FC Bayern gegen PSG: Die entscheidenden Außenbahn-Duelle im AZ-Check
Die Bühne ist bereit, der Prinzenpark hat sich chic gemacht. Vorhang auf für das "vorweggenommene Finale", wie Bayerns Sportvorstand Max Eberl das Duell Paris Saint-Germain gegen den FC Bayern bezeichnete. Am Dienstag (21 Uhr, Prime Video) steigt Teil eins des europa-, ja weltweit mit Vorfreude erwarteten Halbfinals der Champions League.
Anspannung und Motivation steigt, PSG ist "schwerster Brocken"
Anspannung und Motivation könnten auf beiden Seiten nicht höher sein, schließlich treffen laut Vizekapitän Joshua Kimmich "die beiden momentan besten Teams Europas aufeinander". Für Trainer Vincent Kompany wartet mit Titelverteidiger PSG "die allerschwierigste Aufgabe" auf die Seriensieger aus München.
"Das ist der schwerste Brocken. Aber um ehrlich zu sein, vor Real hatte ich mehr Angst", sagte Bayern-Patron Uli Hoeneß am Montag vor dem Abflug nach Paris und wirkte tiefenentspannt. PSG sei zwar "eine Super-Mannschaft. Ich habe noch nie eine Mannschaft gesehen, die ein Endspiel so dominiert hat (das Finale 2025 in München gegen Inter Mailand, d.Red.). Aber mein Bauch sagt mir, dass wir weiterkommen." Hoeneß' Bauch in Gottes Ohr.
Außenbahn-Duelle der Marktwert-Giganten im AZ-Check
Die beiden Marktwert-Monster (der gesamte Kader von PSG hat einen Wert von 1,21 Milliarden Euro, die Münchner Profis werden auf 968,95 Millionen taxiert) treffen im 16. Arrondissement aufeinander, westlich der Seine gelegen, gegenüber des Eiffelturms. Dabei handelt es sich um einer der schicksten und teuersten Wohnviertel von Paris – passt zu PSG.
Wer oder was entscheidet dieses Duell um den Finaleinzug (30. Mai in Budapest)? Über die Außenbahnen sind die Flügelstürmer gefragt, ihr Tempo soll den Unterschied machen. Vier Eins-gegen-Eins-Duelle stehen im Fokus. Die AZ analysiert, wer wen auf der Überholspur nass macht. Siegen die TGV-Sprinter oder doch die ICE-Kandidaten der Bayern?
Achraf Hakimi gegen Luis Díaz
1) Im Gruppenphasenspiel im November bei PSG (2:1) sah Doppeltorschütze Díaz kurz vor der Pause Rot für ein zu hartes Einsteigen gegen den Marokkaner, der daraufhin wochenlang verletzt ausfiel. Hier liegt Zunder in der Luft. Hakimi (27), einst zwei Jahre beim BVB (2018-20) ist einer der besten Offensiv-Verteidiger der Welt. Der giftige, nimmermüde Díaz (29) kommt in dieser Saison auf 45 Torbeteiligungen (25 Tore, 20 Vorlagen) in 45 Pflichtspielen. AZ-Einschätzung: Vorteil für den Kolumbianer, weil er im Gegenpressing punktet.

Nuno Mendes gegen Michael Olise
2) Der portugiesische Linksverteidiger (23) gegen den wohl aktuell besten Flügelstürmer der Welt. Mit seinen unwiderstehlichen Abschlüssen ist der so unberechenbare Zauberfuß Olise (24) ein Anwärter bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres, er gilt als künftiger Weltfußballer. Wer kann wen einbremsen? Nuno Mendes ist einer der Top-Vorlagengeber von PSG, Olise spielt mit 48 Torbeteiligungen (19 Tore, 29 Vorlagen) in 46 Pflichtspielen eine herausragende Saison. AZ-Wertung: Vorteil Olise – bien sûr!

Josip Stanisic gegen Khvicha Kvaratskhelia
3) Bayerns in dieser Saison so stark verbesserter Rechtsverteidiger nimmt es mit dem georgischen Wirbelwind auf. Der 25-jährige Linksaußen war im Januar 2025 für 80 Millionen Euro Ablöse von der SSC Neapel nach Paris gewechselt und mitentscheidend für den Königsklassen-Triumph. Der gebürtige Münchner Stanisic, ein kroatischer Nationalspieler, will Kvaratskhelia (acht Tore und fünf Vorlagen in 13 Königsklassen-Partien) nicht ins Laufen kommen lassen, schon vor den Eins-gegen-Eins-Duellen stellen. Vorteil: KK.

Konrad Laimer gegen Désiré Doué
4) Bayerns Linksverteidiger, der Philipp-Lahm-mäßig auch die rechte Seite bespielen kann, fordert mit seiner Pferdelunge (Kategorie Railjet) den Rechtsaußen von PSG. Doué (20), ein Kumpel von Olise, war 2024 dick unterstrichen auf Bayerns Transferwunschliste.

"Er hätte uns sehr gut zu Gesicht gestanden. Aber er hat sich für Paris entschieden, weil er in seiner französischen Heimat bleiben wollte", sagte Bayerns früherer Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zu "t-online" und betonte: "Doué hätte vom Preis-Leistungs-Verhältnis mit Ablöse und Gehalt gut zu uns gepasst". AZ-Einschätzung: Doué sticht Laimer aus.
