FC Bayern: Das Winter-Transferzeugnis für Hasan Salihamidzic

Viel hat Hasan Salihamidzic in der Wechselperiode probiert, wenig davon konnte er erfolgreich abschließen. Von Hudson-Odoi bis Wagner: Die AZ blickt auf die umtriebige Phase zurück.
von  Julian Buhl
Davies hat laut VfL-Sportdirektor Schäfer eine der besten Entwicklungen in der gesamten Bundesliga genommen.
Davies hat laut VfL-Sportdirektor Schäfer eine der besten Entwicklungen in der gesamten Bundesliga genommen. © imago/phoroarena/Eisenhuth

Viel hat Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic in der Wechselperiode probiert, wenig davon konnte er erfolgreich abschließen. Von Hudson-Odoi bis Wagner: Die AZ blickt auf die umtriebige Phase zurück.

München - Niko Kovac saß entspannt da und lächelte gelassen. "Stand jetzt passiert nix mehr", scherzte der Trainer des FC Bayern, als er viereinhalb Stunden vor Ende des Wintertransferfensters auf noch mögliche Deals seines Klubs angesprochen wurde und stellte dann noch mal mit ernstem Gesicht klar: "Da passiert nix mehr!"

Das hatten sich vor allem die Bayern selbst zuvor aber durchaus anders vorgestellt. "Wir haben unsere Augen offen und werden sicher versuchen, etwas zu machen", hatte Sportdirektor Hasan Salihamidzic vor der Transferphase angekündigt. Nun musste Kovac feststellen: "Dass andere Klubs gute Spieler nicht gehen lassen möchten, ist auch klar." Es mache auch "keinen Sinn, noch drei oder vier zu holen", meinte Kovac.

Dabei hatten die Bayern genau das ja eigentlich zuletzt fest vor. "Wir haben ein tolles Team mit tollen Spielern. Und die werden wir bis zum Saisonende nutzen", sagte Kovac. Ihm bleibt jetzt auch ja auch gar nichts anderes mehr übrig.

Die AZ blickt auf die umtriebige Wintertransferphase des FC Bayern zurück.

Alphonso Davies

Davies hat laut VfL-Sportdirektor Schäfer eine der besten Entwicklungen in der gesamten Bundesliga genommen.
Davies hat laut VfL-Sportdirektor Schäfer eine der besten Entwicklungen in der gesamten Bundesliga genommen. © imago/phoroarena/Eisenhuth

Das Positive zuerst: In dem 18 Jahre alten Kanadier haben die Bayern ihren gewünschten Winterneuzugang bekommen. Der wurde allerdings bereits im Sommer für 10 Millionen Euro von den Vancouver Whitecaps verpflichtet und ist nun in der Rückrunde spielberechtigt.

Callum Hudson-Odoi

Englischer Juniorennationalspieler: Callum Hudson-Odoi.
Englischer Juniorennationalspieler: Callum Hudson-Odoi. © imago/PRiME Media Images

Das ebenfalls 18 Jahre alte Supertalent vom FC Chelsea wollte Salihamidzic "unbedingt". Der Spieler bat bereits um seine Freigabe. Doch sein Klub ließ den Flügelspieler nicht gehen, obwohl die Münchner ihr Angebot auf über 40 Millionen Euro erhöhten. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bestätigte beim Sportbusiness-Kongress Spobis, dass man bis zum letzten Tag des Transferfensters auf "den Burschen, für den Hasan sich da interessiert hat", gehofft habe. (Lesen Sie auch: Hudon-Odoi kommt nicht - Erneute Pleite für Salihamidzic)

Lucas Hernández

Lucas Hernández soll im Sommer zum FC Bayern wechseln.
Lucas Hernández soll im Sommer zum FC Bayern wechseln. © Marius Becker/dpa

Auch der Abwehrspieler von Atletico Madrid war ein Wunschspieler der Bayern und auch ihn wollten sie sofort. Dafür waren sie sogar dazu bereit, von einer im Vertrag des französischen Weltmeisters fixierten Ausstiegsklausel von 85 Millionen Euro Gebrauch zu machen. Der Transfer klappte trotzdem nicht und der Poker wurde auf den Sommer vertagt.

Benjamin Pavard

Vom VfB Stuttgart zum FC Bayern: Benjamin Pavard.
Vom VfB Stuttgart zum FC Bayern: Benjamin Pavard. © imago/Sven Simon

Die Verpflichtung des Abwehrspielers vom VfB Stuttgart für 35 Millionen Euro gaben die Bayern in der Winterpause bekannt. Der französische WM-Champion, der rechts und im Zentrum verteidigen kann, kommt allerdings erst zur neuen Saison. Die Münchner hätten ihn gerne direkt geholt und waren dafür wohl bereit, noch zehn Millionen auf die Ablöse draufzupacken. Es klappte trotzdem nicht mit einem sofortigen Wechsel.

Adrien Rabiot

Offenbar im Fokus des FC Bayern: Adrien Rabiot
Offenbar im Fokus des FC Bayern: Adrien Rabiot © imago/PanoramiC

Unter Paris Saint-Germains Trainer Thomas Tuchel ist der Mittelfeldspieler aktuell aufs Abstellgleis geraten, nachdem man sich nicht auf eine Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrags einigen konnte. Bayern soll ein Angebot für den 23 Jahre alten Franzosen hinterlegt haben. Rabiot wechselte aber nicht nach München.

Bilder: Das sind die Spieler des FC Bayern München

Renato Sanches

Kam im Sommer 2016 von Benfica Lissabon zum FC Bayern: Renato Sanches.
Kam im Sommer 2016 von Benfica Lissabon zum FC Bayern: Renato Sanches. © imago/Jan Hübner

PSG hätte Rabiot nämlich wohl gerne mit dem Portugiesen verrechnet und soll eine Ablösesumme von 40 Millionen Euro geboten haben. "Es ist so, dass PSG sehr interessiert war und ist. Ich habe aber klipp und klar gesagt, dass Renato nicht geht", verriet Kovac aber kürzlich, "denn ich finde, er macht eine richtig gute Entwicklung." Er sei davon überzeugt, "dass er auch das nächste halbe Jahr sehr viele Spiele machen wird".

Sandro Wagner

Beschlossene Sache: Sandro Wagner verlässt den FC Bayern in Richtung China.
Beschlossene Sache: Sandro Wagner verlässt den FC Bayern in Richtung China. © imago/Sven Simon

Den Stürmer, 31, ließen Kovac und die Bayern dagegen nach China zu Tianjin Teda ziehen. Kovac hatte für den vor einem Jahr von Jupp Heynckes als Back-up für Robert Lewandowski geholten Wagner keine Verwendung. "Wir haben mit Thomas und Serge (Müller und Gnabry; d. Red.) Spieler, die diese Position spielen können, nur deshalb haben wir dem Transfer zugestimmt", sagte Kovac und findet ohnehin: "Es gibt auf der Welt vielleicht zwei Spieler, die Lewy ersetzen können." (AZ-Kommentar zum Wagner-Wechsel: Bayerns riskantes Spiel)

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