FC Bayern: "Anders kreativ sein" – Salihamidzics Plan gegen die reiche Konkurrenz und Kritik

Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic erklärt, wie die Münchner gegen die reiche Konkurrenz in Europa weiter bestehen wollen. Ein Bericht aus England lässt interne Kritik an Brazzo durchblicken.
| Maximilian Koch
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Hat keinen leichten Job beim FC Bayern: Sportvorstand Hasan Salihamidzic
firo/Augenklick Hat keinen leichten Job beim FC Bayern: Sportvorstand Hasan Salihamidzic

München - Brazzo und Hansi - sie haben sich wieder lieb! Nach deutlichen Meinungsverschiedenheiten über die Kaderplanung beim FC Bayern gab es zwischen Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Ex-Trainer Hansi Flick ein klärendes Treffen. Das verriet Salihamidzic am Sonntag im "Doppelpass" auf Sport1.

"Wir haben uns ausgesprochen, gemeinsam ein Glas Wein getrunken", sagte Brazzo: "Es ist alles gut, wir hatten eine erfolgreiche Zeit und werden weiter Kontakt haben in Zukunft wegen der Abstellungen unserer Spieler für die deutsche Nationalmannschaft." Es geht doch.

Der neue Bundestrainer Flick hatte sich in seiner zweiten Bayern-Saison über den Qualitätsverlust im Kader beklagt - ein Thema, das aktueller denn je ist. Und Salihamidzic unter Druck setzt.

Bericht: Salihamidzic beim FC Bayern auf dem Prüfstand

Das englische Portal "The Athletic" berichtete am Wochenende, dass der Sportvorstand intern in der Kritik und auf dem Prüfstand stehe. Der Grund: Transfers wie die von Marc Roca, Bouna Sarr und Douglas Costa erwiesen sich als Flops. Auch der Kader für die kommende Saison scheint in der Breite nicht stark genug besetzt zu sein.

"Im Moment schauen wir. Es bewegt sich nicht so richtig", sagte Salihamidzic. Vorstandschef Oliver Kahn bekräftigte in der "Welt am Sonntag" die neue Marschroute, "generell in Sachen Transfers zukünftig flexibler zu agieren". Einen Verkauf von Toptorjäger Lewandowski schloss er einmal mehr aus. "Bei Robert würden wir es uns auf jeden Fall leisten, stur zu bleiben."

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Immerhin. Aber was passiert auf anderen Positionen? Salihamidzic erwartet, dass einige Akteure leistungsmäßig in die erste Reihe drängen. "Leroy (Sané) muss den nächsten Schritt machen", forderte er. Er nannte auch Serge Gnabry und den aktuell noch verletzten Weltmeister Lucas Hernández, der zum "Chef der Abwehr" werden soll. Bayern wolle weiter zu den Top 5 in Europa zählen. Kahn wollte kurzfristige Transfers nicht ausschließen. "Die Kaderentwicklung ist ein andauernder Prozess. Deshalb beobachten wir natürlich ständig den Markt."

Salihamidzic: FC Bayern will Stars um Kimmich halten

Priorität haben aktuell aber Vertragsverlängerungen mit Stars wie Joshua Kimmich und Leon Goretzka. "Den Stamm wollen wir halten", sagte Salihamidzic. Dazu zählt er neben den beiden Mittelfeldchefs auch Manuel Neuer, Lewandowski und Thomas Müller. Und neue Verträge kosten eben sehr viel Geld.

Salihamidzic appellierte an die Spieler, nicht nur auf finanzielle Aspekte zu achten, sondern auch das große Ganze zu sehen, das Gesamtpaket beim FC Bayern. "Vielleicht können wir nicht die Summen bezahlen, die andere bezahlen, aber vielleicht kann man auf Kleinigkeiten verzichten, um als Gruppe zusammenzubleiben", erklärte er.

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Gegen die reiche Konkurrenz - speziell aus England - , die auf mehr TV-Geld und Investoren setzen kann, müsse man "anders kreativ sein", sagte Salihamidzic.

Der Bayern-Plan: Nagelsmann soll auf Talente setzen

Bei Bayern heißt das konkret: Talente früh verpflichten und sie zu Stars entwickeln, wie in der vergangenen Saison Jamal Musiala (18). Deshalb war die Verpflichtung von Trainer Julian Nagelsmann so wichtig, er soll die Nachwuchskräfte ins Profiteam integrieren. "Er hat noch keinen Titel gewonnen, aber deswegen ist er hier", sagte Salihamidzic über den Coach. Nagelsmann werde in München "nicht alles umschmeißen", aber Dinge verändern: "Wir müssen offen sein für Veränderungen."

Ganz ohne Topstars wird es aber auch in Zukunft nicht gehen, dass wissen Salihamidzic und Kahn. Einer, der sich schon länger im Blickfeld der Münchner befindet, ist er: Erling Haaland (21).

"Haaland? Da muss man hinschauen, sonst wären wir Vollamateure"

"Klar, das ist ein Topspieler, ein Superjunge, wie ich höre. Da schaut man hin", sagte Salihamidzic über den Norweger in Diensten von Borussia Dortmund. Salihamidzic verhehlte ein grundsätzliches Interesse nicht: "60 Spiele, 60 Tore, da muss man hinschauen, sonst wären wir ja Vollamateure." Er weiß aber auch: "Das ist ein Topspieler, den wahrscheinlich die ganze Welt will."

Bekommt ihn der FC Bayern als Nachfolger von Lewandowski?

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