruch"

Nun aber will Kovac ein wenig rotieren. Boateng wurde drei Mal Pokalsieger. Sein Ziel: "Ich hoffe natürlich, dass wir wieder Pokalsieger werden. Das ist immer eine tolle Geschichte vor dieser riesigen Kulisse in Berlin." Die nächste Hürde auf dem Weg nach Berlin heißt aber Hertha, gegen die man die letzten vier Liga-Duelle nicht gewinnen konnte (eine Pleite, drei Remis).

Auch Kovacs Vorgängern gelang bei den letzten Gastspielen im Olympiastadion kein Erfolg. Der letzte Hertha-Bezwinger war Guardiola mit einem 2:0 im April 2016. Unter dem Ein-Spiel-Interimstrainer Willy Sagnol holte Bayern im Oktober 2017 ein 2:2, unter Carlo Ancelotti im Februar 2017 ein 1:1, was nur durch einen umstrittenen Last-Minute-Ausgleichstreffer von Robert Lewandowski zustande kam. Dann gäbe es am Mittwoch Verlängerung. Und vielleicht Elferschießen...

Lesen Sie hier: Bericht - Cristiano Ronaldo will James zu Juventus Turin locken

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