Falsch eingeschätzt?

Präsident Uli Hoeneß kritisiert auch den Umgang van Gaals mit vermeintlich überzähligen Spielern wie Gomez, Timoschtschuk und Demichelis: „Da ist dem einen oder anderen Unrecht geschehen.“
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Waren schon aussortiert:  Anatoli Timoschtschuk und Andreas Ottl.
AP Waren schon aussortiert: Anatoli Timoschtschuk und Andreas Ottl.

Präsident Uli Hoeneß kritisiert auch den Umgang van Gaals mit vermeintlich überzähligen Spielern wie Gomez, Timoschtschuk und Demichelis: „Da ist dem einen oder anderen Unrecht geschehen.“

MÜNCHEN Dass sich am Montag herausstellte, wie schwer Ivica Olic verletzt ist und der Kroate nun bis Saisonende fehlen wird, dürfte Uli Hoeneß wie alle beim FC Bayern schwer getroffen haben (siehe nächste Seite). Dennoch war die Nachricht der Argumentation des Präsidenten hilfreich.

Denn hätte man – wie von Trainer Louis van Gaal im Sommer abgesegnet – Mario Gomez auf dessen Wunsch hin zum FC Liverpool ausgeliehen, man hätte nun vor dem Champions-League-Spiel am Dienstag in Cluj (20.45 Uhr, sky live) an gesunden Angreifern: genau null an der Zahl. Denn auch Miroslav Klose fehlt noch drei Wochen. Nun muss es Gomez alleine richten.

Und daran hat sich ein Teil der Wut von Uli Hoeneß auf Trainer van Gaal entzündet. Es geht angesichts der unvergleichlichen Verletztenmisere (Robben, Ribéry, Breno, van Bommel, Klose, Olic, van Buyten, Contento, Alaba und nun wieder Olic) um die Alternativen, um diejenigen, die der Trainer kaum bis gar nicht berücksichtigt hatte. Im Frühjahr eilte er mit 13, 14 Spielern von Erfolg zu Erfolg – ohne Verletzte. Daher wollte er den Kader in der Sommerpause auf eine Größe reduzieren, die seiner Maxime 22 Profis plus drei Talente entspricht. Nur José Sosa ging, der Rest blieb. Zunächst als Tribünengäste und Mittrainierer ohne Perspektive, plötzlich wurden sie gebraucht.

„Der Vorstand hat gesagt: Jetzt ist genug. Jetzt sind sie da und helfen uns, die Kohlen aus dem Feuer zu ziehen“, sagte Hoeneß in „sky“ über die Retter in der Not. Sein Vorwurf an den Trainer und dessen rigiden Kurs: „Alle 20 Spieler, die wir haben, müssen bei Laune gehalten werden. Da ist dem einen oder anderen bei uns Unrecht geschehen. Es ist kein Wunder, dass uns diese Spieler, so lange sie Spielpraxis bekommen, nun helfen.“

Schon nach dem 3:0 gegen Hannover, als Mario Gomez seine Wiederauferstehung feierte, rühmten sich Hoeneß und Boss Rummenigge, dass sie es waren, die dem Stürmer untersagten, nach England zu fliehen.

Die Fälle häuften sich. Van Gaal versagte Martin Demichelis den Stammplatz in der Innenverteidigung, er lässt ihn nur in absoluter Not ran – wie am Freitag gegen Freiburg, als Holger Badstuber kurzfristig ausfiel. Anatolij Timoschtschuk überraschte mit starken Leistungen als Abwehrspieler, er war ebenso abgeschrieben wie Andreas Ottl.

„Es gibt vier, fünf Spieler bei uns, die permanent falsch eingeschätzt wurden. Das hat ein Geschmäckle“, schimpfte Hoeneß und erklärte: „Ich sage nur, was ich empfinde, wenn ich da oben sitze und sehe: Das erste Tor schießt Demichelis, der eigentlich gehen kann. Das zweite Tor schießt Gomez, den man eigentlich schon in Liverpool hatte. Das dritte Tor schießt Timoschtschuk, von dem ich gelesen habe, dass er nur spielt, weil wir keinen anderen haben.“ Eine Aufzählung der Matchwinner gegen Freiburg.

Doch selbst die Spieler, die lange warten mussten, stehen hinter dem Trainer. „Mir ist nicht Unrecht getan worden“, sagte Ottl am Montag und Mario Gomez stellte fest: „Ich habe immer akzeptiert, dass der Trainer über die Aufstellung entscheidet.“ Und auch Teilzeit-Kicker Hamit Altintop meinte: „Der Trainer ist fair.“

P.Strasser

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