Der neue Reiter: Münchner Unternehmer rückt ins Machtzentrum des FC Bayern

Nun ist es offiziell: Der Münchner Unternehmer Alexander Sixt wird Chef im Verwaltungsbeirat des FC Bayern und rückt damit auch in den Aufsichtsrat. Der frühere OB hatte sich zurückgezogen.
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Neuer Vorsitzender im Verwaltungsbeirat des FC Bayern: Alexander Sixt (l.), neben seinem Bruder Konstantin.
Neuer Vorsitzender im Verwaltungsbeirat des FC Bayern: Alexander Sixt (l.), neben seinem Bruder Konstantin. © IMAGO/Eventpress Kochan

Selten wurde über ein Amt beim FC Bayern so intensiv diskutiert wie über die Wahl von Dieter Reiter zum Vorsitzenden des Verwaltungsbeirats und dem damit verbundenen Einzug in den Aufsichtsrat. Anfang Februar gaben die Münchner die Meldung offiziell heraus - es war der Ausgangspunkt einer Debatte um Nebeneinkünfte und Interessenskonflikte, die SPD-Mann Reiter letztlich die Wiederwahl zum Oberbürgermeister kostete. Man darf davon ausgehen: So turbulent wird es bei Reiters Nachfolger in den beiden Bayern-Ämtern nicht zugehen.

Gab seine Bayern-Ämter auf: Dieter Reiter.
Gab seine Bayern-Ämter auf: Dieter Reiter. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Sixt übernimmt im Verwaltungsbeirat

Seit Freitagabend steht fest, wer auf Reiter an der Spitze des Verwaltungsbeirats folgt: Alexander Sixt, gebürtiger Münchner, erfolgreicher Unternehmer und Co-Vorsitzender der bekannten Autovermietung (Sixt SE), wurde zum neuen Vorsitzenden des Gremiums gewählt. Der 46-Jährige, Sohn von Erich und Regine Sixt, sitzt seit diesem Jahr im Verwaltungsbeirat, Unternehmerin Alexandra Schörghuber bleibt wie bisher Stellvertretende Vorsitzende. Zwischenzeitlich war spekuliert worden, ob Schörghuber vielleicht die erste Frau als Verwaltungsbeirats-Vorsitzende und damit auch erste Aufsichtsrätin werden könnte. Die Wahl am Freitag fiel anders aus.

Rückt auch in den Bayern-Aufsichtsrat: Sixt (r.), hier mit Präsident Herbert Hainer.
Rückt auch in den Bayern-Aufsichtsrat: Sixt (r.), hier mit Präsident Herbert Hainer. © fcbayern.com

Lob von Präsident Hainer

"Alexander Sixt bringt alles mit, um dem FC Bayern bei seiner Weiterentwicklung unterstützen zu können. Er verfügt über einen umfangreichen wirtschaftlichen Background und ein großes Netzwerk und wird für frische Impulse sorgen", sagte Präsident und Aufsichtsratschef Herbert Hainer: "Wir sind sehr glücklich, ihn als Vorsitzenden unseres Verwaltungsbeirats gewonnen zu haben und schauen zuversichtlich in die Zukunft."

Sixt bedankte sich "für das Vertrauen und nehme die Aufgabe mit großem Respekt an. Der FC Bayern begleitet mich bereits mein Leben lang, ich bin seit frühester Jugend Mitglied des Vereins. Ich möchte im Verwaltungsbeirat meinen Beitrag leisten, damit der FC Bayern weiterhin Maßstäbe setzt – auf wie außerhalb der Spielfelder."

Kompetenz im Aufsichtsrat

Gerade was den Bereich Mobilität angeht, haben die Münchner im Aufsichtsrat nun einen weiteren kompetenten Ansprechpartner neben Anteilseigner Audi. Die Ingolstädter sind durch Vorstandschef Gernot Döllner vertreten. Außerdem gehören zum Aufsichtsrat der Vorsitzende Hainer, Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge, Vizepräsident Dieter Mayer, Michael Diekmann von der Allianz, Telekom-Vorstand Thorsten Langheim und Jan Heinemann von Adidas.

Kompetenz im Aufsichtsrat: Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Uli Hoeneß.
Kompetenz im Aufsichtsrat: Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Uli Hoeneß. © IMAGO/Mladen Lackovic

Im Verwaltungsbeirat sitzen neben Sixt und Schörghuber auch Vizekanzler Lars Klingbeil, Dorothee Bär, Georg Fahrenschon, Marion Kiechle, Hildegard Müller, Elisabeth Promberger, Klaus-Peter Röhler, Josef Schmid, Max Viessmann.

Sixt rückt automatisch in den Aufsichtsrat

Bei der nächsten turnusmäßigen Sitzung des Aufsichtsrats Ende Mai wird Sixt erstmals dabei sein. Der Vorsitzende des Verwaltungsbeirats ist gemäß Satzung ein geborenes Mitglied des Aufsichtsrats. Damit ist das Gremium vorerst komplett. Daran könnte sich nur etwas ändern, wenn beispielsweise ein neuer Investor Anteile an der FC Bayern München AG erwirbt. Fünf Prozent könnte der Klub noch verkaufen, ohne zuvor die Mitglieder darüber abstimmen zu lassen. Dieser mögliche neue Investor würde dann auch in den Aufsichtsrat rücken.

Viel Erfahrung: Alexander Sixt.
Viel Erfahrung: Alexander Sixt. © Frank Hoermann/SVEN SIMON,via www.imago-images.de

Zunächst aber bleibt es bei Sixt, der vor seinem Einstieg in das Unternehmen seiner Familie Finanzen und Rechnungswesen an der ESCP Business School in Paris, London und Berlin studierte sowie für die Deutsche Bank in London arbeitete und für die Strategieberatung Roland Berger. Sixt bringt viel Erfahrung mit, gute Kontakte - und er muss anders als Reiter keine Wahl gewinnen. Daher dürfte es deutlich geräuschloser ablaufen.

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