Ex-Kapitän legt sich fest: Der FC Bayern braucht Verstärkung im Winter

Michael Olise ist im Abschlusstraining des FC Bayern vor der Partie bei Atlético Madrid dabei, ebenso Torhüter Manuel Neuer. Doch gerade offensiv ist die Lage angespannt. Thomas Helmer rät zu Transfers.
Maximilian Koch |
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Mit dick bandagiertem Knie im Abschlusstraining des FC Bayern vor der Partie bei Atlético Madrid: Michael Olise (r.).
Mit dick bandagiertem Knie im Abschlusstraining des FC Bayern vor der Partie bei Atlético Madrid: Michael Olise (r.). © IMAGO/Steffie Wunderl

Gemeinsam mit seinem französischen Landsmann Dayot Upamecano kam Michael Olise am Montagmittag aus der Kabine, der Offensivstar des FC Bayern hatte ein Lächeln im Gesicht. Endlich positive Personalmeldungen von der Säbener Straße: Olise gab Grünes Licht für die Champions-League-Partie bei Atlético Madrid am Dienstag (21 Uhr, Prime Video), er konnte das Abschlusstraining ebenso wie Manuel Neuer (nach Fußverletzung) absolvieren. Beide sind also bereit für den Kracher im Estadio Metropolitano, wo am 5. Juni auch das Finale stattfindet.

Nach seiner Fußverletzung wieder fit: Manuel Neuer.
Nach seiner Fußverletzung wieder fit: Manuel Neuer. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Bayerns Offensive am Limit

Speziell Olises Rückkehr sorgte für Erleichterung, denn in der Offensive hat Bayern kaum noch Optionen. Neben Luis Díaz (Muskelbündelriss im linken Oberschenkel) und Jamal Musiala (Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel) fallen nun auch Ismael Saibari (Riss des Syndesmosebands im rechten Sprunggelenk/bereits operiert) und Serge Gnabry (Muskelverletzung im hinteren linken Oberschenkel) aus. Beide verletzten sich am Samstag im Bundesliga-Gipfel gegen Borussia Dortmund (2:2).

Gnabry wird wochenlang fehlen, Saibari mindestens drei Monate. Olise war in der Partie kurz vor Spielende ausgewechselt worden, am Montag trainierte er nun mit dicker Bandage am rechten Knie.

Fällt mindestens drei Monate aus: Bayerns Ismael Saibari (M.).
Fällt mindestens drei Monate aus: Bayerns Ismael Saibari (M.). © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Die Frage lautet: Muss Bayern angesichts der angespannten Lage im Winter auf dem Transfermarkt nachlegen? Ja – sagt Thomas Helmer, der frühere Kapitän der Münchner. "Ich glaube: Jetzt müssen sie darüber nachdenken", meinte Helmer im BR: "Am Anfang der Saison aber noch nicht, da war der Kader super zusammengestellt. In der Breite haben die Bayern einen sehr, sehr guten Kader – jetzt fallen aber fast alle weg."

Musiala, Díaz, Saibari und Gnabry seien "vier Top-Spieler, die auf einmal wegbrechen", ergänzte Helmer: "Da wird es in der Offensive ganz schön dünn. Auch, weil Harry Kane und Michael Olise nicht immer bei 100 Prozent sein können."

Ein Video von BR24Sportvom Bayerischen Rundfunk.

Der Viessmann-Deal hat dem FC Bayern viel Geld in die Kassen gespült

Geld für Verstärkungen wäre nach dem 250-Millionen-Euro-Deal mit Viessmann definitiv vorhanden, doch bislang zeigen sich die Bosse zurückhaltend. "Nein, ich glaube nicht", sagte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen am Samstag über mögliche Einkäufe. Mit den Ausfällen sei man "leidgeprüft", so Dreesen, aber: "Man sollte nicht zu verfrüht über solche Themen sprechen."

Und Sportvorstand Max Eberl fügte hinzu: "Wir wissen noch gar nicht, was rauskommt bei den Untersuchungen. Lucho (Díaz; Anm. d. Red.) kommt zurück, Jamal kommt zurück. Es ist jetzt nicht so, dass fünf Mann ein halbes Jahr ausfallen."

Rät Bayern zu Transfers: Ex-Bayern-Kapitän Thomas Helmer.
Rät Bayern zu Transfers: Ex-Bayern-Kapitän Thomas Helmer. © IMAGO/Ulrich Wagner

Während Díaz am Montag schon wieder individuell trainierte, gibt es bei Musiala Fragezeichen. Seit Ende September fällt der 23-Jährige bereits aus, er ist noch immer nicht ins Mannschaftstraining eingestiegen. Am Montag übte auch er nur allein auf einem Nebenplatz.

Im Sommer war Musiala zweimal zusammengebrochen, danach hatte er seine Erkrankung (Absencen in Folge einer neurologischen Dysfunktion) öffentlich gemacht.

Bayern-Boss Max Eberl fordert Resilienz

"Ehrlicherweise fühlt sich das schon ein bisschen heftig an, was um uns herum passiert", sagte Eberl. "Wir müssen gerade sehr resilient sein, die Mannschaft ist das bisher. In einer unglaublichen Art und Weise. Und das müssen wir aber jetzt die nächsten Wochen weiter sein."

Zunächst gegen Atlético und dann am Samstag in Mainz. Zum Glück mit Superstar Olise.

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