Der 150-Millionen-Mann

Milan-Boss Berlusconi wollte offenbar Ribéry holen. Mit Geld aus einem Kaká-Transfer. Aber der Brasilianer hat sich gegen einen Wechswel zu Manchester City entschieden. Und der Bayern-Star würde ohnehin noch viel mehr kosten, sagt Bayern-Manager Uli Hoeneß.
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Tänzelt er bald für den AC Milan? Bayern-Star Franck Ribery.
dpa Tänzelt er bald für den AC Milan? Bayern-Star Franck Ribery.

MÜNCHEN - Milan-Boss Berlusconi wollte offenbar Ribéry holen. Mit Geld aus einem Kaká-Transfer. Aber der Brasilianer hat sich gegen einen Wechswel zu Manchester City entschieden. Und der Bayern-Star würde ohnehin noch viel mehr kosten, sagt Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Keine Sekunde. Nie! Nie! Nie! Franck Ribéry verkaufen? Den Liebling der Fans? Bayerns Besten? Den Besten der Liga, einen der Besten der Welt? Nicht mit dem Bayern-Vorstand. „Es gibt keine Summe der Welt, die uns da auch nur eine Sekunde überlegen lassen könnte. Absolut keine“, betonte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge kürzlich. So weit, so gut.

Seit eineinhalb Jahren ist der Franzose, eingekauft im Sommer 2007 für rund 25 Millionen Euro von Olympique Marseille, in München. Immer wieder gibt es Interesse von Großklubs – ob von Real Madrid, Inter Mailand, Chelsea oder dem FC Barcelona. Wirklich ernst wurde es nie.

Nun aber schon. Der AC Mailand macht ernst – in Person von Silvio Berlusconi. Laut der Pariser Tageszeitung „Le Parisien“ sei der Präsident des italienischen Klubs bereit, für Ribéry eine Ablöse von 35 Millionen Euro zu zahlen – plus Verteidiger Massimo Oddo, bisher nur bis Saisonende ausgeliehen, als Dreingabe. Ribéry soll in Mailand ein Vierjahresvertrag mit einem Nettogehalt von 6,5 Millionen Euro pro Jahr erwarten – was mindestens eine Verdoppelung seiner aktuellen Bezüge bedeuten dürfte. Angeblich habe es zwischen der Vereinsführung von Milan und den Beratern von Ribéry bereits erste Gespräche gegeben. Ribéry (Vertrag bis 2011) sagte dazu gestern: „Es gibt viele Spekulationen. Aktuell spiele ich beim FC Bayern, alles andere wird man sehen.“

35 Millionen Euro Ablöse, das wäre nur das erste Angebot. Milan würde sicher noch etwas drauflegen. Demnächst dürften die Italiener die höchste Ablösesumme der Fußballhistorie einstreichen: 125 Millionen Euro für Kaká, überwiesen von Manchester City. Gestern machten die Engländer mal eben die Transfers von Nigel de Jong (20 Mio Euro Ablöse an den HSV) und Craig Bellamy (15,5 Mio. Euro an West Ham) klar. Kaká soll noch diese Woche folgen.

Alles möglich dank Scheich Mansour bin Zayed al Nahyan, dem Kopf der Abu-Dhabi-United-Group for Development and Investment. Das durch Öl gemachte Vermögen der Familie beläuft sich auf rund eine Billion Dollar. Der Scheich wirft bei Manchester City viel Geld auf den Transfermarkt, der Kreislauf beginnt.

Für Bayern ein Teufelskreis? Milan-Boss Berlusconi hat bereits angekündigt, die Kaká-Millionen reinvestieren zu wollen. 35 Millionen aufwärts zu Zeiten der Finanzkrise? Manager Uli Hoeneß sagte gestern Abend vor dem 2:0-Testspielsieg der Bayern in Kaiserslautern (Tore: Toni, Donovan) nur mäßig amüsiert: „Es ist wohl ein kleiner Scherzkeks, der diese Meldung verbreitet hat. Wenn der Kaka 120 Millionen wert ist, dann ist Ribéry 150 Millionen wert! Und dann werden wir darüber nachdenken.“ Klingt anders als: Nie! Nie! Nie!

Patrick Strasser

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