Der Robben-Frust: Das sind die Härtefälle des FC Bayern München

Arjen Robbens Frust war nur der Anfang. Der Kader der Bayern ist fast komplett, der Konkurrenzkampf groß. Trainer Jupp Heynckes muss "fiese Entscheidungen" treffen. Die AZ checkt die brisantesten Fälle.
| Julian Buhl
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Wo ist ihr Platz im Bayern-Kosmos? Sebastian Rudy, Corentin Tolisso, Franck Ribéry und Arjen Robben (von links).
Wo ist ihr Platz im Bayern-Kosmos? Sebastian Rudy, Corentin Tolisso, Franck Ribéry und Arjen Robben (von links). © GES, Rauchensteiner, sampics/Augenklick (3), dpa

München - Ob Arjen Robben sein Ziel wohl erreicht hat und den Termin bei seinen Bossen in den vergangenen Tagen tatsächlich vermeiden konnte?

Für Gesprächsbedarf hatte er ja durchaus gesorgt. "Wenn ich meine Emotionen jetzt ausspreche, bin ich morgen bei Brazzo oder Rummenigge im Büro – und dann weiß ich nicht, was es gibt", sagte der Niederländer nach dem 5:0 des FC Bayern im Achtelfinalhinspiel in der Champions League gegen Besiktas Istanbul, bei dem er nicht in der Startelf gestanden hatte, bei Sky: Jedes Wort ist eines zu viel. 

Auch wenn der Vulkan Robben nicht komplett explodierte, ließ er dennoch keinen Zweifel daran, wie sehr es innerlich in ihm brodelte. Dass ihm sein Trainer Jupp Heynckes in diesem so wichtigen Spiel nicht von Beginn an vertraute, hatte den ehrgeizigen Niederländer hart in seiner Sportlerehre getroffen.

Müller: "Es wird eine heikle Situation bleiben"

"Ich muss das managen – und ich mache das, was ich für richtig halte. Das muss jeder akzeptieren. Punkt", verteidigte Heynckes seine Personalentscheidungen. Und die hatten nicht nur Robben getroffen, unter anderem saß ja auch Franck Ribéry auf der Bank.

"Es wird eine heikle Situation bleiben, so lange alle fit sind", sagte Thomas Müller. Jeder sei des kleinen Einmaleins mächtig, so der Vizekapitän weiter: "Wir haben für die Mittelfeldpositionen acht Optionen – es ist unmöglich, alle zufriedenzustellen." Demzufolge müsse "der Trainer fiese Entscheidungen fällen".

Die AZ erklärt die aktuell größten Härtefälle dabei...

Arjen Robben

Ein wenig mehr als er eigentlich wollte, sagte der 34-Jährige dann doch noch: "In diesen Spielen wollen alle dabei sein, ich auch. Wenn du nicht spielst, ist es eine schmerzhafte Geschichte." Dass Robben nicht von Beginn an ran durfte, war laut Heynckes in erster Linie taktischen Überlegungen geschuldet. "Ich wollte kein Risiko eingehen, daher habe ich im Mittelfeld mit Vidal und Martínez gespielt, damit wir zu null spielen", erklärte der 72-Jährige, der Robben immerhin als ersten Einwechselspieler für den verletzten James Rodríguez brachte (44.). Robben fand zuletzt eigentlich immer besser in Form und genießt bei Heynckes auch nach wie vor große Wertschätzung. Unverzichtbar ist er aber spätestens seit dem Besiktas-Spiel nicht mehr.

Franck Ribéry

Im Gegensatz zu Robben gab Ribéry, ebenfalls 34, keinen Einblick in sein Gefühlsleben als Bankangestellter des FC Bayern. Hätte der impulsive Franzose das getan, wäre ein Termin bei den Bossen wohl unvermeidlich gewesen. Ribéry musste erneut dabei zusehen, wie sein 13 Jahre jüngerer Landsmann Kingsley Coman auf seiner angestammten linken Seite brillierte – den er dort lediglich für die letzten neun Spielminuten noch ablösen durfte. Schon im Pokalviertelfinale der Bayern in Paderborn hatte Heynckes Coman in seine vermeintlich beste Elf berufen – und eben nicht Ribéry. Das Wechselspiel der beiden ist mehr als nur eine Momentaufnahme. Heynckes treibt den Generationswechsel auf dieser Position aktiv voran.

Corentin Tolisso

Unter Heynckes' Vorgänger Carlo Ancelotti gehörte der Rekordtransfer (41,5 Millionen Euro) noch zur Stammelf. Unter Heynckes muss sich der Franzose in der Hierarchie wieder hinter Arturo Vidal einsortieren – hinter Javi Martínez sowieso. Gegen Besiktas löste er Vidal in den Schlussminuten ab (83.). Da Thiago wieder fit ist, wird das Gedränge in der Zentrale noch größer. Und im Sommer kommt noch Leon Goretzka. "Er wird auf Sicht sehr wertvoll sei", sagt Heynckes dennoch über den 23 Jahre alten Tolisso.

Sebastian Rudy

Der Nationalspieler ist der große Verlierer des Konkurrenzkampfes im zentralen Mittelfeld. Gegen Istanbul strich Heynckes ihn wie schon gegen Schalke aus dem Kader. So wird es mit einer WM-Teilnahme im Sommer und auch einer Zukunft beim FC Bayern schwierig für ihn.

Lesen Sie hier: Lewandowski holt Zahavi als neuen Berater

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren