Die entscheidenden Wochen: Verzockt FC Bayern jetzt alles?

Die Münchner stehen im Pokal, der Liga und der Champions League vor entscheidenden Spielen. In 14 Tagen könnten sämtliche Titelträume vorbei sein. "Wir sind nicht souverän genug", sagt Kimmich.
| Maximilian Koch
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Redebedarf: Die Bayern um Leon Goretzka, David Alaba und Trainer Niko Kovac (v.li.).
imago/Sven Simon Redebedarf: Die Bayern um Leon Goretzka, David Alaba und Trainer Niko Kovac (v.li.).

Der FC Bayern steht im DFB Pokal, der Bundesliga und der Champions League vor entscheidenden Spielen. In 14 Tagen könnten sämtliche Titelträume vorbei sein. "Wir sind nicht souverän genug", sagt Joshua Kimmich.

München - Wenn Jürgen Klopp an den FC Bayern denkt, dann ist das nicht nur mit positiven Erinnerungen verbunden. Klar: 2011 und 2012 düpierten Klopps Dortmunder die favorisierten Münchner mit zwei Meisterschaften und dem Double (5:2 im DFB-Pokal-Finale gegen Bayern im Jahr 2012).

Doch insgesamt ist Klopps Bilanz mit 16 Niederlagen in 29 Spielen mies, die Jupp-Heynckes-Bayern verwehrten dem Coach 2013 den Triumph in der Champions League, ein Jahr später gewann die Elf von Pep Guardiola das deutsche Cup-Endspiel gegen Klopps BVB. Es überrascht deshalb nicht, dass Klopp sehr respektvoll über Bayern spricht – auch vor dem Champions-League-Achtelfinale mit seinem FC Liverpool (19. Februar und 13. März).

"Bayern wird heiß sein", sagt Herthas Ex-Manager Hoeneß

"Wir befinden uns immer noch in der Königsklasse, und ich freue mich auf dieses schwierige Spiel, auch wenn ich den Eindruck habe, dass manche Menschen glauben, wir seien schon weiter, weil es ja 'nur' Bayern München ist", sagte Klopp nun und ergänzte in Richtung eines Reporters: "Haben Sie jemals das Team des FC Bayern angeschaut und gesehen, in welcher Verfassung es sich befindet?"

Wir werden bereit sein – und es wird ein sehr, sehr schweres Duell." Natürlich auch für die Bayern, die nach der 1:3-Pleite in Leverkusen unter Druck stehen. Am Mittwoch geht‘s im DFB-Pokal-Achtelfinale zu Hertha BSC, dann warten in der Liga Schalke und Augsburg, ehe die Mannschaft von Trainer Niko Kovac zum Clash an Liverpools Anfield Road antritt. In 14 Tagen könnten sämtliche Titelträume schon beendet sein. Verzockt Bayern jetzt alles?

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Die AZ checkt die Chancen des FC Bayern

DFB Pokal: Bayern-Gegner Hertha verfolgt ein großes Ziel: Endlich das Finale im heimischen Olympiastadion bestreiten! Das gelang nur den Hertha-Amateuren 1992/93 (0:1 gegen Leverkusen). "Am liebsten hätten wir Bayern im Finale gehabt", sagte Berlins Manager Michael Preetz dem "Kicker". In der Bundesliga gewann Hertha im September mit 2:0, als Tabellenneunter spielen die Berliner eine ordentliche Saison. Der frühere Hertha-Manager Dieter Hoeneß glaubt trotzdem an Bayern: "Für Hertha war es nicht gut, dass Leverkusen am Wochenende gewonnen hat. Bayern wird heiß sein", erklärt Hoeneß in der AZ und legt sich fest: "Hertha muss noch mindestens ein Jahr auf das Heimfinale warten."

Bundesliga:Joshua Kimmich wurde nach der Pleite gegen Leverkusen deutlich. "Wir schaffen es nicht, wie in den vergangenen Jahren dominant zu bleiben. Wir sind nicht souverän genug", sagte er. Treffende Analyse. Über 90 Minuten fehlt Bayern die Konstanz. Gegen Schalke und Augsburg müssen zwei Siege her, um den BVB, der sieben Punkte vorausliegt, noch angreifen zu können. "Der Titel ist weiter möglich, aber dann musst du Chancen wie in Leverkusen nutzen", sagt Hoeneß. "Das war bitter."

Champions League: Bayerns Erfolgsaussichten gegen Liverpool werden vor allem von der defensiven Ordnung abhängen, doch in diesem Punkt zeigte die Kovac-Elf zuletzt Schwächen. "Wenn der Gegner mit Tempo kommt und einen öffnenden Pass spielen kann, dürfen wir nicht nach vorne verteidigen, sondern müssen das Zentrum verdichten", sagte der Coach nach dem Spiel in Leverkusen. Wie soll das erst gegen den Turboangriff um Mohamed Salah, Roberto Firmino und Sadio Mané aussehen?

Der frühere Bayern-Kapitän Thomas Helmer rechnet trotzdem mit einer "guten Chance" für die Münchner. "Viele sehen Liverpool im Vorteil, weil die Mannschaft die Premier League anführt und wirklich tollen Fußball spielt", sagt Helmer in der AZ: "Aber das ist ein typisches Spiel für die Bayern, das sie mögen. Ich weiß nicht, wie weit Liverpool in diesen Drucksituationen schon ist. Ich sehe Bayern in zwei Spielen auf Augenhöhe." Das würde Jürgen Klopp wohl sofort unterschreiben.

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