„Ein bisschen stur, so ist sein Charakter“

Trotz des klaren Siegs gegen den FC Basel läuft es nicht rund bei Bayern – meinen Franz und Hitzfeld
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Bayerns Cheftrainer Louis van Gaal
dapd Bayerns Cheftrainer Louis van Gaal

MÜNCHEN - Trotz des klaren Siegs gegen den FC Basel läuft es nicht rund bei Bayern – meinen Franz und Hitzfeld

Tabellarisch unwichtig sei die Partie gegen den FC Basel. „Logisch“, sagte Franz Beckenbauer vor dem 2:0, „stimmt schon.“ Aber für die Stimmung hat das Spiel doch immense Bedeutung? „Ja, genau.“ Das mit der Stimmung hat geklappt.

Sie hellte sich Tor um Tor auf: Frank Ribéry 1:0, Anatoliy Tymoshchuk 2:0, erneut Ribéry 3:0. Grad schee war’s. Die Fans feierten, das Bällchen beim Sieger der Champions-League-Gruppe B rollte, Sportdirektor Christian Nerlinger ballte permanent die Siegerfäuste. Nur Trainer Louis van Gaal jubelte eher verhalten bis gar nicht.

Vielleicht hatte er schon gehört, wie Beckenbauer vor der Partie im Plauderton die gesamte bisherige Bundesliga- Saison mit ein paar Worten zerlegt hatte. Gefragt nach seiner Analyse meinte er bei „Sat. 1“: „Im Moment passt nichts. Das ist zu viel zusammen gewürfelt. Der Thomas Müller spielt nicht mehr in der Form der letzten Saison.“

Genau wie der Doppel- Torschütze Frank Ribéry. Dann wunderte er sich noch über die derzeit in der Besetzung Breno/Tymoshchuk antretende Innenverteidigung, gab aber zu bedenken: „Beim Martin Demichelis, da muss man halt immer mit einem Fehler rechnen, aber er ist ja, er war ja ein Weltklassespieler.“

Dann gab er immerhin noch zu bedenken, dass das Fehlen Arjen Robbens nicht zu kompensieren sei. Alles in allem: Der Kaiser schlug – ganz en passant – ein Ei über die aktuelle Ausgabe seines geliebten FC Bayern.

Über den Trainer zumindest verlor der Ehrenpräsident des Rekordmeisters keine negativen Worte. Musste er auch nicht, denn das tat auf „Sky“ einer von Louis van Gaals Vorgängern – und zwar Ottmar Hitzfeld. Jener Hitzfeld, der stets mit dem damaligen Manager Uli Hoeneß vor dem Spiel im „Limmerhof“ ein Glas Rotwein schlürfte, sieht die Position vanGaals nicht mehr uneingeschränkt gefestigt.

„Wenn man einen Menschen wie Uli Hoeneß vergrault, dann kann es schon gefährlich werden“, meinte der Schweizer Nationaltrainer. Hoeneß, mittlerweile Präsident, hatte zuletzt bemängelt, dass Gespräche mit dem Holländer quasi sinnlos seien. Das Wort stur benutzte Hoeneß in seiner Van-Gaal-Kritik nicht.

Dies tat nun Hitzfeld: „Er ist eben ein bisschen stur, so ist sein Charakter.“ Außerdem stellte der frühere Erfolgstrainer eine Wandlung beim Kollege van Gaal fest: „Vergangene Saison hat er sich immer auf der Bank gefreut. Wenn er nun gewinnt, dann strahlt er gar nicht mehr. Das hatte ich nach ein paar Jahren auch, aber da hatte ich schon an Kraft verloren.“

Am Mittwochabend jedenfalls strahlte van Gaal auch nicht so wirklich. Dabei hätte er beim souveränen 3:0 allen Anlass gehabt.

jos, tbc

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